Bürgermeister Guido Rahn erläuert während der Ortsbegehung am Bürgerhaus, was die Stadt für den Stadtteil Okarben investieren wird. Hier zeigt er eine Skizze für den seit Langem geforderten barrierefreien Zugang zum Bürgerhaus.
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Bürgermeister Guido Rahn erläuert während der Ortsbegehung am Bürgerhaus, was die Stadt für den Stadtteil Okarben investieren wird. Hier zeigt er eine Skizze für den seit Langem geforderten barrierefreien Zugang zum Bürgerhaus.

Demo wirkt nach

Ortsbegehung in Okarben: Das fordert der Ortsbeirat

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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An der Ortsbegehung in Okarben hat auch der Bürgermeister teilgenommen. Die Demonstration der Bürgerinitiative wirkt immer noch nach und auch ein neues Thema sorgt für Ärger.

Bei vielen Ortsbeiratssitzungen der vergangenen Jahre hatte sich der Unmut der Bürger gezeigt: Vierter Abschnitt der Hauptstraße nicht saniert, Gehwege nicht abgesenkt, Bürgerhauszugang nicht barrierefrei gestaltet. Nach Ansicht einiger Ortsbeiräte ist die Liste nicht abgearbeiteter Projekte in dem Ortsteil lang. Die Unzufriedenheit mündete in der Gründung einer Bürgerinitiative mit Kundgebung Mitte März. Sehr zum Unmut des Bürgermeisters Guido Rahn (CDU), der die Kritik als nicht gerechtfertigt zurückwies und auf diverse Projekte in Okarben verwies, die die Stadt bereits erfüllt habe bzw. dabei sei anzugehen.

Diese Vorgeschichte wirkt bis in diese Tage nach. Deshalb hatte sich Rahn entschlossen, selber bei der jüngsten Ortsbegehung aufzutauchen. Eine richtige Entscheidung, wie sich schnell zeigte. Denn Ortsvorsteher Karlheinz Gangel (CDU) sagte in seiner Begrüßung, dass in Okarben zwar »viele Sachen gemacht worden« seien, aber »viele Sachen sind eben auch nicht gemacht worden«. Er teilte die Ansicht des Bürgermeisters, dass die Stadt in sieben Stadtteilen nicht alles machen könne. Stadtweit gesehen sei die Sanierung der Hauptstraße »nicht das allergrößte Problem«. Zudem hätten die Anlieger vor zwei Jahren noch Straßenbeiträge zahlen müssen, wäre die Straße grundhaft saniert worden.

Okarben: Bürgermeister zeigt Terminplanung von Stadt und Stadtwerken 

Hier hakte das Stadtoberhaupt ein. Er zeigte in die versammelte Runde vor dem Bürgerhaus die Terminplanung von Stadt und Stadtwerken für die Hauptstraße. Die Sanierung erfolge im kommenden Jahr. Die Stadtwerke hätten bereits die Kanäle untersucht. »Wir werden den letzten Abschnitt der Straße grundlegend sanieren, Kanal, Wasser, Gehwege und Straße werden gemacht.« Er verwies nochmals darauf, dass man wegen Hessen Mobil zunächst in Groß- und Klein-Karben die Ortsdurchfahrten habe sanieren müssen. »Es hätte doch niemand verstanden, wenn Hessen Mobil die Fahrbahn der Bahnhofstraße erneuert hätte und wir dann ein Jahr später die Gehwege gemacht hätten.« Deshalb habe man alles zusammen gemacht, habe dafür anderes zurückstellen müssen. »Wir können einfach nicht alles gleichzeitig machen.«

Okarben: Streit über Eingang zur Trauerhalle

Der Bürgermeister ging auch auf die häufige Kritik am Friedhof ein. Man werde den Hauptweg sanieren und zudem den Platz vor dem Brunnen neu gestalten. Dazu zeigte er eine Skizze herum, wie das aussehen soll.

