Die Stadt will die gebührenpflichtige Parkzeit an den Bahnhöfen verkürzen. Erst im Oktober war eine Gebührenpflicht an den beiden Bahnhöfen eingeführt worden. 	FOTOS: PE
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Die Stadt will die gebührenpflichtige Parkzeit an den Bahnhöfen verkürzen. Erst im Oktober war eine Gebührenpflicht an den beiden Bahnhöfen eingeführt worden. FOTOS: PE

Neue Regelung

Bahnhöfe in Karben: Länger parken ohne Gebühren wird möglich

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Wer an den beiden Karbener S-Bahnhöfen als Pendler sein Auto parken will, muss seit Oktober Gebühren zahlen. Mit den gebührenpflichtigen Zeiten gibt es Probleme. Die Stadt will etwas verändern.

Momentan ist nicht viel los an den Bahnhöfen. Weil viele Berufstätige wegen der Corona-Pandemie entweder gar nicht oder im Homeoffice arbeiten, bleiben viele Stellplätze leer. Dennoch gilt für die wenigen Pendler, die noch mit dem Auto zum Bahnhof fahren, dass sie ein Tagesticket ziehen müssen. Die Stadt hat die gebührenpflichtige Parkzeit von 5 Uhr morgens bis 19 Uhr abends festgelegt. Weil etliche aber nicht bereit sind, fürs Parken zu zahlen, haben sie sich Parkplätze in den nahen Wohngebieten gesucht.

»Wir beobachten das insbesondere auf der Kloppenheimer Seite«, weiß der Fachdienstleiter der Stadtpolizei, Manuel Pena Bermúdes. »Nachmittags kommen die Anwohner zurück und wollen die Autos in ihrer Straße parken. Aber die sind dann blockiert von Pendlern«, schildert er das Problem.

Wer beispielsweise um 16 Uhr nach Hause kommt, müsste dann auf die freien Parkplätze am Bahnhof ausweichen. Und somit fürs Parken zahlen. »Deswegen haben wir uns überlegt, die gebührenpflichtige Parkzeit zu reduzieren«, sagt Pena auf Anfrage dieser Zeitung. Statt bis um 19 Uhr soll nur noch bis um 16 Uhr zu zahlen sein.

Parken in Karben: Diskussion im Parlament

Ein Euro ist fällig, wenn man einen der Pendlerparkplätze an den Bahnhöfen belegen will. Abends und an den Wochenenden ist immer freies Parken erlaubt, so wie viele Jahre zuvor es an allen Tagen war. Da der Parkplatzdruck aber zu groß geworden war und viele Pendler keinen Stellplatz mehr gefunden hatten, hatte die Stadt auf Beschluss der Kommunalpolitik diese Gebührenregelung eingeführt. Jetzt muss sich das Stadtparlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Saal des Bürgerzentrums erneut damit befassen. Denn der Magistrat legt einen ersten Nachtrag zur Parkgebührensatzung vor, der die neuen gebührenpflichtigen Parkzeiten vorsieht.

Gelten soll die Regelung ab dem 1. Juli. »Wir brauchen noch ein wenig Vorlauf, um die Schilder zu ändern«, sagt der Fachdienstleiter. Außerdem müsse die Firma, die die Parkautomaten programmiert, etwas Vorlaufzeit haben, um die gebührenpflichtigen Zeiten einzugeben.

Die Stadtverordneten finden aber nicht nur die Vorlage der Stadt bezüglich der Parkgebühren an den Bahnhöfen auf der Tagesordnung, sondern auch einen Antrag der FDP. »Unsere Gedanken haben sich überschnitten«, sagt Pena. Denn der liberale Stadtverordnete Oliver Feyl hatte ähnliche Ideen und ebenfalls eine Verkürzung der gebührenpflichtigen Zeit gefordert.

Außerdem kritisiert er den Standort des Parkscheinautomaten am China-Imbiss. Der sei sehr ungünstig, da er nicht in Laufrichtung zum S-Bahnsteig liege. »Die Nutzer müssen einen etwa 50 Meter längeren Weg bewältigen, um die Karte zu ziehen, zum Auto zu laufen und dann zur S-Bahn zu gelangen«, sagt Feyl.

Parken in Karben: Stadt überprüft Standorte

»An dem Problem arbeiten wir«, sagt Fachdienstleiter Pena. Im Laufe dieses Sommers würden alle Standorte der Automaten überprüft. Einige Aufstellorte seien ungünstig, sagt er. So habe man an einigen Automaten eine zusätzliche Beleuchtung angebracht. Zudem sei der eine oder andere Automat so platziert, dass Leute auf der Fahrbahn stünden.

Der FDP-Stadtverordnete moniert schließlich, dass auf der Kloppenheimer Seite ein Holzzaun um den P+R-Platz stehe. Das bedeute rund 40 Meter Laufweg für diejenigen, die sich einen Parkschein ziehen wollen. Der Politiker fordert die Öffnung des Zauns in Höhe des Fahrradabstellplatzes.

Da der Zaun nur aus Pfosten und einem darübergelegten Balken bestehe, sollte die Realisierung nur geringe Kosten verursachen.

Parken in Karben: P+R-Plätze im Parlament

Mit den Parkgebühren an den Pendlerparkplätzen und den Automaten befasst sich am Mittwoch, 27. Mai, um 19.30 Uhr zunächst der Haupt- und Finanzausschuss und am Donnerstag, 28. Mai, um 20 Uhr die Stadtverordnetenversammlung, getagt wird im Bürgerzentrum.

Kommentar von Holger Pegelow

Es ist gut, dass sich Stadtverordnete und Verwaltung mit den seit Herbst erhobenen Parkgebühren an den S-Bahnhöfen befassen. Die Einführung der Gebühren nach dem Modell anderer Kommunen war wegen des stärker werdenden Parkdrucks und der Möglichkeit, per Bus zur S-Bahn zu fahren, durchaus geboten und richtig. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wegen der Corona-Pandemie arbeiten viele zu Hause oder gar nicht. Deshalb sind nur noch rund 20 Prozent der Plätze belegt. Wenn kein Parkdruck mehr herrscht und viele Menschen ohnehin wirtschaftlich gebeutelt sind, wäre es doch ein gutes Signal, die Gebühren vorübergehend auszusetzen. Eine Überlegung wäre es allemal wert, zumal aktuell die wenigen Einnahmen die Kosten wohl kaum decken.

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