Woher kam der Schlamm, der im Juni die Vilbeler, Falkensteiner- und angrenzende Straßen überschwemmt hat? Beim Ortsrundgang schauen sich die Teilnehmer die Felder am Südrand des Ortes an.
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Woher kam der Schlamm, der im Juni die Vilbeler, Falkensteiner- und angrenzende Straßen überschwemmt hat? Beim Ortsrundgang schauen sich die Teilnehmer die Felder am Südrand des Ortes an.

Baugebiet mit Kita und Feuerwehr

  • vonChristine Fauerbach
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Karben(cf). Das Interesse an der Ortsbegehung des Ortsbeirats Petterweil war groß. 35 Bürger und Erster Stadtrat Friedrich Schwaab nahmen daran teil. Eine der Stationen war die mitten im Ortskern gelegene städtische Kita. Sie ist mit 100 Kindern voll belegt, informierte das Petterweiler Ortsbeiratsmitglied, der Stadtverordnete und CDU-Fraktionsvize Albrecht Gauterin. Durch den absehbaren Zuzug von Familien ins Neubaugebiet müsse die Stadt handeln. Platz für eine weitere Gruppe mit 30 oder mehr Kindern werde benötigt. Vor allem da der jetzige Standort für eine Erweiterung zu klein sei. Deshalb biete sich eine Verlagerung des Kindergartens wie auch der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) ins Neubaugebiet "Nördlich der Fuchslöcher" an.

Mit Blick auf die Überschwemmungen infolge des Starkregens betonte Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU), dass "der Kanal nicht verstopft war". Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes waren innerhalb von 30 Minuten 70,6 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Im Vergleich dazu betrug die Niederschlagsmenge 2017 im ganzen Jahr 750 Liter pro Quadratmeter. "Der Deutsche Wetterdienst schätzt den Starkregen als Jahrhundertniederschlagsereignis ein", sagte der Erste Stadtrat.

Starkregen: Stadt holt Experten

Ortsvorsteher Adolf Koch (SPD) erläuterte, dass die Ursache für die Überflutung ein Rückstau gewesen sei. "Der Kanal konnte die Wassermassen nicht komplett aufnehmen." Zwar müsse sich jeder Hausbesitzer gegen Rückstau selbst schützen, die Stadt diskutiere mit Experten aber verschiedene Maßnahmen wie etwa Möglichkeiten des Sedimentmanagements, Rückhaltebecken, Gespräche mit den beiden Landwirten der betroffenen Felder sowie geeignete flankierende Bepflanzungen seitlich der beiden Äcker.

Die vom Starkregen betroffenen Grundstückseigentümer sollen schriftlich über die Planungen informiert werden. Zudem ist eine Informationsveranstaltung angedacht, teilte der Erste Stadtrat mit.

Der Siedlungsdruck in der Rhein-Main-Region ist nach wie vor ungebrochen. Die Nachfrage nach Wohnraum ist auch in Karben groß. Der Stadt liegen mehr als 150 konkrete Anfragen zur Errichtung oder dem Erwerb von Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften vor. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im April vergangenen Jahres die Ausweisung des Neubaugebietes im östlichen Anschluss an die bisherige Siedlungslage östlich der Arnsburger und südlich der Sauerbornstraße beschlossen.

Neubaugebiet fast sieben Hektar groß

Das Plangebiet wird durch Einbeziehung der nördlich an die Sauerbornstraße angrenzenden Flurstücke um 2,84 Hektar vergrößert. Damit hat das Neubaugebiet "Nördlich der Fuchslöcher" eine Gesamtgröße von 6,54 Hektar. Bis zum Herbst sollen die Gespräche mit den Fachbehörden abgeschlossen sein und es ist die Offenlegung des ersten Entwurfes geplant. Mit der Parzellierung und dem Verkauf der Flächen wird seitens der Stadt ab Ende des Jahres gerechnet.

Untersuchungen der Archäologen seien auf den Flächen abgeschlossen, jetzt liefen Artenschutzuntersuchungen, vor allem zum Vorkommen der Rauchschwalbe auf dem Gelände Klötzl. Derzeit verhandelt die Stadt nach Angaben Schwaabs mit den Eigentümern über den Erwerb des Reiterhofs.

Im Neubaugebiet sollen nach Parlamentsbeschluss 50 Prozent der Bebauung für Mehrfamilienhäuser zur Verfügung stehen, davon zehn Prozent für sozial geförderten Wohnraum. Mehrfamilienhäuser im Geschosswohnungsbau sind südwestlich und nordöstlich der Sauerbornstraße geplant, im Norden und im Süden sind zudem Reihenhäuser sowie Doppelhäuser vorgesehen. Grundstücksflächen für den Eigenheimbau mit Ein- bis Zweifamilienhäusern sind in den Randbereichen angeordnet.

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