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Anwohner des Okarbener Straßbergs packen mit an

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Unter dem Baumhaus wird fleißig gewerkelt.
Unter dem Baumhaus wird fleißig gewerkelt. © Sybille Ullrich

Karben (sur). Mit einer Unterschriftenaktion erfolgreich gewehrt haben sich Anwohner des Okarbener Straßbergs gegen die Ausweisung des alten Spielplatzes als Baugrund. Am Samstag halfen sie nun tatkräftig bei Erdarbeiten mit. Denn: Aus dem Spielplatz wird ein Mehrgenerationenort zum Entspannen, Spielen und Frischluft tanken.

Es wird geschippt und geschaufelt, dass die Holzpellets nur so fliegen. Am frühen Samstagmorgen wird am Straßberg in Okarben kräftig zugepackt. Jung und Alt haben Schaufeln und Rechen in der Hand. Ein Bagger transportiert Haufenweise Holzpellets und Mutterboden an die richtigen Stellen. Viele Hände helfen mit. »Es ist supertoll, dass so viele gekommen sind«, findet Kaja Kramer. Sie ist selbst Mutter von drei Kindern, die auch dabei sind. Corina Kuntzsch, direkte Nachbarin der Anlage stimmt ihr zu. Sie findet es wichtig, dass der Spielplatz nun wirklich eine gute Infrastruktur bietet.

Es gibt eine Boulebahn für alle Altersklassen, den Basketballkorb für die Jugendlichen, eine große Nestschaukel, einen Balancierparcours aus Trittstämmen und Findlingen für die jüngsten und als besonderen Höhepunkt ein Baumhaus, das um einen beeindruckenden Baumriesen herumgebaut wurde, und von dem man mit Hilfe der alten Riesenrutsche weit nach unten segeln kann. Und selbst die alte Tischtennisplatte hat einen neuen Standort direkt im Schatten erhalten. Sie wird von ein paar neu gesetzten Findlingen begleitet, die für Zuschauer zum Sitzen einladen.

Den Anwohnern war das Konzept sehr wichtig: »Es sollte für alle da sein, sozusagen ein Mehrgenerationenspielplatz«, erläutert Kuntzsch. Ulrich Haase stimmt ihr zu und erzählt, dass er selbst schon als Kind auf dem alten Spielplatz herumgetobt sei. Damals, vor etwa 40 Jahren, war das Baugebiet neu und der Spielplatz belebt. Dies hat sich verändert, zeitweise war wenig los. Doch jetzt habe sich in dem ganzen Stadtteil die Zusammensetzung der Anwohner verändert. Während einige weggezogen und andere verstorben sind, sind wieder mehr Familien mit Kindern hinzugezogen. Das habe man schon bei der Unterschriftenaktion bemerkt, sagt Haase. Als bekannt wurde, dass die Stadt darüber nachdenke, den Platz zum Baugebiet zu machen, hatten sich schnell Anwohner engagiert. In wenigen Tagen habe man 2014 mehr als 100 Unterschriften gesammelt.

Auch Ilse Dittrich, die sich schon bei der Gestaltung des ursprünglichen Spielplatzes als Anwohnerin engagiert hatte, ist überzeugt von dem neuen Konzept. »Es ist ein Mini-Bürgerpark«, findet sie. Und sie erzählt, dass der Ort noch früher ein Schuttabladeplatz gewesen sei. Dieser sei abgeräumt worden und für den ersten Spielplatz mit Mutterboden zugedeckt worden. Als man die Stadt daran erinnert habe, dass nicht einzuschätzen sei, was man wirklich finde, wenn man Kellertief grabe, habe die Stadt eingelenkt.

Eine Art Mini-Bürgerpark

Zwei junge Helfer, Florian (13) und Lukas (11), haben vom Verteilen der Holzpellets unter dem Baumhaus schon erste Blasen an den Händen. Sie wollen sich mindestens einmal wöchentlich zum Basketballspielen treffen.

Auch wenn noch nicht alle Holzpellets verteilt sind, ist Anwohner Ralf Kramer überzeugt: »Wunderbar, wir haben es geschafft.« Seiner Meinung nach, wird der Platz wieder mehr Leben auf den Straßberg bringen. Und er hat schon Pläne: »Wenn wir fertig sind, dann treffen wir uns alle auf dem Bouleplatz. Und jeder, der möchte, bringt ein Fläschchen Rotwein mit« – und lacht dabei.

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