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Bereit für die Premiere (von links): Gastronom Werner Proß, »Lucky Pitcherman«-Mitarbeiter Markus, Celine Proß, Melanie Lachner und Servicekraft Bea bereiten den Kinogästen einen passenden Empfang.

Ein Hauch von James Bond in Karben

  • VonJürgen Schenk
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Nicht nur alle Fans, sondern auch Kinobetreiber haben sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet. Seit Donnerstag läuft der neue James-Bond-Film »Keine Zeit zu sterben« über die Leinwände der Republik. In Karben gab’s zum Premierenabend echtes Bond-Feeling zu erleben - inklusive rotem Teppich.

E s ist kein gewöhnlicher Donnerstagabend in Karben. Viele werden es längst mitbekommen haben: Der letzte James-Bond-Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle feiert seine Premiere in den Kinos. Nach insgesamt fünf Verschiebungen, vier davon wegen der Corona-Pandemie, ist der potenzielle Blockbuster endlich angelaufen. Ein Tag, dem Kinobesitzer und Filmfans gleichermaßen entgegengefiebert haben. Mit »Keine Zeit zu sterben« ist das oft zitierte »große Kino« zurück auf der Leinwand. Das bedeutet für die durch Corona angeschlagene Unterhaltungsbranche allerdings auch, dass der 007-Hoffnungsträger in diesen Tagen richtig durchstarten muss.

Vor dem »Cinepark« in Karben liegt an diesem Abend stilgerecht ein roter Teppich. Von der benachbarten Bar »Lucky Pitcherman« klingt eine Auswahl der bekanntesten Titelsongs herüber. Zusammenhalten in der Krise wird großgeschrieben: Inhaber Werner Proß und seine Tochter Celine, beide in bondtypischer Robe, unterstützen die Premiere mit einem Sektempfang vor dem Eingangsbereich des Kinos. Kaum jemand kann bei diesem charmanten Angebot »Nein« sagen. Als es dunkel ist, werden Fackeln angezündet. Man sieht Menschen, die vor Filmplakaten Selfies machen. Die Vorfreude des ankommenden Publikums auf Bonds Action-Feuerwerk ist spürbar. Besondere Erwartungen spielen bei den meisten Gästen keine Rolle. »Einfach hinsetzen und gut unterhalten lassen«, sagt ein Mann, der draußen sein Glas Sekt leert. »Bond ist wie ein Märchen. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Und so muss man den Film immer sehen.«

Eine Gruppe von drei jungen Leuten sieht das etwas kritischer: Nach den in ihren Augen gelungenen Vorgängerfilmen mit Daniel Craig sei die Erwartungshaltung hoch, erklären sie. Kurzfristig hätten sie sich zum Kinobesuch am Premierenabend entschlossen. An der Abendkasse gibt es noch Tickets für die 20-Uhr-Vorstellung, worüber sich die drei Bond-Fans sehr freuen. Der Film ist mit 163 Minuten der längste Bond aller Zeiten und hat die FSK-Einstufung »Ab 12« bekommen. Kinder ab sechs Jahren dürfen ihn in Begleitung eines Erziehungsberechtigten im Kino anschauen. Mit zwei Nachmittags- und zwei Abendvorführungen steht das Karbener Kino jetzt ganz im Zeichen von James Bond. »Es ist das Highlight, auf das wir alle sehnsüchtig gewartet haben«, unterstreicht Kinobetreiberin Melanie Lachner die Bedeutung des Filmstarts. »Keine Zeit zu sterben« hat eine Mindestlaufzeit von drei Wochen. Aber Bond ist ein Zugpferd und spricht ein breit gemischtes Publikum an. Deswegen rechne ich mit wenigstens neun Wochen.« Sie macht den Vergleich zum Vorgänger »Spectre« im Jahr 2015 auf: »Dieser Film war mit insgesamt 12 Wochen Laufzeit ein Erfolg für das Karbener Kino«, berichtet die junge Frau.

Erwartungsgemäß für einen Werktag seien die Nachmittagsvorstellungen am Donnerstag nicht so gut besucht gewesen, die Abendfilme dagegen schon. Melanie Lachner spricht von fast kompletter Ausbuchung. Das habe sich gleich nach dem Bekanntwerden des endgültigen Starttermins abgezeichnet. »An diesem Tag klingelte schon wenige Minuten später bei uns das Telefon«, so Lachner. Nach der Wiedereröffnung im Sommer wurden im »Cinepark« hauptsächlich Familien- und Kinderfilme gezeigt, die dem Geschäft etwas Auftrieb verliehen.

Noch immer lassen die Corona-Maßnahmen keine volle Auslastung des Kinos zu. Da gibt es auch keine spezielle Lizenz für den Geheimagent Ihrer Majestät. In den beiden Kinosälen müssen jeweils zwei Plätze frei bleiben. Es gilt die 3G-Regel sowie eine generelle Maskenpflicht im Gebäude bis zum Platz. Gebuchte Tickets aus dem Vorverkauf und Karten an der Abendkasse werden getrennt voneinander ausgegeben, um größere Menschengruppen zu vermeiden.

Schlange stehen für 007: Die Premiere des Films ist in Karben gut besucht.

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