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Ein einladendes Entree: Gabriele Schurkus vor ihrem Neubau in Okarben. Hier will sie Seminare und Kurse anbieten, in denen Teilnehmer lernen ihre Wohnungen und Häuser aus einem Guss einzurichten.

Damit das Heim heimeliger wird

  • vonJürgen Schenk
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In Karben entsteht derzeit eine Akademie - eine »Design Academy«, um genau zu sein. Nach Aussage von Gründerin Gabriele Schurkus ist sie die erste ihrer Art in ganz Deutschland. Was genau hat sie vor in dem Neubau in Okarben?

Der Standort der Karbener Design Academy ist prägnant. Schon von der Nordumgehung aus ist das stattliche Haus an der Straße »Am Häuserbach« in Okarben gut zu erkennen. Von Nahem fällt direkt der Schriftzug »Karben Design Academy« ins Auge, der über dem Eingang prangt. Aber nicht nur das scheint die Neugierde vieler Passanten zu wecken. Auch die Programmhinweise auf der Glastür sowie die Ankündigung: »Eröffnung September 2021« tragen dazu bei.

Idee aus London mitgebracht

Hausherrin Gabriele Schurkus möchte mit dem Projekt eine Marktlücke füllen. Aus Großbritannien ist ihr das Angebot vertraut. Während eines Aufenthalts in London nutzte sie fürs Planen und Einrichten ihres Wohnzimmers den von einem Kaufhaus angebotenen »Interior Design Service«. In Deutschland konnte sich dieses Konzept bisher noch nicht durchsetzen. Interior Design umfasst die Bandbreite von Tätigkeiten beim Planen und Einrichten einer Immobilie. Handwerk, Technik und Ästhetik stehen gleichermaßen im Vordergrund. Also das klassische Spielfeld eines Innenarchitekten oder einer Innenarchitektin, könnte man meinen.

Es gibt einen Unterschied bei der Umsetzung, erklärt Gabriele Schurkus. Interior Design beschäftigte sich mit ganzheitlichen und doch individuellen Wohnkonzepten für die Menschen, zugeschnitten für jeden Einzelnen. »In London besuchte ich Workshops und war von der Beratung und den Planungshilfen begeistert«, sagt sie.

»Dann habe ich Interior Design studiert. Zurück in Deutschland hatte ich die Idee, in meinem Haus selbst Kurse anzubieten.« Mit ihrem Angebot möchte sie die Lücke zwischen Planern, Handwerkern, Fachgeschäften und Kunden schließen. Seit März vergangenen Jahres reifen die Planungen. »Die Corona-Pandemie wirkt sich dabei fast schon förderlich aus und zwar sowohl für mich selbst, als auch für die Zielgruppe, die ich erreichen will«, sagt sie.

Zusammenarbeit mit Handwerkern

»Das kann einerseits eine junge Familie sein, die sich gerade irgendwo niedergelassen hat oder andererseits auch ein fest im Leben stehendes, älteres Ehepaar. Während der Corona-Krise haben viele Leute begonnen, ihr Zuhause umzugestalten«, ergänzt PR-Managerin Eva Mayer. Die beiden sprechen von 100 bereits gebuchten Kursen ab September. 30 Dozenten stünden nach derzeitigem Stand für Seminare zur Verfügung. Das seien allerdings keine Dozenten, sondern praxisnahe Fachleute aus dem Handwerk von Farbgestaltung bis Lifestyle, von Floristik bis Design. »In der nächsten Zeit gehen die Trainer erst mal selbst ins Training«, erzählt Schurkus. »Wir wollen, dass unsere Kunden am Ende des Tages mit einem fertigen Plan den Kurs verlassen. Ihre eigenen Ideen sollen bei uns den Feinschliff bekommen.« Vorgesehen seien Kurse, die vier Stunden dauern mit maximal zehn Personen.

Bei den veranschlagten Preisen scheint Exklusivität mit einzufließen. 59 Euro für einen Kinder- und Jugendkurs und 179 Euro für einen Planungskurs ruft sie auf. »Die Kursteilnehmer haben das Zepter jederzeit selbst in der Hand. Wir zeigen ihnen, wie sie ihr Zuhause nach den eigenen Wünschen gestalten und dabei auch Geld einsparen können«, sagt Schurkus.

Zurzeit wird in der künftigen Bildungsstätte ein Parkettboden verlegt. Die Arbeiten sollen in etwa in einem Monat abgeschlossen sein. Wenn die Entwicklung der Pandemie mitspiele, würden die ersten Kurse im September starten. Auf einen genauen Termin will sich die Gründerin noch nicht festlegen.

Gabriele Schurkus und Eva Mayer wollen eine Marktlücke schließen.

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