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Sie kümmern sich um die Neugestaltung des ehemaligen Brunnens (v. l.): Stadtrat Friedrich Schwaab, Harald Kirch von der KIM und Cynthia Nebel.

Ein Quell der Erinnerung

  • vonChristine Wieberneit
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Karben (cwi). Das Wasser im Brunnen vor dem Seiteneingang des Bürgerzentrums plätschert nicht mehr. Dafür entsteht hier ein Quell der Erinnerung. Eine erste Skulptur, die an einen berühmten Kärber erinnert, ist bereits aufgestellt - eine Silhouette zeigt den Gartenkünstler Heinrich Siesmayer. Zwei weitere Skulpturen sollen folgen. Geplant ist, dass die Kunstwerke abends angestrahlt werden.

Dass der Palmengarten dieser Tage auf sein 150-jähriges Bestehen blicken kann, die Gartenanlage wurde am 16. März 1871 eröffnet, ist eben jenem Heinrich Siesmayer wesentlich zu verdanken, der in Groß-Karben einige Jahre seiner Kindheit verbrachte. Heinrich Siesmayer hat sich als Landschafts- und Gartengestalter einen großen Namen erarbeitet und neben den Palmengarten auch die Kurparks in Bad Vilbel, Bad Nauheim, Bad Homburg und Wiesbaden gestaltet.

Der »kleine Heinrich«, wie Cynthia Nebel sagt, habe hier in Groß-Karben seine kreativen Wurzeln entfalten können. Schon lange sprach sie sich für eine Erinnerung an Heinrich Siesmayer in Karben aus und freut sich nun darüber, dass das am ausgedienten Brunnen möglich ist.

Der Brunnen war bei der Sanierung des Bürgerzentrums in den Blick geraten. Nachdem die Fassade aufgefrischt worden war, sollte auch das Umfeld hergerichtet werden, erzählt Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU). Er ist verantwortlich für die KIM, das Kommunale Immobilien Management, das die Außensanierung des Bürgerzentrums verantwortete. »Es stellte sich heraus, dass der Brunnen defekt und undicht ist und eine Menge Wasser verliert. Eine Sanierung wäre sehr teuer gewesen«, erklärt Schwaab.

Also wurde der Brunnen stillgelegt und in Zusammenarbeit mit Cynthia Nebel, die an der Gestaltung der Beete rund ums Rathaus mitwirkt, entstand die Idee, an berühmte Kärber zu erinnern.

Zurzeit sprießen mit zahlreichen Narzissen schon die ersten Frühlingsboten im alten Brunnenbecken, wie auch auf den Flächen rundum. »Die Stilllegung des Brunnens, eine untere Abdeckung und die Erdarbeiten haben etwa 4000 Euro gekostet«, berichtet Harald Kirch, technischer Leiter der KIM, und rechnet weiter vor: »Bisher ist erst eine von drei Skulpturen montiert, allerdings sind die Lampen schon für alle drei fertig. Die Kosten hierfür lagen bisher bei etwa 2000 Euro.«

Nach dem Entwurf von Nebel stellte ein Karbener Schlosser die Silhouette aus verzinktem Metall her. »Die Silhouette zeigt natürlich den großen Heinrich«, bemerkt Cynthia Nebel. Die Gedenktafel ist in Form eines Blattes gestaltet: »Heinrich Siesmayer 26. 4. 1817-22. 12. 1900 verbrachte seine Kindheit in Groß-Karben und entdeckte dort seine Liebe zur Gärtnerei und Gartengestaltung« ist darauf zu lesen. Im Laufe des Jahres soll der Brunnen fertiggestellt werden.

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