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Mit der Azubi-App zum Erfolg

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Von: Holger Pegelow

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Vier Auszubildende des Karbener Conti-Automotive-Werkes haben sich beim Wettbewerb des Arbeitsgeberverbandes Hessenmetall für den landesweiten Entscheid der besten acht qualifiziert.

Bereits zum neunten Mal hat der Arbeitgeberverband der hessischen Metall- und Elektro-Industrie Hessenmetall den Nachwuchs seiner Mitgliedsunternehmen zum Innovationswettbewerb »M+Eine Zukunft« aufgerufen. Am Donnerstag haben 75 Jugendliche, Azubis und dual Studierende aus 20 Mitgliedsunternehmen, kreative Ideen eingereicht, die einerseits helfen, neue Auszubildende zu gewinnen, Arbeitsabläufe zu optimieren oder die Arbeitssicherheit zu verbessern und andererseits neu entwickelte Produkte oder Dienstleistungen vorzustellen.

Gleich acht von 25 Teams beschäftigten sich in ihren Wettbewerbsbeiträgen mit der Digitalisierung der Industrie. Im Kinopolis in Sulzbach/Taunus wählte die Jury aus jeder der vier Kategorien zwei Projektteams mit besonders innovativen Ansätzen aus, die am 22. Februar im Haus der Wirtschaft in Frankfurt ins Finale gehen werden.

Das Karbener Team um Ausbildungsleiter Hermann-Reinhold Diehl bewarb sich in der Kategorie »Administration und Personalmanagement«. Das Team der Continental Automotive GmbH aus Karben bilden die Auszubildenden Carlos Muñoz Gonzalez (19 Jahre), Sascha Kreiner (25), Patrick Güney (23) und Alexander Wohlrab (34).

Weil zur Industrie 4.0 auch eine Ausbildung 4.0 gehört, definiert das Team mit dem Projekt »SidA« auch das Smartphone als Arbeitsgerät in der Ausbildung. Auf einer eigens programmierten App finden Azubis ausbildungsrelevante Inhalte, Stundenpläne, Datenblätter zu Maschinen und vieles mehr. Die jungen Leute in dem Karbener Werk sind noch einen Schritt weitergegangen: Zusätzlich haben sie für die App eine Bluetooth-Steuerung entwickelt, mit der sich zum Beispiel Lichtschalter und Leinwände steuern lassen. Zudem können über sogenannte BLE-Beacons Maschinen in die App eingepflegt werden, um zum Beispiel Wartungsintervalle abzurufen oder sicherzustellen, dass eine Maschine sich nur starten lässt, wenn der Azubi auch eine Freigabe dafür besitzt.

Das innovative Projekt haben die Jugendlichen in einer von ihnen gestalteten rund zehn Minuten dauernden Powerpoint-Präsentation vorgestellt. Nach Angaben von Hessenmetall hat die Jury insbesondere die Verbindung von klassischen Ausbildungsinhalten mit modernen Ausbildungsinstrumenten überzeugt: »Eine App trifft den Zeitgeist, ist damit innovativ und zielgruppenorientiert. Damit wird der Einstieg in die digitale Ausbildung erfolgreich ermöglicht.«

Die Conti-Verantwortlichen haben nicht nur wegen des erfolgreichen Karbener Teams Grund zur Freude, sondern auch wegen eines Teams aus Bebra. Das hat sich ebenfalls für das Finale qualifiziert, mit einem Projekt, das gleichfalls den Bereich digitale Ausbildung betrifft.

Sie haben das »Schwarze Brett« modifiziert und durch ein elektronisches ersetzt. Relevante Informationen wie etwa Termine, Gesetze, Vorgaben, können dort übersichtlich dargestellt werden und allen Azubis handlungsorientiertes Lernen ermöglichen. Das Team entwarf zunächst ein geeignetes Gestell für Touchscreen und Rechner, die zusammen das digitale Schwarze Brett bilden. Die Vielzahl der Informationen wurde gesammelt und strukturiert, um sie über ein Menü schnell abrufen zu können. Inzwischen wurde das Produkt anderen Standorten und Unternehmen zum Kauf angeboten. In Karben hat man nach Angaben von Diehl so etwas schon. In der Ausbildung gebe es einen sogenannten Info-Monitor, der funktioniere wie das elektronische schwarze Brett in Bebra. »Hier hat jeder Azubi Zugriff auf alle Ausbildungsthemen und die neuesten Infos aus dem Werk.«

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