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Die neuen Parkscheinautomaten, die die Stadt an den Bahnhofsparkplätzen aufgestellt hat, sind schlecht beleuchtet und nicht ganz einfach zu bedienen. Pendler müssen für das Parken an den Bahnhöfen seit einigen Wochen bezahlen. An den Automaten gibt es Kritik. Fotos: Pegelow

Parktickets am Bahnhof

Parktickets: Automaten am Bahnhof sorgen für Ärger

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Was am Bad Vilbeler Bahnhof kinderleicht ist, bereitet am Karbener Bahnhof offenbar massive Probleme: die Bedienung der Parkscheinautomaten. Es gibt Klagen der Pendler.

Manche Bahn-Pendler haben schon Geld eingeworfen, als die neuen Parkscheinautomaten am Groß-Karbener Bahnhof noch gar nicht in Betrieb waren. Einen Parkschein für den Park-and-ride-Platz am Bahnhof haben sie dafür zwar nicht bekommen, aber das Geld war weg. Wer aber nun gedacht hat, mit der Inbetriebnahme der Parkticket-Automaten sei der Ärger vorbei, sieht sich getäuscht. Im Gegenteil: Nicht nur die Preisgestaltung bereitet Probleme, sondern auch die Bedienung der Automaten der angeblich neuesten Generation.

Vor dem 1. Oktober konnten die Pendler auf den P+R-Plätzen an den beiden Karbener Bahnhöfen kostenlos parken. Ein Luxus, den es bis dato nirgendwo sonst gab. Wer sein Auto am Bahnhof parkt, muss im Allgemeinen eine Gebühr bezahlen. Weil das den Karbener Politikern ungerecht erschien und zudem die Parkplätze schon morgens überfüllt waren, haben sie quasi zur Lenkung der Verkehrsströme eine Parkgebühr beschlossen.

Karben: Drei Tarife zur Auswahl

Während es im benachbarten Bad Vilbel täglich rund um die Uhr 50 Cent pro Tag kostet, um sein Auto am Bahnhof abzustellen, wollte man es in Karben anders machen. Einen Euro pro Tag und Auto muss berappen, wer nicht mit dem Bus oder dem Fahrrad zur S-Bahn fährt. Wer aber nur jemanden zur Bahn bringt oder dort abholt, soll nichts bezahlen, eine Stunde lang. Und dann gibt es noch die Möglichkeit, ein 30-Tage-Ticket zu erwerben, sodass man nur einmal pro Monat zahlen muss.

Da die Kommunalpolitik das so wollte, musste die Stadt Parkscheinautomaten bestellen, die quasi drei Tarife zur Auswahl haben: 0 Euro, 1 Euro oder 30 Euro. Kein Problem, sollte man meinen. Scheint es aber doch zu sein. Denn beim täglichen Handling gibt es Probleme.

"Ich weiß überhaupt nicht, wo ich hier drücken soll", sagt eine ältere Dame, die an diesem Morgen nach Frankfurt fahren möchte. "Ich habe schon Bedenken, wenn ich meinen Sohn am nächsten Montag zum Flughafen bringe. Am besten ziehe ich dafür jetzt schon mal einen Parkschein." Geht nicht, muss man der Dame zurufen. Vorausbuchen nicht möglich. Und dann beschreibt eine Familie aus Altenstadt, die morgens zum Bahnhof Karben fährt, einige weitere Probleme. Sie habe am Montagmorgen um 6 Uhr ein 30-Tage-Ticket ziehen wollen und dieses ausgewählt. "Als ich meine zwölf einzelnen Euromünzen hintereinander einwerfen wollte, kam beim eingeworfenen Betrag von elf Euro die Meldung ›Höchstbetrag erreicht‹ auf dem kleinen Display des schlecht ausgeleuchteten Parkscheinautomaten, ohne dass dieser abgebrochen werden konnte", schreibt Sandra Bolte. Zudem sei es eine Zumutung, dass an einem Parkautomaten keine Geldscheine, Girokarten, Kreditkarten, Handyzahlungen oder Münzen größer als einen Euro benutzt werden können und der Automat keine Abbruchtaste besitze.

Karben: Bald zahlen mit 2-Euro-Münzen

Dass der Automat beispielsweise keine 2-Euro-Münzen oder Scheine nimmt, haben auch andere Nutzer moniert.

Zudem haben Sandra Bolte und Jürgen Marquardt mal nachgerechnet. Das 30-Tage-Ticket beziehe sich auf Kalendertage, "obwohl laut Schildern an den Einfahrten nur an Werktagen das Entgelt zu entrichten ist". Die Altenstädter sehen hier eine "Abzocke auf Raten" durch die Stadt Karben.

Dass es bei den neuen Automaten Nachbesserungsbedarf gibt, ist auch den Verantwortlichen der Stadt klar. Denn Bürgermeister Guido Rahn (CDU) hatte bereits in der Sitzung der Stadtverordneten Ende Oktober angekündigt, dass die Automaten ab etwa Mitte November auch 2-Euro-Münzen annehmen würden. Damit können Pendler bald neben 10-, 20- und 50-Cent sowie 1-Euro-Münzen auch 2-Euro-Münzen einwerfen.

Für den Bürgermeister sind die Probleme wohl auch ein Handling-Fehler. Der Bedienfehler sei noch weiteren Nutzern passiert. Der Fehler liege darin begründet - so sei ihm geschildert worden -, dass die Tariftaste gedrückt wird, dann die Münzen eingeworfen werden und man die Tariftaste nochmals drückt.

"Man könne dann maximal elf Euro einwerfen und bekomme ein Ticket mit elf Werktagen Gültigkeit. Diese Regelung sei aber verbesserungsfähig. Die Stadt werde nochmals mit dem Hersteller sprechen.

Die von einigen angemahnte Handy-App ist laut Rahn zwar schon eingerichtet, aber noch nicht freigegeben, "da wir hier erst noch intern testen. Wir wollen nicht, dass hier weitere Unstimmigkeiten entstehen, wenn die App noch nicht richtig justiert ist." In Kürze solle diese App freigeschaltet und somit bargeldloses Bezahlen ermöglicht werden.

Die Pendler dürfen also gespannt sein, wann das Bezahlen reibungsloser als bisher laufen wird. Übrigens: Wer mit dem Bus oder dem Fahrrad zu den Bahnhöfen fährt, dürfte sich solchen Ärger ersparen.

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