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Hier sind die Schuttberge noch zu erkennen, die am Hissigwald gelegen haben. Diesmal ist das aber keine illegale Müllentsorgung.

Schutt am Hissigwald

Angst vor illegaler Mülldeponie

  • VonJürgen W. Niehoff
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Jährlich zahlt die Stadt Karben fast 100 000 Euro fürs Entsorgen von Müll, der in die Landschaft gekippt worden ist. Die Schuttberge am Hissigwald fallen diesmal nicht unter illegale Ablagerungen.

Karben (jwn). Mit großer Verärgerung mussten vor kurzem Bürger aus Klein-Karben feststellen, dass im Areals ihres Hissigwaldes an der Dortelweiler Straße erneut Schutt abgekippt worden war. Es ist nicht das erste Mal, dass das Freigelände vor dem Hissigwald, das in der Vergangenheit zumeist als Festplatz genutzt wurde, als illegale Mülldeponie zweckentfremdet worden ist.

Alte Matratzen, ausgediente Möbel und sogar defekte Elektrogeräte werden dann dort heimlich über Nacht entsorgt. Zum Ärger nicht nur der Anwohner, sondern auch der Stadt, denn die muss für den Abtransport sorgen.

»Die Zahl der illegalen Ablagerungen steigt von Jahr zu Jahr und deren Beseitigung kostet die Stadt jährlich rund 100 000 Euro«, berichtet aus dem Karbener Rathaus Verwaltungsleiter Hans-Jürgen Schenk. Normalerweise handelt es sich nach seinen Auskünften bei den illegalen Ablagerungen zumeist um kleinteilige Dinge.

Das ist dieses Mal jedoch anders gewesen. Jetzt fanden Anwohner plötzlich große Mengen von Bauschutt vor. Sie haben Angst, dass der Platz immer mehr verkommt. Dabei wollen sie ihn, wie jüngst auf der Sitzung des Ortsbeirats Klein-Karben deutlich wurde, zu einem richtigen Festplatz für den klein-Kärber Markt ausbauen.

Baumaterial zwischengelagert

Aber die Stadt hat andere Pläne. So verkündete Bürgermeister Guido Rahn (CDU), dass man im Rathaus den Platz eigentlich für einen Treffpunkt für junge Leute umgestalten wolle - zu einem Streetballplatz, der dann einmal im Jahr auch als Standort für das Festzelt des traditionellen Marktes genutzt werden könne. »Ansonsten aber dient er den Jugendlichen zum Basketballspielen«, erklärte Rahn in der Sitzung. Mit einer derartigen Maßnahme würden dann auch die illegalen Ablagerungen auf dem Platz aufhören. Illegale Müllentsorgung zumeist in Form von Grünschnitt aus dem heimischen Garten oder Sperrmüll sowie Bauschutt ist aber kein rein Karbener Ärgernis.

»Dieses Problem zeigt sich im gesamten Kreisgebiet«, erklärte Landrat Jan Weckler (CDU) vor kurzem. Er ist auch Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau e.V. »Für Flora und Fauna stellen dies meist massive Eingriffe mit fatalen Folgen dar. Die Abfälle müssen nun von Akteuren vor Ort mühsam aufgesammelt, abgefahren und entsorgt werden. Zeit und Geld, das für andere Naturschutzmaßnahmen am Ende fehlt«, bedauert Weckler.

Im Fall Bauschuttentsorgung am Hissigwald gibt Verwaltungsleiter Schenk nun aber Entwarnung. »Die beiden LKW-Ladungen waren keine illegale Müllablagerung. Es handelte sich hierbei um Material einer Baustelle, das die Firma auf dem Freigelände vor dem Hissigwald in Absprache mit der Stadt zwischengelagert hat. Sie entfernt es auch wieder mit eigenem Personal und auf eigene Kosten«. Am vergangenen Freitag war der Lagerplatz am Hissigwald geräumt.

Stadt will Bußgelder erhöhen

Dann aber geht Schenk im Gespräch mit dieser Zeitung doch noch einmal auf illegale Müllablagerung im Allgemeinen ein. »Deren Anzahl steigt leider von Jahr zu Jahr. Und da die Beseitigung durch den städtischen Bauhof mit viel Aufwand und sehr hohen Kosten für die Stadt verbunden ist, werden wir schon bald die Bußgelder erhöhen, um damit eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Wenn jemand erwischt wird, muss es teuer werden«, richtet sich Schenk schon jetzt an die Umweltsünder.

Die Satzung der Stadt schreibt die Entsorgung sowohl des übliche Kleinmülls, wie auch größere Dinge genau vor. Verstöße dagegen können also von der Stadt geahndet werden. Da die illegalen Ablagerungen zumeist nachts erfolgen, sind alle Bürger aufgerufen, auf derartige Verstöße zu achten und die Verursacher dieser illegalen Müllentsorgung sofort der Stadt zu melden.

Funde melden

Wer illegale Müllablagerung im Stadtgebiet vorfindet, kann dies der Karbener Stadtpolizei melden unter Telefon 0 60 39/48 62 80. Der Karbener Recyclinghof nimmt Bauschutt bis 40 Kilo für 2 Euro an, jedes Kilo mehr kostet 6 Cent. Ein Reifen zu entsorgen kostet dort 3,50 Euro. Der Recyclinghof an der Max-Planck-Straße 44 hat dienstags von 9 bis 13 und 14 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und donnerstags ist von 14 bis 18 Uhr offen , freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr. jwn

Wer illegale Müllablagerung im Stadtgebiet vorfindet, kann dies der Karbener Stadtpolizei melden unter Telefon 0 60 39/48 62 80. Der Karbener Recyclinghof nimmt Bauschutt bis 40 Kilo für 2 Euro an, jedes Kilo mehr kostet 6 Cent. Ein Reifen zu entsorgen kostet dort 3,50 Euro. Der Recyclinghof an der Max-Planck-Straße 44 hat dienstags von 9 bis 13 und 14 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und donnerstags ist von 14 bis 18 Uhr offen , freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr. jwn

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