Mit dem Striegel geht es für Jannick Beck ein- bis dreimal im Jahr auf die Felder um das Unkraut mechanisch zu bekämpfen.
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Mit dem Striegel geht es für Jannick Beck ein- bis dreimal im Jahr auf die Felder um das Unkraut mechanisch zu bekämpfen.

Bio-Landwirtschaft

Karben: 23-jähriger Rendeler stellt Familienbetrieb auf Bio um – »Opa und Oma helfen auch noch mit«

  • vonPatrick Eickhoff
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Ab Juli wird der Hof der Familie Beck am Rendeler Ortsausgang offiziell zum zertifizierten Naturlandbetrieb. Den Wunsch auf Bio umzustellen, hat Junglandwirt Jannik Beck bereits seit seiner Ausbildung.

Karben - Jannik Beck liegt die Natur am Herzen. Der 23-Jährige ist Junglandwirt in der vierten Generation. Der Hof der Becks samt 50 Pferden und acht Ochsen liegt am Ortsausgang Rendel in Richtung Gronau. Das Gelände ist rund fünf Hektar groß. »Insgesamt haben wir aber 60 Hektar Ackerland und 40 Hektar Grünland zu bewirtschaften«, sagt Jannik Beck. Das ist die ungefähre Größe von 140 Fußballfeldern, die die Familie zu bearbeiten hat. »Opa und Oma helfen auch noch mit«, sagt er und lacht.

In drei Monaten - genauer gesagt ab Juli 2021 - steht für die ganze Familie eine besondere Umstellung an. »Ab Juli sind wir offiziell ein zertifizierter Naturlandbetrieb«, berichtet Beck stolz. Die Umstellung auf Bio hat der 23-Jährige vorangetrieben. »Während meiner Ausbildung zum Landwirt habe ich zwei von drei Jahre in Sulzbach gelernt. In dem Betrieb hat mich das Konzept noch mehr überzeugt.«

Wetterau: Landwirt in Karben-Rendel wird zum zertifizierten Naturlandbetrieb

Heuwiesen und Grünland werden bei den Becks seit Jahren ökologisch bewirtschaft. Jetzt stellt der Betrieb komplett auf Bio um. »Wir sind im zweiten Umstellungsjahr«, informiert der junge Landwirt. Das bedeutet: Kreiswirtschaft, »Wir düngen mit eigenem Mist und füttern die Ochsen nur mit Biofutter.« Es werden keine zusätzlichen Stoffe zur Unkrautbeseitigung eingesetzt. Für Jannik Beck heißt es in Zukunft mit dem Striegel über den Acker zu fahren. Er dient der mechanischen Unkrautbekämpfung.

Der Umstellungsprozess bringt neben der Anschaffung von neuen Geräten aber noch mehr mit sich. »Wir ernten Bio, aber die Ware wird für den konventionellen Preis verkauft«, sagt Jannik Beck. Dessen sei man sich aber bewusst gewesen. »Die Umstellung auf Öko ist auch eine Einstellungssache. Wir wollten das machen, also wissen wir auch, was das mit sich bringt.«

Natürlicher Kreislauf: Die Ochsen werden auf dem Hof nur mit Biofutter gefüttert. Die Felder mit dem Mist gedüngt.

Umstellung auf Bio in Karben-Rendel: Sieben-Tage-Woche gehört für Junglandwirt zum Alltag

Und der Betrieb muss künftig auch EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau einhalten - unangekündigte Kontrollen inklusive. Jannik Beck hat sich mit seiner Familie für Naturland entschieden. Das Logo ist bereits angebracht. »Die Richtlinien sind etwas strenger, aber ich kannte sie aus der Ausbildung.«

In dieser Ausbildung hat der 23-Jährige auch gemerkt, dass eine Sieben-Tages-Woche bei einem Landwirt zum Alltag gehört. »Um sechs beziehungsweise halb sieben werden die Pferde gefüttert und anschließend rausgelassen. Danach geht’s aufs Feld.« 50 Pferde betreuen die Becks in ihrem »Pensionsstall mit ökologischer Landwirtschaft«. Gegen 15 Uhr holen sie diese wieder in ihre Boxen. Hier hat Corona seine Spuren hinterlassen. »Es gilt Maskenpflicht im Stall und selbstverständlich auch die Abstandsregeln.«

Bio-Betrieb in Karben-Rendel: Reiterhof Beck konzentriert sich auf Getreideanbau

Neben den Pferden und den acht Ochsen - es sollen mal bis zu 15 werden - fokussiert man sich bei den Becks auf den Anbau von Weizen, Hafer und Gerste. Getreide und Luzerne werden hauptsächlich als Tierfutter benötigt, wie der 23-Jährige berichtet. Dass viele der zu bewirtschafteten Felder vom Hochwasser getroffen und überschwemmt waren, stört dabei überhaupt nicht. »Ganz im Gegenteil«, berichtet Jannik Beck. »Das war sehr gut. Der Regen sättigt einen Großteil unserer Wiesen zumal es immer häufiger zu langen Trockenphasen kommt.«

Alles rund um die Anlage und den Reiterhof der Familie Beck gibt es unter www.reitstall-beck.de. Infos zu Naturland, den Bestimmungen sowie den Richtlinien für eine Umstellung auf den Ökobetrieb gibt es online auf www.naturland.de. Gegründet wurde der Verband 1982, mittlerweile hat er weltweit mehr als 60 000 Mitglieder. wpa

Das Naturland-Siegel am Eingangstor des Hofes.

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