Steak zum Ziehen

Fleisch per Knopfdruck

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Schon Fleisch für die Grillparty besorgt? Nein? Und die Geschäfte haben auch schon geschlossen? Kein Problem: Nun gibt's in der Wetterau einen Automaten, der rund um die Uhr Fleisch ausgibt.

Es gibt im Grunde zwei Grilltypen. Die einen sind gut durchgeplant, haben den Wetterbericht gesehen und wissen beim Großeinkauf am Donnerstag, dass sie am Sonntag grillen wollen. Sie beladen ihren Wagen mit Steaks, Würstchen, Soßen. Und sind vorbereitet. Dann gibt es die andere Sorte Griller: Die, die Sonntagsmorgens aus dem Fenster gucken, sehen, die Sonne scheint, denken, perfektes Grillwetter, aber kein Fleisch im Haus haben. Diese Grilltypen sind Sebastian Stiebelings Zielgruppe. Oder pauschaler gesagt: "Hauptsächlich junge Leute holen hier Fleisch."

Auswahl gibt es jedenfalls genug im Fleischautomaten, den der Hirzenhainer vor wenigen Wochen neben seiner Metzgerei aufgestellt hat. Steaks gibt es ebenso auf Knopfdruck wie Bratwurst. Aber es gibt auch Fleisch, das nicht für den Grill bestimmt ist. Gelbwurst zum Beispiel. Oder Fleischsalat – den, erzählt Stiebeling, holt sich eben auch der ein oder andere, wenn er auf die Arbeit fährt. 27 Fächer gibt es, allein neun davon für Steaks – 120 Beutel mit je zwei Scheiben sind es, wenn der Automat voll ist. Das ist auch das Praktische an dem Automaten: Er ist 24 Stunden "geöffnet" – wer nachts um 3 Hunger bekommt, muss bloß Geld einwerfen, die Zahlenkombination eintippen (etwa 3 5 für zwei Dijonsteaks vom Kamm) und seine Ware mitnehmen.

Den Automaten hat Sebastian Stiebeling auf einer Messe entdeckt, wie er erzählt. Und sofort entschieden, einen in Hirzenhain aufzustellen. "Wir wollen ja mit der Zeit gehen." Er investierte die 15 000 Euro, holte den Automaten und stellte ihn direkt an die Hauptstraße. Bisher, sagt er, hat das Wetter noch nicht so gut mitgespielt, daher könne er noch nicht genau sagen, wie gut das Knopfdruck-Geschäft läuft. Doch: An einem der ersten Wochenenden sei bestes Grillwetter gewesen. Das Resultat: "An einem Sonntag waren 400 Kunden hier."

Die Ware kommt ausschließlich aus dem Schlachtbetrieb von Stiebeling. Der 33-Jährige hat die Metzgerei vor zwei Jahren von seinem Vater übernommen. Vorne an der Straße sind der Verkaufsraum sowie die Gaststätte und Pension Stolberger Hof, hinten der Hof mit den Tieren. Der Unterschied zwischen Laden und Automat: Das Fleisch per Knopfdruck ist ein wenig teurer – "wegen der Verpackung". Aber Spontanität hat eben ihren Preis.

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