Auch am barrierefreien Zugang für das Bürgerhaus arbeite man. Rahn präsentierte einen fertigen Plan für eine schräge Auffahrt vom Parkplatz aus entlang der Gaststätte ins Bürgerhaus. »Wenn Sie heute Abend zustimmen, können wir die Arbeiten morgen beauftragen.« Die Ortsbeiratsmitglieder stimmten sofort dafür.

Okarben: Gegen Standort für Recyclinghof

Als es jedoch um die Trauerhalle ging, gerieten Rahn und Gangel aneinander. Der Bürgermeister berichtete, das Stadtbauamt habe einen Kostenvoranschlag für das Versetzen der Eingangstür zur Trauerhalle eingeholt. Der Ortsvorsteher ging dazwischen: »Es ging nie um das Versetzen der Eingangstür. Wir wollen dort eine zweite Tür oder einen Windfang.« Rahn konterte, eine zweite Tür würde zwischen 8000 und 10 000 Euro kosten. Das Thema wurde bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt.

Die Emotionen schlugen auch hoch, als es um den künftigen Standort für den Recyclinghof ging. Offenbar wird ein solcher Wertstoffhof im Gewerbegebiet Am Spitzacker abgelehnt. Die Berichterstattung dieser Zeitung hatte die Okärber aufgeschreckt. Viele sehen eine künftige Lärmbelästigung und fragen sich, wie die »Flut von an- und abfahrenden Fahrzeugen« dort bewältigt werden könne. Zudem sei die Straße so schmal, dass große Lastwagen dort nicht wenden könnten. Das bestritt der Bürgermeister, der angesichts weiterer Unmutsäußerungen sowohl von Ortsbeiratsmitgliedern als auch von Bürgern versprach, die Pläne einmal im Ortsbeirat vorstellen zu wollen. Zunächst sei erst das Bebauungsplanverfahren begonnen worden. Es müssten noch Lärmschutz- und Verkehrsgutachten eingeholt werden. »Lassen Sie uns doch zunächst einmal einen Plan machen, bisher existieren nur Skizzen.«

Okarben: Stadtbrandinspektor Christian Becker erläutert Pläne und Wünsche der Feuerwehr 

Als die Ortsbegehung endlich begann, war erste Station die Rückseite des Bürgerhauses. Dort erläuterte Stadtbrandinspektor Christian Becker die Pläne und Wünsche der Feuerwehr.

Weitere Stationen waren der Bornweg und die Untergasse. Hierzu lagen dem Ortsbeirat zwei Anfragen der Stadtpolizei vor. Den Bornweg will sie gerne als Einbahnstraße ausweisen. Eine Idee, der der Ortsbeirat zustimmte. Die Straße soll von der Hauptstraße her eingefahren werden können. In der Untergasse ging es um ein Halteverbot zwischen Feldstraße und Niddastraße. Laut Polizei werde dort wegen parkender Fahrzeuge der unbefestigte Randstreifen befahren, was zur Verschmutzung der Straße führe.

Dieses Anliegen lehnte der Ortsbeirat einstimmig ab. Der Bürgermeister fand es »befremdlich«, dass dort zu viele Autos parken. »Laut Bauantrag hat jeder einen Stellplatz auf seinem Grundstück.«

Okarben: Die Feuerwehr ist weiblicher geworden 

Die Okärber Feuerwehr ist weiblicher geworden. »Wir haben acht Frauen in der Feuerwehr«, sagte Stadtbrandinspektor Christian Becker bei der Begehung der Ortsbeirats. Deshalb werde im Hof der Stadtteilfeuerwehr ein schmaler Container für Sanitär und Umkleiden aufgestellt. Der passe genau, wie Messungen mit dem Fachdienst Bauen der Stadt ergeben hätten.

Laut Bürgermeister Guido Rahn wird die Stadt dafür zwischen 15 000 und 20 000 Euro investieren.

Wie im Hof des Gerätehauses ebenfalls deutlich wurde, will Feuerwehrchef Becker aber noch mehr von der Stadt. Ein zusätzliches neues Fahrzeug und ein neues Gerätehaus nennt er als zusätzliche Forderungen an die Stadt. Doch die setzt aber zunächst einmal andere Prioritäten, vor allem werde man in Petterweil ein neues Gerätehaus bauen. 

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