Lkw-Durchfahrtsverbot

Anwohner fordern Lkw-Verbot

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Die Rendeler, die an der Durchfahrtsstraße wohnen, lassen nicht locker. Von der Stadt verlangen sie, dass sie bei den übergeordneten Behörden ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen durchsetzen soll. Die Forderung wurde in der Ortsbeiratssitzung erhoben.

S eit vielen Jahren schon wird diskutiert, wie der Lkw-Verkehr aus den alten Ortskerne von Rendel sowie Groß- und Klein-Karben herausgehalten werden kann. Für Groß-Karben hat die Stadt nach dem Bau der Nordumgehung ein Durchfahrtsverbot angeordnet. In der jüngsten Sitzung des dortigen Ortsbeirats wurde aber bekannt, dass sich viele Lkw-Fahrer gar nicht an dieses Verbot halten. Die Stadt hat jetzt die Karbener Firmen angeschrieben und sie auf die Nordumgehung als Alternative hingewiesen.

Genau das ist aber der Unterschied zur Situation in Klein-Karben und Rendel. Auch hier brettern noch zahlreiche Lastwagen durch, auch solche, die keineswegs Anliegerverkehr sind. Die Klein-Karbener Straße in Rendel und die Rendeler Straße in Klein-Karben sind vom Lkw-Verkehr besonders stark beeinträchtigt. Die Menschen, die dicht an der Hauptstraße wohnen, wünschen sich schon lange ein Lkw-Durchfahrtsverbot.

Hessen Mobil verweist auf Kreis

Genau diese Forderung wurde in der Sitzung des Rendeler Gremiums erneut erhoben. Bürger forderten dies in der sich an die normale Sitzung anschließende Bürgersprechstunde. "Es ist gar nicht einzusehen, dass wir weiter unter dem Lkw-Verkehr hier leiden", sagte einer. Ein anderer forderte, der Ortsbeirat solle sich der Forderung anschließen. Stadträtin Heike Liebel (CDU) verwies auf die Argumente der übergeordneten Behörden. Demzufolge fehle eine alternative Straße, um den Verkehr aus den alten Ortskernen herauszuhalten. Die Stadtverordnete Laura Macho von den Freien Wählern bezweifelte das. "Die Lkw können über die B521 und die Kreisstraße 246 außen herum fahren", sagte sie. Liebel verwies darauf, dass Hessen Mobil ein Lkw-Durchfahrtsverbot in der Stadt immer wieder abgelehnt habe. "Hessen Mobil ist der größte Blockierer", rief einer in den Saal. Er forderte, der Ortsbeirat solle einen Vertreter der Straßenverkehrsbehörde des Landes einladen, um mit den Bürgern vor Ort direkt zu diskutieren. "Dann werden wir deutlich machen, wie belastend für uns der Lkw-Verkehr ist, besonders nachts." Macho verwies darauf, dass der Bad Vilbeler Stadtteil Gronau, Nachbarort von Rendel, ein Lkw-Durchfahrtsverbot habe. CDU-Beirat Markus Hau schlug als Kompromiss vor, zur nächsten Sitzung solle ein Mitglied der Verwaltung oder von Hessen Mobil den "aktuellen Stand" zu diesem Thema vortragen.

Durchfahrtsverbot für Klein-Karben beantragt

Seitens Hessen Mobil heißt es auf Anfrage, den Verkehr nach den Maßgaben der Straßenverkehrsordnung zu begrenzen oder beschränken, wie etwa in Form eines Lkw-Verbotes, könne nur die zuständige Straßenverkehrsbehörde. Als Straßenbaubehörde gebe Hessen Mobil im Rahmen des Anhörungsverfahrens als Beteiligter eine fachliche Stellungnahme ab und setze getroffene verkehrsbehördliche Anordnungen als Straßenbaubehörde entsprechend um. Auch die Polizei sei am Verfahren beteiligt. Pressesprecherin Cornelia Höhl: "Für die Einrichtung eines Lkw-Verbotes in der Ortsdurchfahrt von Rendel ist die Zuständigkeit der Verkehrsbehörde des Wetteraukreises gegeben."

Bürgermeister Guido Rahn weist darauf hin, dass die Stadt bei der Straßenverkehrsbehörde ein Durchfahrtsverbot für Klein-Karben beantragt habe. "Wenn das kommen sollte, hat das auch Auswirkungen auf Rendel, dann gilt es in beiden Ortsdurchfahrten." In Groß-Karben habe gut geklappt, dass die Ortsdurchfahrt einerseits eine Stadtstraße ist und die Stadt mit der Nordumgehung eine enge, kurze und schnelle Umfahrung habe, "ohne andere Wohngebiete zu beeinträchtigen".

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Zumutbare Umleitungsstrecke

In Klein-Karben und Rendel habe man es aber mit einer Landesstraße zu tun, die keinerlei Beschränkungen unterliegen und für alle Verkehrsteilnehmer zugelassen seien, sagte Bürgermeister Guiod Rahn. Auf der Grundlage der Lärmschutzrichtlinie werde geprüft, ob Beeinträchtigungen der Wohngebiete bestehen und Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten. Fahrverbote, "auch wenn es nur für Lkw ist, sind immer das letzte Mittel". Für ein Lkw-Verbot wenigstens nachts müssten die Richtwerte erreicht werden. Dann dürften andere Maßnahmen aber nicht wirkungsvoll sein und mögliche Umleitungsstrecken müssten bestehen, "die für den ausgeschlossenen Verkehr zumutbar sind und nicht zu einer Verlagerung des Straßenverkehrslärms auf andere Schutzgebiet führen". Die Stadt vertritt die Auffassung, dass mit der Nordumgehung, der Kreisstraße 246 und der Ortsumgehung Heldenbergen eine "zumutbare Strecke zur A66, nach Frankfurt-Ost über B3 und A661 besteht". (pe)

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