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Edle Spargelvielfalt

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Seniorchef Heinz Christian Bär an der Spargelschälmaschine.
Seniorchef Heinz Christian Bär an der Spargelschälmaschine. © Barbara Newsham

Karben (bnk). Die Spargelsaison ist in vollem Gange und das beliebte edle Gemüse bei den Verbrauchern heiß begehrt. Für ihren Kundenstamm hat Familie Bär aus Burg-Gräfenrode alle Arbeitsgänge von der Ernte bis zum Verkauf organisiert. Die WZ hat unter der Führung von Seniorchef Heinz Christian Bär hinter die Kulissen geschaut.

Da stehen bereits mehrere Kisten frisch geernteter Spargel, die von Erntehelfer Istvan zunächst mit viel Wasser abgespritzt werden, denn die Erde, die noch vom Stechen dran ist, muss weg. Und weiter geht die Arbeit in der Halle an der Sortier- und Waschmaschine um die sich ein eingespieltes Team von Frauen kümmert. Denn die begehrte Ware soll in perfektem Zustand für die Kunden sein.

»Schon der Winter spielt eine Rolle für den Verlauf der darauffolgenden Saison«, sagt Heinz Christian Bär, »denn da braucht der Spargel einen Kälteschock.« Dies beeinflusse das Wachstum im Erntejahr. Der letzte Winter war für den Spargel nicht so gut, der richtige Frostschock hat gefehlt. Da das Wachstum im Frühling noch verhalten war, holte man sich Rat vom Spezialisten aus Karlsruhe. Ideal ist im Wurzelbereich eine Temperatur von zwölf Grad Celsius. Mit der Ernte konnte erst eine Woche später begonnen werden, auch der Ertrag war zunächst um ein Drittel reduziert. Im Angebot haben die Bärs den hellen Bleichspargel, der am beliebtesten ist. Hinzukommen grüner und violetter Spargel mit leicht nussigem Geschmack, die nicht geschält werden müssen.

Wichtig zu wissen für alle Spargelfreunde: Der direkte Kauf auf dem Hof beim Erzeuger garantiert Frische, da braucht man bei der Verarbeitung in der heimischen Küche nichts abzuschneiden, da es noch zu keiner »Verholzung« gekommen ist. Sogar fertig geschälten Spargel gibt es zu kaufen – ohne Aufpreis.

Bereits im Vorjahr beginnen die Vorbereitungen für die Saison auf den Spargelfeldern. Zunächst darf der Spargel nach dem Ernteende, dem Johannistag am 24. Juni, erst einmal wachsen und abreifen. Danach wird er zerkleinert und wieder in den Boden eingearbeitet. Im Herbst erfolgt das Aufpflügen der Winterdämme und im Frühling kommt die Arbeit mit der Fräse. »Jetzt ist es an der Zeit, alles durchzumischen, den Boden zu lockern und mithilfe der Spargeldammfräse die Dämme aufzubauen«, erläutert Bär. Zum Erntestart kommen die Helfer aus Rumänien; derzeit sind 22 Arbeiter da. Die meisten von ihnen arbeiten auf dem Feld – geerntet wird morgens und abends –, einige sind mit dem Sortieren und Aufbereiten der kostbaren Stangen beschäftigt. »Damit meine Arbeiter sich hier wohlfühlen und mit ihrem gewohnten Essen versorgt werden, ist auch eine rumänische Köchin dabei«, berichtet der Seniorchef.

Das Spargelfest findet wieder am 5. Juni ab 11 Uhr statt. Es gibt Spargel in vielen Variationen, Kaffee und Kuchen und ein Unterhaltungsprogramm.

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