Auf gute Zusammenarbeit (von links): Dr. Hans Hansen, Regina König-Amann, Fritz Amann und Frank Uwe Pfuhl. FOTO: JSL
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Auf gute Zusammenarbeit (von links): Dr. Hans Hansen, Regina König-Amann, Fritz Amann und Frank Uwe Pfuhl. FOTO: JSL

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Aufgelöst, aber mit vollem Terminkalender

  • vonJürgen Schenk
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Karben(jsl). Nun ist es offiziell: Die NABU-Ortsgruppe Karben hat sich für einen neuen Weg entschieden. Bereits im November 2019 war auf einer außerordentlichen Versammlung über Maßnahmen debattiert worden. Jetzt, über ein Jahr später, soll mit der Weihnachtspost die entsprechende Nachricht in die Mitglieder-Briefkästen flattern. Die Bezeichnung "e. V." (eingetragener Verein) ist schon aus dem Vereinsnamen gelöscht worden.

Damit habe der NABU Karben zwar seine bisherige Rechtsform abgelegt, an der Fülle seiner ehrenamtlichen Aktivitäten werde sich gleichwohl aber nichts ändern, versprechen die Verantwortlichen. Voller Zuversicht und mit vollem Terminkalender gehe es als Ortsgruppierung Karben unter der Ägide des NABU-Kreisverbands Wetterau weiter. In den letzten Tagen des Jahres erhält die Fusion ihre Rechtswirksamkeit.

Ausschlaggebend war der gescheiterte Versuch, unter den Aktiven zwei Personen für den ersten und zweiten Vereinsvorsitz zu finden. Aus den verschiedenen Arbeitsbereichen kamen jedoch Signale zum Weitermachen. Die Ortsgruppe in Karben sollte nicht aufgegeben werden.

Fritz Amann als Liquidator

"Trotz einiger Hürden reifte der Plan heran, die Verantwortung des Vorstandes auf den Kreisverband zu übertragen", erzählt Fritz Amann. Dazu musste die Karbener Gruppe formell ihre Auflösung beschließen und einen Liquidator bestellen, was in der Mitgliederversammlung noch 2019 erfolgte.

Den Posten des Liquidators übernahm Amann selbst. Rein rechtlich wurde er damit zum alleinigen Verantwortlichen des Vorstandes. Über das ganze Jahr 2020 hatte er die erforderlichen Schritte zur Fusion voranzutreiben. Vor allem musste der Ehrenamtler aus Klein-Karben abgeschlossene Pacht- und Nutzungsverträge mit der Stadt, Privatleuten und der evangelischen Kirche umstellen, eingegangene Mitgliedschaften überprüfen und alle noch laufenden Geldgeschäfte abwickeln. "In solche Dinge war ich schon vorher eingeweiht. Deshalb wusste ich auch genau, was da auf mich zukommt", sagt der 85-Jährige. "Aber vor einem Jahr blieben sowieso nur zwei Möglichkeiten: entweder alles plattmachen oder nach einer anderen Lösung suchen."

Nach Amanns Angaben orientiert sich der Wirtschaftsplan für 2021 an den Vorjahren. Man sei aber in den schwarzen Zahlen und habe sogar noch einen vierstelligen Betrag übrig. Man gehe also nicht arm in die neue Ehe. Auch das von ihm vorgestellte Jahresprogramm ist gut gefüllt mit Terminen. Pandemiebedingt kann sich allerdings gerade im ersten Quartal 2021 durchaus noch etwas ändern.

Der Vorsitzende der NABU-Umweltwerkstatt Wetterau, Frank Uwe Pfuhl, freut sich auf die engere Zusammenarbeit mit den Karbener Naturschützern. "Die Kommunikation war schon immer sehr gut", unterstreicht er. Mitglieder aus Karben wurden in der Umweltwerkstatt zu Naturführern ausgebildet oder gehören dem Kreisvorstand an. "Die Gruppierung an sich ist eine der aktivsten in der Wetterau. Und da spielt es keine Rolle, ob sie ein e. V. im Namen trägt oder nicht."

Vorbild für andere Ortsgruppen

Aktuell und in Zukunft gehe es darum, in der Breite neue Strukturen zu schaffen. Die Fusion mit der Ortsgruppe in Karben sei eine Premiere, andere könnten möglicherweise nachfolgen. "Einen ähnlichen Zusammenschluss wird es wohl auch zwischen Niddatal und Florstadt geben", glaubt Pfuhl. "In Rockenberg, Nidda und Bad Vilbel sind ganz neue Gruppierungen entstanden, die von Anfang an nicht mehr als eingetragener Verein geführt werden. Insgesamt gibt es aktuell 20 örtliche NABU-Gruppen mit circa 8700 Mitgliedern in der Wetterau."

Zu den größten Anstrengungen und Erfolgen des Vereins zählt Dr. Hans Hansen die jährlichen Aktionen zur Krötenrettung. Hier sei in der Vergangenheit, auch von Nichtmitgliedern, Großartiges geleistet worden. "Alle unsere Arbeiten wurden auch in einem besonderen Jahr 2020 verrichtet", resümiert Hansen.

Von Januar bis November sind von den NABU-Mitgliedern in Karben 13 Veranstaltungen geplant. Dazu gehören Vorträge, Exkursionen und die jährliche Müllsammelaktion in der Gemarkung. Ein Auszug: Am 19. Januar will Prof. Roland Prinzinger mit einem Vortrag zum Thema "Vögel und Klima - wie die Erd-erwärmung unsere Tierwelt verändert" beginnen. Im Laufe des Jahres finden wieder Exkursionen zu den Ameisen, Libellen, Fledermäusen und zum Steinkauz statt. Im Juli steht eine geologische Wanderung rund um Burg-Gräfenrode mit Prof. Prinz-Grimm auf dem Programm. Dr. Hans Hansen referiert im Oktober über die "Biologische Evolution". Alle Termine erscheinen auf der Homepage des NABU Karben und in der Lokalpresse. Änderungen werden ebenfalls mitgeteilt. jsl

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