"Insolvenzgefahr rückt näher"

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Gießen/Friedberg(pm). "Es ist zu befürchten, dass aus den erneuten temporären Schließungen für den Einzelhandel ein Dauer-Lockdown wird, die Gefahr von Insolvenzen immer näher rückt." Mit diesen Worten haben Einzelhändler aus der Region darauf hingewiesen, wie hart sie der erneute Lockdown trifft.

Die IHK Gießen-Friedberg warnt vor den Folgen der temporären Geschäftsschließungen: "Es zeichnet sich ab, dass kleine und mittelständische Handelsunternehmen immer stärker insolvenzgefährdet sind. Dies betrifft auch den Lebensmitteleinzelhandel außerhalb der Supermarktketten.

"Es ist einfach nur schlimm", erklärt Ute Schott-Rösch, Geschäftsführerin vom Friedberger Feinkostgeschäft Delikatus. Mit dem harten Lockdown ist ihr Umsatz direkt um zwei Drittel eingebrochen. Obwohl sie ihr Lebensmittelgeschäft öffnen darf, blieben die Kundinnen und Kunden aus, da nahezu alle Geschäfte auf der Kaiserstraße geschlossen seien. Der für ihr Geschäft sehr wichtige Umsatzbringer Dezember sei weitgehend entfallen. Ähnlich äußert sich Jochen Ruths, geschäftsführender Gesellschafter des Modehauses Ruths und IHK-Vizepräsident, der ebenfalls einen starken Umsatzrückgang in seinen Filialen in Friedberg und Bad Nauheim verzeichnet. Darüber hinaus hat der Unternehmer durch den harten Lockdown 20 Prozent mehr Ware als sonst in seinem Bestand. Die Krux der Einzelhändler: Kurzfristig lassen sich ihre Vorräte nicht steuern. Bestellungen, insbesondere für die Weihnachtsware, haben meist einen monatelangen Vorlauf. Viele Einzelhändler werden die übrig gebliebene Weihnachtsware, die sie jetzt noch vorrätig haben, entweder bis zum nächsten Jahr lagern oder entsorgen müssen.

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