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Klaus von Treichel bereitet mit seinen Vorstandskollegen der Nachbarschaftshilfe Herz und Hand die Feiern zum 15-jährigen Bestehen vor. Außerdem wird gerade ein neues Angebot vorbereitet. 

15 Jahre "Herz und Hand"

Ehrenamt attraktiver machen: Nachbarschaftshilfe Karben will völlig neues Angebot starten

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Die Karbener Nachbarschaftshilfe "Herz und Hand" feiert im Mai ihr 15-jähriges Bestehen. Vorsitzender Klaus von Treichel spricht im Interview über Ideen, um das Ehrenamt attraktiver zu machen.

Ein Verein im Wandel der Zeit. "Viele unserer Gründer brauchen heute selbst Hilfe", sagt Klaus von Teichel. Die Nachfrage nach Fahrdiensten, die Herz und Hand anbietet, steige rasant an. Aber auch neue Ideen sind gefragt, um die Nachbarschaftshilfe für jüngere Menschen attraktiv zu machen.

Herr von Treichel, Sie sind seit fast fünf Jahren bei Herz und Hand dabei. Was hat sich in der Vereinsarbeit seither gewandelt?

Die Anforderungen an unsere Unterstützung haben sich deutlich gewandelt - auch, weil wir heute ganz andere Mittel, oder besser: ein anderes Mittel als früher haben. Der deutlichste Einschnitt in all den Jahren war sicherlich die Aufnahme des Fahrdienstes in unser Programm. Erst hatten wir einen alten, ausrangierten Transporter, mittlerweile sind wir barrierefrei und mehrmals die Woche für ältere oder gehbehinderte Karbener unterwegs. Die Zahlen verdeutlichen das: In der Zeit 2010 bis 2014 - damals noch ohne Wagen - hatte Herz und Hand durchschnittlich rund 170 Einsätze, in den letzten drei Jahren waren es 800 durch die Fahrdienste! Damit kam aber auch eine neue Generation an Fahrern.

Der Generationenwechsel treibt also auch Ihren Verein um?

Absolut. Viele, die den Verein einst gegründet haben, brauchen heute selbst eher Hilfe, als dass sie Unterstützung geben können. Aber wir haben das früh erkannt und ich kann sagen: Wir arbeiten aktiv am Generationenwechsel. Heute sind wir ein kreatives, schlagkräftiges Vorstands-Team.

Wo liegt das Durch- schnittsalter der Helfer?

Tatsächlich ermitteln wir das gerade. Zu unseren Jubiläen erfassen wir regelmäßig aktuelle Zahlen, Daten, Fakten und veröffentlichen diese in einer Festschrift. Dafür sammeln wir aktuell noch eben solche Daten. Eine erste Zahl kann ich aber schon nennen: 3711 Stunden ehrenamtliche Unterstützung haben wir im vergangenen Jahr geleistet - auch hier zeigen sich die gestiegenen Anforderungen. Ich kann mich noch an 3000, 3300 Stunden erinnern. In den vergangenen Jahren ist die Zahl immer weiter gestiegen.

Damit sind wir mittendrin im Festjahr: Am 15. Mai feiert Herz und Hand das 15-jährige Bestehen. Was erwartet die Gäste?

Was uns besonders stolz macht, ist, dass neben Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz und Bürgermeister Guido Rahn auch Landrat Jan Weckler sein Kommen zugesagt hat. Er wird die Festrede halten. Für mich ist das ein deutliches Zeichen der Anerkennung unserer Arbeit, was mich sehr freut. Die Stadtkapelle Karben wird den Festakt begleiten und damit auch noch einmal unsere besondere Verbindung zur Stadt symbolisieren. Unser Bus beispielsweise gehört ja der Stadt, wir betreiben ihn lediglich.

Passend dazu fällt Ihr 15-jähriges Bestehen ja auch in eine andere Jubiläumsfeier: Die Stadt Karben wird 50 Jahre alt, und viele Vereine präsentieren sich auf der geplanten Festmeile.

Auch wir werden auf der Festmeile vertreten sein. Tatsächlich werden wir sogar einen relativ großen Stand haben, an dem wir auch unseren Bus präsentieren werden. Geplant sind beispielsweise Vorführungen des Lifts. Wir wollen, dass auch Karbener, die uns noch nicht kennen, sehen, dass wir ihnen beispielsweise einen Konzertbesuch ermöglichen können, indem wir sie dorthin fahren und wieder abholen.

…und sicherlich freuen Sie sich auch, wenn sich jüngere Besucher vorstellen können, diese Fahrten zu über- nehmen?

Natürlich! Bei uns geht es immer um beides: Das Präsentieren unseres Leistungsangebots, aber natürlich ebenso um das Finden neuer aktiver Mitglieder.

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft, auf das 20-jährige Jubiläum von Herz und Hand, werfen: Wird Sie das Finden aktiver Helfer da noch genauso umtreiben?

Die Schwierigkeit, ehrenamtliche Helfer zu finden, ist sicherlich die größte Herausforderung für die Zukunft. Es ist schon heute nicht einfach, Mitwirkende zu finden, und es wird immer schwieriger. Das geht aber nicht nur uns von Herz und Hand so. In Karben gibt es rund 160 Vereine, und uns alle plagt diese Sorge. Jetzt plaudere ich mal aus dem Nähkästchen: In Karben ist deswegen jüngst der Beschluss gefallen, unter Leitung von Bürgermeister Guido Rahn einen Runden Tisch fürs Ehrenamt einzurichten. Hier soll beispielsweise auch diskutiert werden, wie die Stadt unterstützen kann, neue Ehrenamtler zu gewinnen.

Und was planen Sie als Verein?

Wir werden im Mai einen völlig neuen Dienst vorstellen, der sich an eine andere Zielgruppe richtet. Mehr verrate ich dazu noch nicht - erst einmal wird gefeiert!

Am Freitag, 15. Mai, feiert Herz und Hand ab 10.15 Uhr sein 15-jähriges Bestehen. Noch diesen Monat sollen an Förderer und politische Vertreter Save-the-Date-Informationen versendet werden, die offiziellen Einladungen folgen dann. Der Festakt richtet sich an die aktuell 297 Mitglieder des Vereins sowie rund 50 Vertreter befreundeter Nachbarschaftshilfen und Kommunalpolitiker. Am Samstag, 16. Mai, ist die Mitgliederversammlung. Darüber hinaus können bei einem Tag der offenen Tür interessierte Karbener in den Räumen des Vereins an der Christinenstraße 17 vorbeischauen.

Am Wochenende 29. und 30. August wird Herz und Hand mit einem Stand auf der Festmeile zur 50-Jahr-Feier der Stadt Karben vertreten sein.

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