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Christian Becker ist neuer Stadtbrandinspektor

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Freut sich auf seine künftige Aufgabe: Karbens neuer Stadtbrandinspektor Christian Becker.
Freut sich auf seine künftige Aufgabe: Karbens neuer Stadtbrandinspektor Christian Becker. © Red

Karben (pm/ach). Christian Becker ist in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Karben mit sage und schreibe 100 Prozent der Stimmen zum neuen Stadtbrandinspektor gewählt worden. Er löst damit ab Freitag, 1. Juli, den langjährigen Stadtbrandinspektor Thomas Bier ab.

Der 56-jährige Bier hatte seit 15 Jahren das Amt inne und trat nicht mehr zur Wiederwahl an. Mit 60 Jahren sei laut Satzung nämlich mit dem aktiven Feuerwehrdienst Schluss, hatte Bier unlängst in einem Gespräch mit der WZ gesagt. Wollte er im Amt bleiben, müsste er beim Magistrat eine Verlängerung bis 65 Jahre beantragen und sich einer Untersuchung unterziehen. In seinem letzten Jahresbericht sprach Thomas Bier von »dem ruhigsten Jahr seit 15 Jahren«. 2015 habe man insgesamt nur zu 96 Einsätze ausrücken müssen. Im Vergleich zu 2014 sei dies ein Rückgang von 36 Prozent. Rund 40 Prozent der Einsätze im vergangenen Jahr seien Hilfeleistungen gewesen, erläuterte Bier. 21 Prozent seien ausgelöste Brandmeldeanlagen gewesen. Ausgerückt sei man zum größten Teil tagsüber. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens sei man nur in neun Prozent der Fälle ausgerückt. Die Feuerwehr Karben zählte zum Ende des Jahres 2015 insgesamt 178 Mitglieder, 18 davon seien Frauen.

Etwas Wehmut

Am Ende seines Berichtes blickte Bier auf seine Amtszeit zurück und zog eine Bilanz seiner Tätigkeit. Zu insgesamt 2253 Einsätzen sei die Feuerwehr Karben in dieser Zeit ausgerückt. Die Aufgaben seien von Jahr zu Jahr gewachsen. Zu Beginn seiner ersten Amtszeit habe man schon über den Digitalfunk gesprochen, eingeführt worden sei er jedoch erst am Ende seiner letzten Amtsperiode.

Mit etwas Wehmut und gerührt sprach Bier seine Abschiedsworte. Zum Dank und als Anerkennung für seine Leistung standen alle Feuerwehrleute auf und applaudierten ihm. Bier ist Mitglied der Feuerwehr Karben Mitte und wird dieser auch weiterhin treu bleiben, obwohl er schon Angebote von der »Alters- und Ehrenabteilung« bekommen habe. Bier wurde mit dem silbernen Ehrenkreuz ausgezeichnet.

Nachdem der stellvertretende Stadtjugendwart Hartmut Töpfer seinen Jahresbericht der Jugendfeuerwehr verlesen hatte und es einige Neuaufnahmen sowie Beförderungen gab, schritten die Versammelten zum Tagesordnungspunkt »Wahl eines neuen Stadtbrandinspektors«.

Zur Wahl stellte sich der bisherige stellvertretende Stadtbrandinspektor Christian Becker von der Okarbener Feuerwehr. Vor der Wahl hielt Becker eine für sich werbende Ansprache. Die Aufgabe werde ihm Spaß machen, sagte er. Die »Motivation kommt durch die Mannschaft«, betonte Becker. Für ihn sei Feuerwehr, wenn »alle an einem Strang ziehen«. »Stadtbrandinspektor ist keine One-Man-Show«, betonte Becker.

Im positiven Sinne geschockt

Und dann wurde er ohne Gegenstimme zum Stadtbrandinspektor gewählt – sichtlich überrascht über dieses eindeutige Ergebnis. »Ich bin geschockt – im positiven Sinne. Mir fehlen die Worte«, sagte Becker. Dass ein Stadtbrandinspektor mit 100 Prozent gewählt wurde, ist ein Novum in der Geschichte der Karbener Wehr.

Und sein Stellvertreter erzielte ein fast gleichstarkes Ergebnis. Christoph Häusler von der Feuerwehr Karben-Mitte wurde mit 99 Prozent der Stimmen, bei einer Enthaltung, in sein Amt gewählt. Häusler war zuvor jahrelang Jugendwart der ehemaligen Wehr Klein-Karben, arbeitete dort schon mit Becker, der ebenfalls zur damaligen Zeit Jugendwart in Okarben war, eng zusammen. Seit der Zusammenlegung zur Wehr Karben-Mitte ist Häusler dort der stellvertretende Wehrführer.

Resümee der Brandschützer: Mit Becker und Häusler ist nun ein mit 30 Jahren sehr junges Team an der Feuerwehrspitze. Auch Bürgermeister Guido Rahn beglückwünschte das neue Stadtbrandinspektorteam. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Zu den Tätigkeiten des Stadtbrandinspektors gehören die Bereiche Personalführung und Organisationsplanung mit dem Ziel, die Einsatzbereitschaft der Karbener Wehren sicherzustellen.

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