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Erst im Jahr 2015 war das Umspannwerk in Rendeler Gemarkung erweitert worden. Jetzt ist offenbar ein noch größerer Ausbau geplant. ARCHIVFOTO: CF

Anwohner beschweren sich über Brummton

  • Antje Grunenberg-Heuer
    VonAntje Grunenberg-Heuer
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Karben (ach). Zur 2. Sitzung des Rendeler Ortsbeirates in der neuen Legislaturperiode hatte Ortsvorsteher Ehrhard Menzel wegen Corona in den Dorftreff eingeladen, der mehr Platz bietet als der sonst übliche Raum im Feuerwehrgerätehaus. Doch allzu viele Bürgerinnen und Bürger waren nicht zur Sitzung gekommen. Diejenigen, die sich zu Wort meldeten, taten dies wegen des sie störenden Brummtones, der vom Umspannwerk zwischen Rendel und Schöneck herrühre.

Umspannwerk soll vergrößert werden

Erster Stadtrat Friedrich Schwaab teilte mit, man stehe zusammen mit den beiden Nachbarkommunen Schöneck und Niederdorfelden in Kontakt zum Betreiber Tennet, um den Brummton kurzfristig abzustellen und in dieser Angelegenheit gemeinsam vorzugehen. Es handele sich um kein permanentes Geräusch, was Messungen erschwere. Schwaab sagte, Tennet wolle das Umspannwerk in seiner Größe verdoppeln, außerdem solle noch ein weiteres Umspannwerk entstehen. Errichtet werden solle zudem auf der anderen Seite der B 521 ein Rechenzentrum auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei. Doch von dort werde kein Lärm nach außen dringen, meinte Schwaab. Für das Rechenzentrum werde dann Strom von Tennet fließen. Die Ortsbeiratsmitglieder appellierten ans Rathaus, man solle sich Rat holen von Fachleuten, wie solche von Umspannwerken ausgehende Geräusche zu messen sind.

Der Rendeler Anwohner Armin Mungel, der sich zusammen mit Bürgern aus Schöneck gegen die Geräuschbelästigung wehrt, sagte, an manchen Tagen höre man nicht nur ein Brummen, sondern man spüre es auch. »Wir werden nicht locker lassen. Der alte Trafo aus dem Jahr 1972, der das Brummen verursacht, gehört ausgewechselt«, sagte Mungel. Die ersten Probleme habe er an Weihnachten 2018 festgestellt.

Bei einem Ortstermin Ende August am Umspannwerk mit Tennet-Vertretern (diese Zeitung berichtete) sei auch ein zur Bürgerinitiative gehörender ehemaliger Ovag-Mitarbeiter gewesen, der gesagt habe, bei der Ovag seien solche Trafos eingehaust worden. Sollte der alte Trafo quasi einen Deckel bekommen, so würde dieser bis zu 250 000 Euro kosten. Doch diese Investition rentiere sich, gehe es doch um die Gesundheit von über 100 sich derzeit belästigt fühlenden Bürgern, meinte Mungel. Eine andere Anwohnerin aus Rendel berichete, nachts klirrten sogar die Fensterscheiben, werde durch den Trafo-Ton ihre Nachtruhe gestört. Mungel sagte, die Tennet-Vertreter hätten beim Ortstermin zugesagt, sich Ende September/Anfang Oktober in puncto Trafo-Haube bei der Schönecker Bürgermeisterin zu melden. Schwaab sagte: »Wir nehmen das Problem ernst und finden es gut, dass sich die Bürger da engagieren.«

Weiteres Thema war der Basketballplatz am Rendeler Sportplatz. Dessen Asphalt sei bei einem Brand zerstört worden und müsse in Teilen ausgebessert werden, teilte Schwaab mit. Das Holzhaus dort werde durch eine Sitzgruppe ersetzt. Zudem würden Fangnetze montiert.

Die Tore in der Rendeler Turnhalle würden bis Ende des Jahres ersetzt. Duschen und Umkleiden würden 2022 saniert. Aus dem Ortsbeirat kam die Anregung, auch die Turnhallendecke auszubessern, die unansehnliche Wasserflecken habe.

Ortsvorsteher Menzel berichtete, aus der Rendeler Bürgerschaft gebe es Beschwerden wegen der mangelnden Grünpflege im Stadtteil. Das Problem sei der hohe Krankenstand bei den Bauhofmitarbeitern. Deswegen sei man ins Hintertreffen geraten. Sobald sich die personelle Situation entspanne würden Büsche und Hecken wieder geschnitten.

Am Alten Rathaus sei eine sogenannte digitale Dorflinde geplant, also ein Hotspot mit WLAN-Verbindung. So könnten sich Busnutzer über Abfahrtszeiten per Handy informieren. Im ersten Quartal nächsten Jahres sollen eine Antenne und ein Schaltkasten installiert werden. Die Reichweite des Hotspots betrage etwa 100 Meter.

Rendeler Hof wird abgerissen

Und schließlich gab Schwaab bekannt, dass der Magistrat dem Abriss des Rendeler Hofes zugestimmt habe. Auf Nachfrage sagte er, das Gebäude - auch nicht der Saal - stehe nicht unter Denkmalschutz. Die Straßenabsperrmaßnahmen erfolgten am 30. September. Was anstelle des ortsbildprägenden Gebäudes entstehen werde, könne er nicht sagen. Dem Magistrat lägen dazu noch keine konkreten Pläne vor.

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