Freuen sich über die teilweise sanierte Trauerhalle und die weiteren Arbeiten auf dem Petterweiler Friedhof (v. l.): Adolf Koch, Kyra Nehls, Jochen Stöhr und Friedrich Schwaab. 	FOTO: PEGELOW
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Freuen sich über die teilweise sanierte Trauerhalle und die weiteren Arbeiten auf dem Petterweiler Friedhof (v. l.): Adolf Koch, Kyra Nehls, Jochen Stöhr und Friedrich Schwaab. FOTO: PEGELOW

Alte Trauerhalle wird saniert

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Karben (pe). Zwei Trauerhallen auf einem Friedhof, das hat nicht jeder Ort. Petterweil schon. Es gibt dort eine alte und eine neue Halle. Trauerfeiern der christlichen Kirchen finden seit Jahren nur noch in der neuen Halle statt. Die alte stand lange Zeit leer. Aber was macht man eigentlich mit einer alten Trauerhalle?

Abreißen, hieß zunächst die Devise. Die Stadt holte ein Gutachten ein. Aber das besagte nichts Gutes: »Ein Abriss der Halle wäre teurer gekommen, als wenn wir sie sanieren«, berichtet Erster Stadtrat Friedrich Schwaab, Vorsitzender des Kommunalen Immobilien Managements KIM.

Abriss zu teuer und zu gefährlich

Es hätten wegen der Gefahr, dass beim Abriss eine Mauer auf die angrenzenden Gräber stürzt, starke Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. »Und die wären sehr teuer.« Also war die Entscheidung klar. Abriss kam schon mal nicht infrage.

Mitten in die Diskussionen im Ortsbeirat kam dann noch eine Petition von Kyra Nehls. Die Petterweilerin beklagte sich über den generellen Zustand des Friedhofes. »Zugewachsene Hecken im Eingangsbereich. Zu wenige Mülleimer und falsche Platzierung. Kein Kies zur Pflege der Grabzwischenräume Unkraut. Berg- und Talbahn auf abgeräumten Flächen. Keine Maßnahmen gegen Wühlmausbefall trotz Hunderter von Löchern, auch an Grabsteinen und Einfriedigungen.«

Stadt zeigt Verständnis

Zudem notierte sie auf der Homepage der Stadt unter »Petition«: »Alte Trauerhalle verkommt.« Die Wege seien Stolperfallen, zudem blase die Stadt Unkraut auf Gräber. In der Begründung schrieb sie: »Der Zustand ist nicht nur für das Auge furchtbar, sondern auch für alle Menschen mit Handicap, die nicht so beweglich sind. Ich schäme mich dafür, dass man ein solches Thema überhaupt hier einstellen muss, um was zu bewegen.«

Die Stadt konnte Nehls’ Anliegen verstehen. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) wies darauf hin, dass die Stadt den Pflegeturnus der Friedhöfe erhöht habe und für bestimmte Pflegeleistungen auch auf externe Unternehmen zurückgreife.

Heute ist Kyra Nehls mehr als zufrieden. Bei einem Termin vor Ort mit Erstem Stadtrat Schwaab, Ortsvorsteher Adolf Koch und Jochen Stöhr vom städtischen Tiefbau-Fachdienst sagt sie: »Der Friedhof ist jetzt 300 Prozent besser als vorher.« Der Termin hat vor der teilweise renovierten Trauerhalle stattgefunden. Die Tür sei von einem Schreiner aufgearbeitet worden, der Vorplatz neu angelegt und der Zugang barrierefrei umgestaltet worden. Zudem seien die Hecken zurückgeschnitten worden, sodass das Sicherheitsgefühl der zumeist älteren Besucher deutlich verbessert werden könne.

»Wir haben die Gelder für diesen Friedhof etwas umgeswitcht«, berichtet Stöhr.

Denn eigentlich wäre in diesem Jahr die Neuanlage des Weges zum Urnenrondell drangewesen. »Stattdessen haben wir den Hauptweg aufgefrischt.« Deutlich zu sehen ist auch, dass die Wasserzapfstelle runderneuert worden ist. Und schließlich hat eine Rosbacher Gartenbaufirma auch noch einen Baum gespendet und ihn auf dem kleinen gepflasterten Platz an der alten Trauerhalle gepflanzt.

Kritikerin lobt die Veränderungen

»Das Ganze sieht jetzt würdig aus«, lobt die Petterweilerin, die immerhin 62 Unterstützer für ihre Petition hatte, davon 50 aus Karben. Für die KIM kündigt Schwaab, sehr zur Freude von Nehls, an, dass das Dach der alten Halle im kommenden Jahr erneuert werden soll.

Bleibt nur noch die Frage, wie die alte Trauerhalle künftig genutzt werden soll? Dazu sagt Ortsvorsteher Koch, dass beispielsweise Angehörige von Religionsgemeinschaften sie zum stillen Gedenken aufsuchen könnten. »Wir wollen die Halle für alle zugänglich machen«, sagen die Verantwortlichen. Wie genau das geschehen soll, ist aktuell aber noch unklar. Denn dafür bräuchten sie einen Schlüssel. Bei wem der hinterlegt wird, muss laut Schwaab noch entschieden werden.

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