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IMPULS

Der Herr kommt!

  • vonred Redaktion
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Unser Weg durch 2020 ist auf der Zielgeraden. Durch Corona ist das Jahr für uns gründlich anders verlaufen als alle vorher erlebten. Es war mit Einschränkungen und Härten verbunden. Kontaktbeschränkungen, Reiseverbote, vielleicht sogar Existenzsorgen. Gegenüber dem vorher gewohnten Leben mit Annehmlichkeiten plötzlich in vieler Hinsicht Ödnis, eine Durststrecke!

In dieser Situation spricht mich die Lesung aus dem Buch Jesaja an: "Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!" Das Markus-Evangelium greift diese Worte auf und weist sie Johannes dem Täufer zu, der die Menschen seiner Zeit damit aufrief, Buße zu tun und sie auf die Geburt Jesu vorbereitete. Die Worte zeigen auf Weihnachten und werden traditionell im Advent gelesen: Der Herr kommt!

Dieses Jahr empfinde ich dabei noch etwas anderes: Zu uns, in diese Ödnis des Jahres 2020, kommt der Herr! Diesmal nicht nur mit der sich jährlich wiederholenden Feier von Weihnachten. Ich denke auch nicht vorrangig an die Wiederkunft des Herrn am Ende der Zeiten, an die wir Christen glauben. Ich fühle vielmehr, Gott will uns jetzt nahe sein auf unserer Durststrecke.

Und der Appell aus der Bibelstelle: Wie kann ich ihm denn den Weg bahnen, sein Kommen vorbereiten? Vielleicht kann ich versuchen, in meinem Umfeld die Situation für meine Mitmenschen erträglicher zu machen. Woran fehlt es ihnen, wie kann ich beitragen? Zum Beispiel mit einem Anruf oder einem digitalen Gruß für die, die sich einsam fühlen, mit praktischer Hilfe.

So kann ich die "Wüste" der Corona-Krise als Chance zur Entwicklung verstehen: Mein eigenes Handeln zu überdenken und wieder auszurichten. Und dadurch können wir Gott jetzt in unserer Welt gegenwärtig werden lassen.

Ulrich Feistel

ehrenamtlicher Mitarbeiter

und Mitglied der katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt,

Friedberg

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