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Frühblüher schmücken Beete in der Nähe des Rathauses. Melanie Jakob zeigt eine der blühenden Oasen mit Kaiserkronen, Tulpen und Narzissen. Nun werden Karbens schönste Vorgärten gesucht. Der Wettbewerb läuft bis Ende August.

Wettbewerb

Beim wem blüht’s am schönsten?

  • vonJürgen Schenk
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Dass ein Wettbewerb Ansporn sein kann, ist keine neue Erkenntnis. Auf einen Effekt setzt nun die Stadt Karben. Gesucht werden die natürlichsten und schönsten Vorgärten in den Stadtteilen.

Der Garten-Contest läuft bereits seit Anfang April unter dem Titel »Blühende Vorgärten«. Er dauert bis zum 31. August. Nicht nur für die Einwohner in Karben soll die Aktion einen Mehrwert bringen. Auch die Tier- und Pflanzenwelt, und erst recht das Mikroklima im urbanen Raum, könnten von dem Ergebnis profitieren.

»Auch auf kleinen Flächen kann Großes entstehen«, gibt die Stadt Karben in ihrer Ankündigung als Motto aus. Mit einigen Tricks könne aus jedem Vorgarten ein lebhaftes Biotop werden. In Zeiten immer heißer werdender Sommer sei das ein wichtiger Aspekt und Wohlfühlfaktor.

Vorgärten als Klimaanalage

Organisatorin des gerade gestarteten Wettbewerbs ist die Umweltschutzbeauftragte, Melanie Jakob. Im Grünen und doch mitten in der Stadt stellt sie die Vorteile einer derartigen Bepflanzung vor. Von einer artenarmen Schotterwüste am Haus, die vermeintlich viel einfacher zu pflegen sei, rät sie eher ab.

»Ein Vorgarten sollte mehr als das sein«, verdeutlicht die Garten- und Landschaftsarchitektin. »Besonders im Sommer, wenn die Sonne tagsüber richtig aufheizt, kann ein grüner und blühender Vorgarten als natürliche Klimaanlage dienen und Schatten spenden. Wasser wird gespeichert und kühlt die Umgebung«, erklärt sie. »In Ballungsräumen, aber auch in ländlichen Regionen, sorgt das vor allem nachts für Abkühlung. Das steigert das Wohlbefinden der Menschen. Außerdem finden viele Tiere einen passenden Lebensraum.«

Genau diese Effekte strebt die Stadt Karben jetzt an. Der von ihr ausgelobte Wettbewerb soll nicht zuletzt in den zahlreichen Neubaugebieten Früchte tragen. Junge Familien hätten oft wenig Zeit für solche Dinge, weiß Melanie Jakob. Gerade deshalb sei ein Anreiz zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Verbesserung des Stadtklimas wichtig. »Ein Vorgarten sollte nicht nur eine Schotterfläche mit Briefkasten und Klingelschild sein«, findet sie.

Doch wie müsste das »Paradebeispiel« eines schönen Vorgartens eigentlich ausschauen? Was braucht es, um am Ende des Sommers eventuell prämiert zu werden? Natürlich gibt es auch dazu klare Vorstellungen und Kriterien seitens der Veranstalterin. Grundsätzlich müsste der Bereich naturnah und ausgewogen gestaltet sein, mit Pflanzen, die am besten das ganze Jahr über blühen.

Je nach Jahreszeit würden sich für eine schöne Begrünung beispielsweise jetzt im Frühjahr Osterglocken, Maiglöckchen, Frauenmantel oder Liguster eignen. »Also gebietsheimische Pflanzenarten«, erklärt Jakob. »Wenig gepflasterte Stellen, Insektenhotels, Totholzreste für die Tiere, eine grüne Hausfassade als Nistmöglichkeit, einfach eine gute Mischung von allem sind Kriterien, die zur Beurteilung infrage kommen. Der Vorgarten sollte einfach ein Hingucker sein.« Am Ende wird die Entscheidung mehr oder weniger im Auge des Betrachters liegen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karben sind jedenfalls eingeladen, bis Ende August aussagekräftige Fotos und eine Kurzbeschreibung ihres Objektes bei der Stadtverwaltung per E-Mail einzureichen. Die Fotos können die Entwicklung der Beete vom Frühjahr bis zum Sommer zeigen.

Online-Abstimmung ermittelt Sieger

Bewerbungen können per E-Mail oder auf dem herkömmlichen Postweg an den Fachbereich 5 geschickt werden. Anschließend wird eine Fachjury aus allen Einsendungen die besten zehn auswählen.

Diesem Gremium gehören Melanie Jakob, Sylvia Neitzel vom BUND sowie Eric Rau vom Karbener Wertstoffhof an. Über die Plätze eins bis fünf darf schlussendlich die Bevölkerung in einem Online-Voting auf den Social-Media-Seiten der Stadt Karben entscheiden. Für alle Teilnehmer hat die Umweltbeauftragte noch einen Tipp parat: »Es können uns auch mehrere Bilder zugesandt werden, die die Entwicklung des Vorgartens in verschiedenen Phasen dokumentieren. Der Zeitraum von Frühjahr bis Spätsommer macht das ja möglich.«

Mitmachen bis Ende August

Fotos und eine Kurzbeschreibung des eigenen Gartens können bis zum 31. August per E-Mail an info@karben.de oder per Post an die Stadtverwaltung geschickt werden. Eine Jury kürt dann die zehn besten Gärten, die ins Online-Voting gehen. Dem Gewinner winkt eine Prämie von 500 Euro für die weiteren Plätze sind 400, 300, 200 und 100 Euro ausgelobt. jsl

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