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Ausstellung im Schloss warnt vor Rechtsextremismus

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Die Ausstellung »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen« wird im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Trausaal des Schlosses von Stadtrat Philipp von Leonhardi (stehend).
Die Ausstellung »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen« wird im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Trausaal des Schlosses von Stadtrat Philipp von Leonhardi (stehend). © Pegelow

Karben (pe). Was ist Demokratie? Welches Weltbild steckt hinter einer rechten Ideologie? Diesen und weiteren Fragen geht die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Titel »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen« nach, die mit einer kleinen Feierstunde im Trausaal des Degenfeldschen Schlosses von Stadtrat Philipp von Leonhardi eröffnet wurde.

Anwesend waren auch Kreisbeigeordneter und Ehrenbürgermeister Detlev Engel, Stadtrat Jürgen Hintz, Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kuhl, die FW-Vorsitzende Rosemarie Plewe und weitere Vertreter aus der Kommunalpolitik sowie einige Bürger.

Nach Karben geholt wurde die Ausstellung seitens der Schulsozialarbeit der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus. Schon seit Jahren beteiligt sich die Schule an den Aktionen dieser Woche, und das aus gutem Grund, denn die 1500 Schülerinnen und Schüler kommen aus unterschiedlichen Kulturen und werden an dieser Gesamtschule zu Toleranz und gegenseitiger Achtung erzogen, wie die Leiterin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften, Monika Lenniger, sagte. Dies gehe getreu dem Motto von Jane Elliott, dass man lernen könne, nicht-rassistisch zu sein. An der KSS gebe es vielfältige Angebote zu interkultureller Erziehung und zur Förderung des interreligiösen Dialogs.

Auch weitere Redner zeigten auf, dass es angesichts von Rassismus und Intoleranz darum gehe, gerade die jüngere Generation zu tolerantem Umgang miteinander im Sinne des Grundgesetzes zu erziehen. Das betonte beispielsweise das Vorstandsmitglied des Ausländerbeirates Karben, Ekaterini Giannakaki. Der Rechsextremismus sei inzwischen »keine Randerscheinung mehr«. Zudem habe ein Strategiewechsel stattgefunden: »Heute treten die Rechten weniger in Springerstiefeln als vielmehr in Schlips und Kragen auf.« Dies gelte es zu erkennen. Ausdrücklich warnte Giannakaki vor den Salafisten, die mit ihren Werbeaktionen zur Radikalisierung muslimischer Jugendlicher beitrügen. Mit vielen Aktionen wolle man das ganze Jahr über zeigen, dass »Rassismus und Volksverhetzung in unserer Stadt keinen Platz« hätten.

Ein sogenanntes Impulsreferat hielt Deborah Krieg, Bildungsreferentin der Jugendbildungsstätte Anne Frank aus Frankfurt. Sie warnte davor, den Rechtsextremismus zu verharmlosen, wies auf vielerlei Strömungen hin und appellierte an alle, sich im Alltag schon bei kleineren rassistischen und menschenverachtenden Begebenheiten einzumischen. Es müsse über den offenen und vor allem den verdeckten Rechtsextremismus aufgeklärt werden und der Gegenentwurf, nämlich Demokratie und Menschenrechte, aufgezeigt werden.

Ralph Schwägerl sprach für die Schülervertretung der KSS und wies darauf hin, dass es an der Schule immer wieder Aktionen für ein vielfältiges kulturelles Miteinander gebe. So werde bei der neuesten Aktion ein Banner mit einer Weltkugel aufgehängt, auf der jeder seinen Fingerabdruck hinterlassen könne. An der Schule arbeite man vielfältig für ein tolerantes Miteinander.

Schulsozialarbeiterin Anette Kehrbaum und Fachbereichsleiterin Lenniger haben zu der im ersten Stockwerk des Schlosses aufgebauten Ausstellung ein vielseitiges Rahmenprogramm zusammengestellt, das am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag zwei Workshops in der KSS anbietet: Heute geht es mit Andreas Balser von der Antifaschistischen Bildungsinitiative Wetterau um »Rechtsextreme Musik und Rechtsrock« und morgen mit Referenten der Anne-Frank-Bildungsstätte um Menschenrechte. Am Montag, 17. März, gibt es ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen, ehe abends im Jukuz der Film »Kriegerin« gezeigt wird, anschließend kann diskutiert werden.

Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit bis zum 19. März jeweils montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Vormittags schauen sich die Klassen der Kurt-Schumacher-Schule die Stellwände an.

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