ndw_k_Ortsbeirat_Petterw_4c_1
+
Der bisherige Ortsvorsteher Adolf Koch (l.) beglückwünscht den neuen Ortsvorsteher Dennis Vesper (SPD).

INFO

Dennis Vesper neuer Ortsvorsteher

  • vonJürgen W. Niehoff
    schließen

Karben (jwn). Die konstituierende Sitzung des Petterweiler Ortsbeirats - zu Beginn noch unter der Leitung des bisherigen Ortsvorstehers Adolf Koch (SPD) - begann mit einer Schweigeminute für das verstorbene langjährige Ortsbeiratsmitglied Ralf Schreyer (SPD). Durch seinen plötzlichen Tod haben die städtischen Gremien und die Kirchengemeinde in Petterweil ein engagiertes Mitglied verloren.

Da auch Koch, der immerhin 18 Jahre dem Ortsbeirat Petterweil angehört hatte - die meiste Zeit davon als Ortsvorsteher - dieses Mal nicht mehr kandidiert hatte, ist die SPD mit zwei neuen Kandidaten im Ortsbeirat vertreten.

FDP als Zünglein an der Waage

Sicherlich habe es schon vor der konstituierenden Sitzung Gespräche zwischen den Parteien über die Besetzung der Posten im Ortsbeirat gegeben, verrieten Vertreter beider Parteien. »Und ja, zunächst gab es auch zwei Kandidaten für den Vorsitz, nämlich einen von der CDU und einen von der SPD«, berichtete einer der Kandidaten, nämlich Albrecht Gauterin (CDU), von den Vorgesprächen. Da beide Seiten aber auf ihren jeweiligen Kandidaten bestanden, war schließlich der fünfte Mann an Bord, das Ortsbeiratsmitglied Michael Beczkowiak (FDP), ausschlaggebend. Und der gab seine Stimme dem SPD-Kandidaten Dennis Vesper. »Schon aus Verbundenheit, weil die beiden auch in der Kirchengemeinde zusammenarbeiten«, meinte ein offensichtlicher Insider am Rande der Sitzung hinter vorgehaltener Hand.

Gauterin zog daraufhin seine Kandidatur zurück, und so konnte Vesper einstimmig in der Sitzung am Donnerstagabend im großen Saal des Albert-Schäfer Hauses zum Ortsvorsteher gewählt werden. Nach der Übergabe der Sitzungsleitung von Koch an Vesper und den bei solchen Anlässen üblichen Glückwünschen schlug der 39-jähirge Vesper für den Posten des stellvertretenden Ortsvorstehers im Gegenzug Albrecht Gauterin vor. Auch er wurde einstimmig gewählt, genauso wie Michelle Börstler (SPD) als Schriftführerin und Anke Milnic (CDU) als deren Stellvertreterin. Übrig blieb Michael Beczkowiak. »Für Dich haben wir leider keinen Posten mehr übrig«, scherzte Vesper in Richtung des FDP-Mannes. Doch auch ohne Posten dürfte er bald seine Bedeutung im Ortsbeirat erkennen, denn in strittigen Fragen wird er immer das Zünglein an der Waage spielen. Wobei Koch rückblickend betonte, dass die Entscheidungen im Petterweiler Ortsbeirat fast immer einvernehmlich getroffen worden seien.

Für die meisten Zuhörer - es waren circa 25 Bürger zur Sitzung erschienen - waren die Wahlen aber eher zweitrangig. Eindeutig mehr, wie aus den zahlreichen Wortmeldungen entnommen werden konnte, interessierte sie der Fortgang der Straßenbauarbeiten am Alten Heerweg, an der Ysenburger Straße und an den Mauergärten. »Wir wurden, wenn überhaupt, dann erst im allerletzten Moment informiert«, erregte sich ein Anwohner. Der Baubeginn sei beispielsweise so plötzlich erfolgt, dass manche Anlieger nicht mal mehr ihre Autos aus den Garagen fahren konnten. »Auch heute gibt es zum Teil 30 Zentimeter breite Gräben auf den Bürgersteigen, die gerade für uns alte Menschen sehr gefährlich sind«, berichtete ein anderer Bürger.

Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU) hatte alle Hände voll zu tun, den Bürgern klarzumachen, dass auch die Stadtverwaltung über den Ablauf der Baustelle zeitweise sehr verwundert sei. So habe beispielsweise die Ovag mitten im Bauverlauf plötzlich erklärt, dass sie nun auch neue Leitungen für Stromanschlüsse legen wolle. »Das war so ursprünglich nicht geplant, und deshalb konnten wir die Anwohner nicht rechtzeitig vorwarnen«, meinte Schwaab. Die Stadt werde alles versuchen, dass es im zweiten und dritten Bauabschnitt besser mit der Kommunikation läuft. Ein weiterer Punkt waren die Aktivitäten der Biberfamilie am Heitzhöferbach nahe dem Pfadfinderlager. Die Pfadfinder befürchten, dass das durch die Biber aufgestaute Wasser demnächst ihren Lagerplatz unter Wasser setzt. Laut Schwaab gebe es dazu Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde.

Um die Beeinträchtigungen zu minimieren, wurde die Baumaßnahme, die sich über die Alte Heerstraße und Rodheimer Straße erstreckt, in vier Bauabschnitte unterteilt. In diesen Bereichen wird zuerst von den Stadtwerken die Trinkwasserleitung erneuert. Im Abschnitt Steingasse/Martins- kirchgasse wird auch der Kanal erneuert. Hessen Mobil wird die Fahrbahn sanieren, die Stadt die Gehwege und Bushaltestellen (auch die in der Sauerbornstraße) behindertengerecht ausbauen. Zudem verlegt die Ovag neue Stromleitungen. jwn

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare