ZUM NACHDENKEN

Ich liebe Dich!

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Am Sonntag ist Valentinstag - ein Tag der Liebenden. In meiner Küche hängt das passende Zeichen dazu: Ein mit rotem Zuckerguss umrandetes Lebkuchenherz mit der weißen Aufschrift »Ich liebe Dich«! Von der letzten Berstädter Kirmes hat es mir mein elfjähriger Sohn mitgebracht.

Jeden Morgen beim Frühstück könnte ich es sehen. Doch erst jetzt, im Zugehen auf den Valentinstag, hat die Lebkuchenbotschaft wieder mein Herz erreicht. Im Alltag geht sie oft unter, auch wenn das Lebkuchenherz immer sichtbar an seinem Platz hängt.

Gern verdrängen Pflichten, Aufgaben, Sorgen und Ängste die Ausrichtung auf die Liebe als wesentliche Kraft im Leben. Deshalb bin ich dankbar für diese Gedenktage der Heiligen im Jahreslauf, wie den Valentinstag. Diese Tage helfen mir, das Wesentliche im Leben wieder in den Blick zu nehmen - und was ist wesentlicher als die Liebe?!

Doch ohne uns Menschen, die wir uns die Liebe zeigen und sie miteinander leben, blieben diese Tage nur Gedenktage mit einem besonderen Vermerk im Kalender. Nur durch uns und die Zeichen, die wir einander schenkend weitergeben, können sie zu persönlichen Herzens- und Krafttagen werden, die weit über den Tag des Geschenks hinausreichen - so wie das Lebkuchenherz meines Sohnes bei mir.

Am Valentinstag werde ich deshalb das Lebkuchenherz von seinem Platz nehmen und es mir von meinem Sohn umhängen lassen, um dabei die Liebe zueinander bewusst zu spüren und darin die Zusage Gottes, die in jeder menschlichen Liebeserklärung steckt: »Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte« (Jeremia 31, 3). Und danach werden wir tauschen. Und sicher fallen uns gemeinsam noch mehr Menschen ein, die sich über die »Ich liebe Dich«-Botschaft Gottes, gesprochen durch Menschen, freuen.

Pfarrerin Kerstin Tenholte ,

ev. Kirchengemeinde Wölfersheim-Berstadt

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