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Helfen, bevor Pflege nötig wird

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Von: Annette Hausmanns

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Sabine Fett (r.) hat die neu eröffnete Einsatzstelle in Nieder-Mörlen aufgebaut und leitet sie auch. Sozialwerk-Vorsitzende Eva Hack gratuliert, eine Feierstunde muss wegen Corona ausfallen.	FOTO: HAU
Sabine Fett (r.) hat die neu eröffnete Einsatzstelle in Nieder-Mörlen aufgebaut und leitet sie auch. Sozialwerk-Vorsitzende Eva Hack gratuliert, eine Feierstunde muss wegen Corona ausfallen. FOTO: HAU © Annette Hausmanns

Immer mehr Menschen können heute noch im hohen Alter in den eigenen vier Wänden leben. Wo es alleinstehende Senioren oder Familien nicht aus eigener Kraft schaffen, ist Hilfe im Haushalt angesagt. Das Sozialwerk Haushalt und Familie ist hier wie da zur Stelle. Der gemeinnützige Verein hat jetzt auch eine Niederlassung in Nieder-Mörlen.

Eigentlich hatte es in der neuen Niederlassung des Sozialwerks Haushalt und Familie in Nieder-Mörlen eine kleine Feierstunde mit Sekt und Häppchen geben sollen. Wegen der Corona-Krise blieb es bei einer internen Besprechung zwischen Eva Hack und Sabine Fett. Seit acht Jahren ist Hack Vorsitzende eines gemeinnützigen Vereins, den ihre Mutter vor 30 Jahren gegründet hat, mit einer kleinen Geschäftsstelle in Wetzlar. Heute arbeiten landesweit über 200 Hauswirtschafterinnen im Sozialwerk Haushalt und Familie Hessen, um überall dort im Haushalt zu unterstützen, wo es aus eigener Kraft nicht (mehr) gelingt.

Garten, Einkauf, Gassi gehen

Seit Monaten bereitete ihre Mitarbeiterin Sabine Fett die Eröffnung einer Einsatzstelle in Bad Nauheim vor. In der Frankfurter Straße in Nieder-Mörlen hatte sie geeignete Räume gefunden, am vergangenen Freitag ging die Einsatzstelle offiziell an den Start. Den Zweigstellenaufbau habe Fett mit immenser Kraft und Ausdauer gestemmt, lobt Hack die Mitarbeiterin aus Ober-Mörlen. Beide Frauen verkörpern den Geist des Sozialwerks: die Menschen zu Hause mit hauswirtschaftlicher Hilfe unterstützen, damit sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können.

»Hauswirtschaft fängt vor der Pflege an und ist auch unverzichtbares Element bei der Pflege«, unterstreichen die beiden Fachfrauen. Noch bevor ältere Menschen pflegebedürftig würden, könne man ihnen zur Hand gehen - beim Fensterputzen, Gardinenwaschen, bei der Wohnungs- und Wäschepflege oder bei der Nahrungszubereitung. Man helfe bei der Gartenarbeit, beim Einkaufen, beim Gassi gehen mit dem Hund, bei Arztbesuchen oder Behördengängen. Die Haushaltshilfe sei nicht zu verwechseln mit ausschließlichen Reinigungsarbeiten.

Einsatz auch für Familen in Not

Hilfe im Haushalt leisteten sie bei alten, kranken oder behinderten Menschen ebenso wie bei Familien in Notsituationen, erklärt Fett. Auch die Betreuung von Kindern oder Hausaufgabenunterstützung gehörten zum großen Spektrum der pflegeergänzenden und familienentlastenden Dienste. Das kann Hilfe im Haushalt beispielsweise nach der Geburt ebenso sein wie die Arbeit mit dementen Menschen, mit Senioren mit oder ohne Pflegegrad, aber auch in Familien, die mit der Situation überfordert sind.

Über 40 Kunden haben sie schon im neuen Betreuungsgebiet mit Schwerpunkt in Bad Nauheim, Butzbach und Ober-Mörlen, berichtet die Einsatzleiterin. Vier Mitarbeiterinnen seien bereits im Einsatz. Die typische Mitarbeiterin sei Hauswirtschafterin oder Hauswirtschaftsmeisterin, gerne aber auch Quereinsteiger mit hauswirtschaftlicher Erfahrung. Männliche Mitarbeiter seien zwar die Ausnahme aber durchaus gerne gesehen.

Sie schaue, dass die Hilfe zum jeweiligen Haushalt passe, sagt Fett. Dazu gehöre auch, dass sich die Kunden auf gleichbleibende Termine und Mitarbeiter verlassen könnten, von Urlaub oder Krankheit einmal abgesehen. »Wir legen großen Wert auf ein harmonisches Arbeitsklima, Empathie und die persönliche Zuwendung zu den Menschen«, ergänzt Vereinsvorsitzende Hack.

Durch die Neugründung habe man noch Kapazitäten frei, erfahrungsgemäß seien sie aber recht schnell ausgelastet und suchten stets nach geeigneten Mitarbeitern.

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