Ein Blick zum Genießen: Von dort, wo im Mittelalter die Burg der Herren von Dorfelden aufgebaut war, ist die sanierte Mühle zu sehen. In der Mühle ist inzwischen das Museum beheimatet.
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Ein Blick zum Genießen: Von dort, wo im Mittelalter die Burg der Herren von Dorfelden aufgebaut war, ist die sanierte Mühle zu sehen. In der Mühle ist inzwischen das Museum beheimatet.

Idylle zwischen Burgruine und Mühle

  • vonGeorgia Lori
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Niederdorfelden(geo). Wer zur Ruine der Wasserburg möchte, lässt sein Auto auf dem Parkplatz am Rathauses zurück. Der kurze Weg entlang einer Wiese und über eine Brücke ist einsam.

Ein grüner Teppich aus Wasserlinsen hat sich über die Nidder gelegt, die träge in ihrem Bett steht. Das Dach und Fachwerk der einstigen Mahl- und Ölmühle lugt hinter einer Mauer hervor. Auf einem Holzschild an der verschlossenen Eingangstür zwischen zwei Backsteinpfosten steht die Inschrift "Ölmühle 1799". Etwa 80 Jahre hat die Ölmühle für die Dörfer Bergen, Bischofsheim und Gronau gemahlen. Mehrere Jahrzehnte lag sie im Dornröschenschlaf, bis der Historiker Rolf Homann 1993 auf das verfallene Anwesen aufmerksam wurde.

Ein Förderverein unter Vorsitz des früheren Bürgermeisters Wilfried Schneider, und mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege und Sponsoren gestaltete die Mühle zum Museum um. Die Sanierung erstreckte sich von 2005 bis 2007. Nicht nur das Fachwerk wurde saniert, sondern auch die Fenster nach historischem Vorbild rekonstruiert. Mittlerweile gibt es auch wieder Strom.

Wer zur Mühle geht, entdeckt in der Ferne allerdings noch etwas: Die Überreste einer Burg auf einer kleinen Anhöhe. Ein schmaler Feldweg führt hinauf. Die Burg wird erstmals im Jahr 1234 im Rahmen einer Erbteilung erwähnt. Reinhard III. von Dorfelden überträgt die Burg seinem Bruder Heinrich.

1266 wird erstmals auch die Mühle erwähnt. Die Mühle war für die Versorgung der Burg notwendig. Die Dörfer Bischofsheim, Bergen und Gronau durften ihr Getreide nur in dieser Mühle mahlen lassen.

Es gibt Menschen, die den Platz zufällig bei einem Spaziergang entdecken, Bürger aus Niederdorfelden, die ihn bewusst aufsuchen, um Entspannung und Ruhe zu finden.

Jungpfadfinder des Stammes Funkenflug der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg legten an der Mauer der Burg bei Fackelschein ihr Versprechen ab. Touren von Radlern führen an der Sehenswürdigkeit vorbei.Im August 2018 hat der Verein "Ein Dorf spielt" der evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden zur Picknickprobe mit dem Ensemble an der historischen Stätte eingeladen. Es war die erste öffentliche Darbietung einer Szene aus dem Theaterstück "Das alte Pfarrhaus - Geschichte und Geschichten aus Oberdorfelden".

Während des jährlichen Mühlentages ist die Mühle nicht nur Anlaufpunkt für Bürger aus Niederdorfelden, sondern für Besucher aus der Region. Führungen durch die Mühle werden angeboten. Jagdbläser unterhalten vom Hügel der Wasserburg. Die Wasserburg ist auch Ziel von Wanderern entlang der Hohen Straße. Der Reiz des gesamten Ensembles mitten in der Natur ist die Abgeschiedenheit, das alte Handwerk des Müllers, dass in der Mühle an bestimmten Tagen wieder lebendig wird und die Aue der Nidder, die bei Gronau in die Nidda mündet und in Niederdorfelden einen naturbelassenen Charakter aufweist.

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