+
Die Stadtpolizei hat im Rahmen des Verkehrsversuches die gelben Linien in der Rendeler Straße aufgebracht. Jetzt sollen sie in Richtung der Gehwege verschoben werden, sodass die Autos nicht mehr ausschließlich auf der Straße halten. FOTO: HOLGER PEGELOW

Klein-Karben

Autos sollen wieder auf dem Gehweg parken

  • schließen

Mit gelben Linien hat die städtische Verkehrsbehörde in der Rendeler Straße in Klein-Karben Parkplatzbereiche markiert. Doch der Versuch ist bei Anwohnern nicht gut angekommen. Die Stadt tüftelt an einer anderen Lösung. Der Ärger scheint programmiert.

E s gibt Themen, die sind quasi Dauerbrenner im Ortsbeirat. In Klein-Karben geht es immer wieder um den Verkehr, teils um den fließenden, teils um den ruhenden, wie die Verkehrspolizei es ausdrückt. Die Probleme sind überall groß: Es gibt zu viele Autos, zu wenige Parkplätze. Hinzukommt, dass viele Straßen ziemlich eng sind. Ganz besonders problematisch ist der Anfang der Rendeler Straße. Wer Richtung Rendel unterwegs ist und die Rathausstraße passiert hat, kann es unschwer erkennen. Autos parken links und rechts, seit einigen Monaten aber versetzt. Die Stadt hat mit gelben Markierungen einen Versuch gestartet, die Parkplatzproblematik in den Griff zu kriegen.

Stadt will allen gerecht werden

Dabei geht es nicht nur darum, den zahlreichen Anwohnern einige Abstellmöglichkeiten für ihre Karossen zu bieten, sondern auch darum, den Verkehrsfluss in der relativ schmalen Ortsdurchfahrt zu hemmen. Deshalb hat die Stadtpolizei zwischen Rathausstraße und Marienstraße im Sommer versetzte Parkbuchten aufgebracht. Dabei wollte sie allen gerecht werden. So wurden Ein- und Ausfahrten freigehalten und Lücken geschaffen, in die Autos, Busse und Lastwagen hineinfahren können, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Denn Verkehrsplaner hatten der Stadt dazu geraten, die Autos auf der Fahrbahn zu lassen, um den Durchgangsverkehr zu hemmen. Zugleich mussten die Aufstellbereiche so gestaltet sein, dass auch die Linienbusse dort hineinfahren können.

Schon in einer Ortsbeiratssitzung im Herbst hatte es empörte Reaktionen einiger Anwohner gegeben. Die setzen sich bis heute fort, vor allem, weil seit Monaten nichts passiert, nachdem Peña im Ortsbeirat angekündigt hatte, dass der Versuch nochmal überarbeitet werde. Auch Anwohner Markus Schwittlinsky erinnert sich, dass die Stadt das Problem habe angehen wollen. "Ich als Anwohner in diesem Bereich kann jedoch feststellen, dass sich hier nichts ändert, geschweige denn überwacht wird." Von Montag bis Donnerstagabend seien die Ausweichbuchten zugeparkt. Man könne von der Stadt nicht verlangen, dass sie sich die Situation mal gegen 19 Uhr abends anschaut, schließlich sei es dann dunkel, merkt er ironisch an. Er habe auch gesehen, dass sich die Autofahrer mal wieder gegenseitig die Spiegel abgefahren hätten, "da sie nicht ausweichen wollten". Schwittlinsky hat ebenso "Bürgersteigfahren in hohem Tempo" beobachtet sowie "Sprints mit Vollgasanfahren in die Ausweichbuchten".

Größere Abstände der Buchten

Fachdienstleiter Manuel Peña führt das Winterwetter ins Feld, um zu erklären, warum die Markierungen noch nicht geändert wurden. Denn die Stadt will zwischen Rathausstraße und Marienstraße auf jeden Fall etwas ändern. "Die Grundidee mit den Parkbereichen bleibt erhalten." Der jetzige Versuch habe sich "in dieser Form aber nicht bewährt", sagt er.

Derzeit gingen die Überlegungen dahin, die Abstände zwischen den Parkplatzbuchten weiter zu machen. "Dabei soll aber kein Parkplatz verloren gehen", versucht er zu beruhigen. Doch auch die zweite neue Idee dürfte für Ärger sorgen: "Wir wollen die Parkplätze wieder auf den Gehweg verlegen, sodass mit zwei Rädern auf dem Gehweg geparkt werden muss." Man wisse, dass dies wieder zu höherem Tempo in der Ortsdurchfahrt führen werde. "Aber wir werden dafür den fließenden Verkehr dort massiver kontrollieren."

Wann genau in dem Abschnitt neu markiert wird, konnte er noch nicht sagen. Eines ist aber sicher: Die nächste Ortsbeiratssitzung dürfte wieder turbulent werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare