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Azubis: Bbw und Satis&Fy kooperieren

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Beim international tätigen Eventdienstleister Satis & Fy in Karben zu arbeiten, ist für viele Ehre und Herausforderung zugleich. 20 Auszubildende des Berufsbildungswerks Südhessen haben jetzt Gelegenheit dazu. Was gehört zu ihren Aufgaben?

V orsichtig hebt Mikail Kalem den hölzernen Rahmen hoch, sein Ausbilder Friedrich Konert packt mit an. Zum Vorschein kommt eine schwarze Kiste. Sie beinhaltet Material eines Auftraggebers, das beim Karbener Eventdienstleister Satis&Fy gelagert wird. Alles ist hier sortiert und gut organisiert. In diesem Lager absolviert Mikail Kalem gerade seine Ausbildung zum Facharbeiter für Lagerlogistik. Das Besondere daran: Der 22-Jährige kommt vom Berufsbildungswerk Südhessen (Bbw). Bei Satis&Fy arbeitet er im Rahmen der verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken. Insgesamt sind seit März 17 Azubis aus der Bbw-Lagerlogistik bei dem international tätigen Dienstleister für Veranstaltungen aller Art tätig. Hinzu kommen drei Auszubildende für Bürokommunikation.

Idee stammt aus der Mitarbeiterschaft

Die 20 jungen Leute sind die ersten Auszubildenden, die im Rahmen einer vertraglich vereinbarten Kooperation bei Satis&Fy arbeiten. Die Idee dazu stamme aus der Mitarbeiterschaft, sagt Vorstand Nico Ubenauf. Federführend war hier Ausbildungsleiter Kai Bilges, der zusammen mit anderen beim Herbstfest des Bbw Südhessen war und sich nach eigenen Angaben daran erinnert hat, dass einmal eine Kooperation zwischen dem Bbw und der Firma angedacht gewesen sei. In den Folgewochen wurde aus der Idee und vielen Gesprächen eine offizielle Zusammenarbeit. Noch vor Weihnachten vergangenen Jahres wurde der Vertrag über das Projekt unterzeichnet.

"Für die Auszubildenden ist das eine tolle Sache", sagt Ausbildungsleiter Ralf Heiß. Denn hier seien sie in den Arbeitsprozess eingebunden. "Dadurch erhöhen wir die Beschäftigungsfähigkeit", betont er in einer Pressekonferenz, auf der das Projekt vorgestellt wurde. Die Ausbildung erlange so "eine ganz andere Ernsthaftigkeit".

Elfmonatige Berufsfindungsphase absolviert

Doch bevor die 20 jungen Leute zum Eventdienstleister gekommen sind, haben sie eine elfmonatige Berufsfindungsphase absolviert. Die ist beim Berufsbildungswerk obligatorisch, um herauszufinden, wofür die jungen Leute mit Einschränkungen geeignet sind. Drei Gruppen werden hier unterschieden: Lernbehinderte, Autisten und psychisch Kranke. Nach der Berufsfindungsphase sind diese 20 ausgewählt worden für die praxisbezogene Ausbildung bei Satis & Fy.

Wie eng die Verzahnung zwischen der Firma und dem Bbw ist, zeigt sich daran, dass an vier Tagen Ausbilder des Bbw bei Satis & Fy sind und außerdem die Ausbilder des Eventdienstleisters im Berufsbildungswerk geschult wurden. "Für uns ist das nämlich auch Neuland", sagt Bilges, der inzwischen gelernt hat, mit manchen Eigentümlichkeiten der Azubis umzugehen, weil er sie jetzt verstehen kann.

Azubis voll zufrieden

Für beide Institutionen ist diese enge Kooperation ein Gewinn. Das Bbw hat eine Firma an der Hand, in der die Azubis quasi in Echtzeit und mit echten Aufgaben eingebunden sind. "Das kann keine Lehrfirma leisten", sagt Heiß. Und für den international tätigen Dienstleister besteht die Chance, fachlichen Nachwuchs heranzuziehen. Bilges und Ubenauf rechnen durchaus damit, "dass ein oder zwei der jetzigen Azubis einmal dauerhaft übernommen werden könnten".

So zufrieden wie die Verantwortlichen sind auch die Azubis selbst. Mikail Kalem, der bis Juli im Lager von Satis & Fy arbeiten und danach die Prüfung zum Fachlagerwirt ablegen will, fühlt sich hier wohl. "Die Arbeit entspricht voll und ganz meinem Interesse. Es macht hier viel Spa?, sagt er. In einer anderen Halle arbeitet Jonas Hennich. Der 21-Jährige absolviert gleichfalls eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. "Ich finde es gut, dass es hier so abwechslungsreich ist", sagt er. Sein Ausbilder Robert Kusch hat ihm schon einiges beigebracht, etwa, wie er das von Veranstaltungen zurückkommende Material sichtet und wieder an seinen korrekten Regalplatz zurücksortiert. Oder wie er prüft, ob eine Lautsprecherbox noch intakt ist.

Ausbildungsleiter Bilges zieht eine positive Zwischenbilanz: "Man braucht etwas Geduld, aber man gewinnt wirklich motivierte Teammitglieder."

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