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Heidrun Roßmus und Helge Gottschalk leeren im Bezirk Kloppenheim die erste Wahlurne.

Hessenwahl 2021

Kommunalwahl in Karben: CDU muss Federn lassen, AfD im Parlament

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Karben hat bei der Kommunalwahl ein neues Stadtparlament gewählt. Die ersten Ergebnisse des Abends zeigten deutliche Trends.

Karben – So viele bunte Wahlflyer wie dieses Jahr haben die Karbenerinnen und Karbener selten in die Briefkästen bekommen. Die wahlkämpfenden Parteien haben die guten alten Flyer wiederentdeckt. Auch der Plakatwahlkampf war deutlich sichtbar, vor allem an Hauptstraßen, Kreuzungen und Kreisverkehren. Parallel dazu lief der Wahlkampf im Netz, die sozialen Netzwerke wurden eifrig bespielt.

Denn diese Kommunalwahlen haben unter besonderen Bedingungen stattgefunden. Die Corona-Pandemie machte einen Strategiewechsel erforderlich, denn die direkte Ansprache der Wählerinnen und Wähler mittels Straßenwahlkampf fehlte weitgehend.

Kommunalwahl in Karben: Stärkere Wahlbeteiligung als 2016

Die Pandemie ließ aber auch die Wähler umdenken. Deutlich mehr Wahlscheine als je zuvor wurden für die Briefwahl beantragt. In Karben entschieden sich 41,5 Prozent dafür, ihre Kreuzchen in der warmen Stube zu machen. Dennoch gingen am Sonntag noch viele in die Wahllokale, so dass für Karben eine Wahlbeteiligung von rund 60 Prozent registriert wurde. Die lag somit sogar noch fünf Prozentpunkte höher als 2016.

Nach dem Glockenschlag 18 Uhr ging die Auszählung los. In vier Räumen des Bürgerzentrums und drei weiteren Räumen der Beratungsstelle der Stadt neben dem Rathaus saßen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hinter Stapeln von Wahlbriefen, die sie öffneten.

Danach wurde sortiert: in Wahlzettel, auf denen ausschließlich ein Listenkreuz gemacht worden war, und diejenigen, auf denen noch weitere Kreuze bei Kandidaten gemacht wurden. Die Zettel, auf denen außer der Liste noch Namen angekreuzt worden sind, werden erst ab morgen im Rathaus ausgewertet.

Kommunalwahl in Karben: Freude bei den Grünen

Gegen Abend zeichnete sich aber ein erster Trend bei den Listenstimmen ab. Der sieht Verluste für die in Berlin regierenden Parteien von CDU und SPD vor, während die Grünen kräftig dazugewinnen konnten. Leichte Zugewinne verbuchten auch die Freien Wähler. Die FDP lag gestern Abend bei knapp vier Prozent Listenstimmen. Nun wird es auf die Auszählung der Personenstimmen ankommen, ob sich dieses erste Trendergebnis bestätigen wird. Höchstwahrscheinlich wird die Karbener Stadtverordnetenversammlung in der nächsten Wahlperiode ein wenig bunter, denn für die AfD wurden über 4,3 Prozent verbucht, womit sie am späteren Abend vor FDP und Linken lag.

Große Freude herrschte bei Lindon Zena, dem Sprecher der Grünen. Das sei ein sehr gutes Ergebnis. Er führte dies auf die »allgemeine Stimmung für den Klimaschutz« zurück. Zufrieden war auch FW-Sprecherin Laura Macho. »Wir haben die Themen aufgegriffen, die die Menschen vor Ort berühren«, sagte sie. »Wir haben die lokalen Themen gut besetzt.« Bei der Auszählung der Personenstimmen würden die Freien Wähler noch mehr zulegen.

Als »ganz gut« bezeichnete CDU-Vorsitzender Mario Beck das Trendergebnis. Man wisse auch aus den beiden Landtagswahlen vom Sonntag, dass die Amtsinhaber stark seien. Da die CDU ihren Wahlkampf »ein Stückweit auf den beliebten Bürgermeister Guido Rahn aufgebaut hat, werden wir auch noch ein besseres Ergebnis erzielen.«

Die SPD-Vorsitzende Nora Zado meinte, man freue sich, dass die Grünen so stark seien, prinzipiell können sie sich eine Zusammenarbeit mit der Partei gut vorstellen. »Mehr als schade« findet sie den Einzug der AfD in die Stadtverordnetenversammlung. (pe)

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