wpa_1807_150421_4c_1
+
Am Dienstagmittag öffentlicher Protest, heute Warnstreik. Die Conti-Mitarbeiter streiken, unterstützt von der gesamten Politik, für den Erhalt des Karbener Werkes.

24-Stunden-Warnstreik bei Conti

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
    schließen

Karben (pe). Ohne Ergebnis ist die zweite Verhandlungsrunde zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern wegen der geplanten Schließung des Continental Automotive-Werkes in Karben zu Ende gegangen. Und das hat Folgen: Mit Beginn der heutigen Frühschicht wird das Werk in der Dieselstraße bestreikt. Die Frankfurter IG Metall und der Betriebsrat haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

Das betrifft alle drei Schichten: Bereits um 6 Uhr hat der Warnstreik begonnen, mittags wird er ebenso fortgesetzt wie abends und nachts, sodass der Ausstand bis Freitagmorgen zur Frühschicht dauern wird.

Damit dürfte die Produktion des für die Autoindustrie wichtigen Zulieferers lahmgelegt werden. Wie der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Michael Ehrhardt, gestern gegenüber dieser Zeitung sagte, »wird kein einziges Teil das Karbener Werk verlassen«. Hier werden Elektronikteile für die Autoindustrie produziert. Hauptabnehmer sind VW und Mercedes, aber auch Renault erhält Teile aus Karben und Babenhausen.

»Wir werden mit dem Warnstreik wirtschaftliche Wirkung erzielen«, sagt Ehrhardt. Man habe bereits zuvor im Karbener Werk zwei kleinere Warnstreiks gehabt: einmal eine Stunde während der Mittagszeit, dann jeweils zwei Stunden in jeder der drei Schichten. »Wir haben kleinere Nadelstiche gesetzt, jetzt der ist größer.« Das allerdings sei »der letzte harte Warnschuss«.

Verhandlung geht am Montag weiter

Angesichts des ungewöhnlich hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrades von über 80 Prozent geht man bei der IG Metall-Führung davon aus, dass die meisten Arbeitnehmer dem Streikaufruf folgen werden. Dies gilt vor allem für diejenigen, die direkt in der Produktion arbeiten. Diejenigen auf Verwaltungsebene, die großteils im Homeoffice arbeiten, sollen sich solidarisch anschließen, hofft Ehrhardt.

Zu den Details der Verhandlungen am Dienstag im Karbener Rathaus wollte sich der 1. Bevollmächtigte nicht äußern. Er hat aber darauf hingewiesen, dass die Arbeitgeberseite »nach wie vor als Ausgangspunkt die Schließung des Karbener Werkes hat«. Wenn sich bei der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag, 19. April, keine Fortschritte ergeben, will die Gewerkschaft die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik einleiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare