Ein Hauch von Cannes in Karben

  • VonChristine Fauerbach
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Zu Tränen gerührte Laiendarsteller und Komparsen, eine schlagfertige Moderatorin, ein bewegender Titelsong, ein stolzer Bürgermeister, jede Menge gut gelaunter Gäste und tosender Applaus: Die Open-Air-Premiere von »RUN« war ein voller Erfolg.

E in Hauch von Hollywood und Cannes lag am Freitagabend in Karben in der Luft. Anlass war die Open-Air-Weltpremiere des ersten Karbener Spielfilms »RUN«. Über den roten Teppich schritten 250 geladene Gäste auf das Gelände des Jugendkulturzentrums. Wie Stars, Sternchen und Filmbosse posierten sie vor den Kameras. Umarmungen und einige Küsschen an Freunde waren Teil der Begrüßung. Die Bandbreite des Dresscode war groß. Sie reichte von sportlich-leger über sommerlich-luftig bis hin zu elegant und glamourös.

Mit Glitzer und Rüschen legte Moderatorin und Travestiekünstlerin Tante Gladice (Markus Roland Schubert) die Messlatte hoch. Passend dazu präsentierte sich Laiendarsteller Marc Griffiths à la Las Vegas im glitzernden Strassanzug. Laiendarsteller Tim Schweizerhof schritt auf schwarzen High Heels, im gewagten Netzshirt und modisch angesagtem It-Bag über den roten Teppich. Auch Hit Radio FFH-Redakteur Comedy Boris Meinzer mit Ehefrau Iris Radhofer, Landtagsabgeordneter Christoph Degen (SPD), Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz (CDU), das Unternehmerehepaar Michael und Silke Fuchs, zahlreiche Sponsoren wie Thomas Zimmermann, Unterstützer wie Medienpartner Hans-Jürgen Hess von Radio MKW in Lieblos, Komparsen und Laiendarsteller wie Yannick Arora oder Bürgermeister Guido Rahn (CDU), Komponist Patrick Bohlender, Musiker Andreas Emrich, Autorin Nicola Piesch, Sänger Johannes Rosbach und Sängerin Nadine Wopp, Schauspieler Didi Iffland, Filmproduzent und Kameramann Robert Kohlmeyer, das Team von Kinotechnik Fritz Mettal und viele andere mischten sich unter die Premierengäste.

Viele Spenden überreicht

Eine Spende überreichte Stadtverordnetenvorsteherin Lenz an Tante Gladice für das Filmprojekt. Eine Spende übergaben Anja Henrichs und Ben Steubesand von der Klein-Kärber Hundeschule & Hundetagesstätte Ben’s Dogbe an MKW-Moderator Steve Euler für den Verein Queer Main-Kinzig. »Wir hatten eine Spendenbox auf dem Tresen gestellt, die unsere Kunden mit mehr als 300 Euro bestückt haben«, informierten die Spendenüberbringer.

Nach dem Sekt-Empfang und der »Energierunde« des OME-Ensembles wurde die Kino-Arena geöffnet. In sieben Talk-Runden plauderten die Insider vor und hinter der Kamera aus dem Nähkästchen und ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten. Kostümdesignerin Anita Zang sagte: »Das mit den Kostümen hatte ich mir einfacher vorgestellt. Es hieß bunte Kostüme, da dachte ich: super, das bekomme ich hin. Allerdings rechnete ich nicht mit den Geschmäckern und Vorlieben bei Farben und Mustern der Schauspieler«.

Robert Kohlmeyer sprach über die Herausforderungen, einen Spielfilm in nur neun Tagen an verschiedenen Orten zu drehen. »Wir haben Szenen teils mit sieben Kameras gedreht.« Produktionsassistent Sven Schreiter berichtete über das Kreieren von »Fake«-Produkten wie Energie Drinks. Und dass anstelle von Schnaps die Flaschen im Club 33 Sauerkrautsaft enthielten. »So haben die nicht eingeweihten Darsteller, wie gewünscht, beim Trinken das Gesicht verzogen.«

Darsteller berichteten, wie schwer es ist, Emotionen auf Knopfdruck abzurufen, Requisiten nicht zu vertauschen oder zu ignorieren, wenn die Unterhose immer wieder runterrutscht, während sie mit dem Einkaufswagen durch den Rewe-Markt fuhr. Und dass die »Logistik nicht immer leicht war. Jeder musste zur richtigen Zeit in dem richtigen Kostüm, mit dem richtigen Make-Up am richtigen Ort sein.« Das Regieduo Janine Karthaus und Oli Becker sprachen von ihren Herausforderungen und Ängsten.

Nadine Jansen verriet dann noch, dass es das für den Dreh wichtige Loch in der Wand ihrer Wohnung immer noch gibt. »Ich habe ein Bild davor gehängt.«

Voller Stolz bilanzierte Bürgermeister Rahn an diesem Abend: »Das Schöne an dem Projekt ist, dass Karben bundesweit ins Kino kommt. Aus dem anfangs geplanten Kurzfilm wurde am Ende ein Spielfilm. Das Sponsoring der Stadt Karben für Film, Werbung und Sektempfang ist gut angelegtes Steuergeld.«

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