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So schön wie beim Benefizkonzert des Landesjugendsinfonieorchesters 2018 soll es wieder werden. Rotary-Präsident Michael Frielinghaus und Rotarier Hans Rückert, Dozent im Orchester, wissen die Einnahmequelle für den guten Zweck zu schätzen.

Helfen bei leeren Kassen

  • vonHanna von Prosch
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Sie sind da um zu helfen: Die Wetterauer Internationalen Serviceclubs Zonta, Soroptimist, Inner Wheel, Rotary und Lions. Doch die Unterstützung der Hilfsprojekte wird in diesem Jahr geringer ausfallen - gerade jetzt, wo in der sozial schwierigen Situation der Pandemie Geld für Organisationen und Vereine so nötig wäre. Da ist Kreativität gefragt.

Was im vergangenen Jahr an einnahmestarken Benefizveranstaltungen, Basaren, Spendenprojekten und Turnieren nicht stattfinden konnte, schlägt sich in diesem Jahr auf die Finanzen der Serviceclubs nieder. Bei den Zontas wurde die Kleiderkammer, ihre Haupteinnahmequelle, während der Lockdowns geschlossen. Der beliebte Oldtimertag der beiden regionalen Lions Clubs und des Rotary Clubs fiel aus, ebenso wie der Bilder-Flohmarkt. Beim Club Soroptimist konnte das Projekt »Selbstbehauptung für hörgeschädigte Mädchen« wegen der Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden. Und für die Rotarier bleibt der warme Geldregen durch das Konzert des Landesjugendsinfonieorchesters in diesem Jahr schon zum zweiten Mal aus.

Dennoch sind die Vorstände froh, wenigstens 2020 noch fast alle beschlossenen Hilfsprojekte normal unterstützt zu haben. Christine von Issendorff-Schmale, Präsidentin des Lions Clubs Hessischer Löwe: »Wir haben mit dem Projekt ›Löwenzahn‹ mithilfe von Patienten und Zahnärzten alte Goldkronen gesammelt. Dadurch konnten wir trotz der Krise zum Beispiel das Müfaz unterstützen, das Projekt »staywithMoria« im Burggymnasium, Ärzte ohne Grenzen, das Kinder- und Jugendhilfezentrum Waldfrieden in Butzbach oder Wildwasser Wetterau.« Die Rotarier bedienten die Tafel Bad Nauheim, das Carl-Wagner-Haus für Obdachlose in Friedberg und die Lebensgemeinschaft Bingenheim. Auch zu den internationalen Projekten konnten alle noch ihren Beitrag leisten.

Um ihre Aufgabe auch 2021 einigermaßen erfüllen zu können, sind die Clubs kreativ geworden. Julia Büttner, Präsidentin des Zonta Clubs Bad Nauheim-Friedberg, erzählt, dass sie viele Sachspenden zum Verteilen bekamen. Mit Online-Spenden gingen sie neue Wege: »Wir nutzen ›smile.Amazon‹ und ›Gooding‹ für unseren Club und haben in 2019 den Spendentrichter angeschafft.« International beteiligten sie sich an der Facebook-Spendenkampagne »every member in november«.

Ausgaben fürs Essen gespendet

Rotarier Hans Rückert berichtet, dass die Mitglieder zusätzlich das spenden, was sie bei ihren nicht mehr möglichen Präsenztreffen normalerweise an Essen und Trinken ausgeben. Aber die großen Einnahmen fehlen. Das löst bei allen Betroffenheit aus. »Es steckt ein ganz persönlicher Schmerz dahinter, wenn man dringende Unterstützung absagen oder schmälern muss«, sagt Rückert. Dabei können sich die Clubs noch glücklich schätzen, dass sie sich auf die Mitgliedsbeiträge verlassen können. Austritte gab es wegen der Krise nicht.

Kontakt untereinander hielten die Mitglieder während der Lockdowns durch Online-Treffen, Zoom-Konferenzen, vermehrte Telefonate und digitale Fachvorträge. Fiel es aus technischen Gründen manchen Älteren zunächst schwer sich einzuklinken, sind sie jetzt sehr dankbar dafür. Georgette Storbeck, Präsidentin des Soroptimist Club, und Pressebeauftragte Friederike Arning erzählen vom festlich gestalteten Weihnachtsclubabend vorm Bildschirm mit Gedichten, Geschichten, Quiz, Musik, Rotwein und Kerzen. Eine digitalen Weinprobe kam bei den Zontians gut an und für die »16 days of activism« im November/Dezember wurden 16 Videos von Prominenten und von Wetterauer Bürgern produziert und gepostet.

An neuen Interessenten mangelt es nicht. Vor allem junge Frauen verfolgen die Aktivitäten durch die sozialen Medien, auf denen sich viele Clubs bewegen, aufmerksam. Sie werden dann zu den Video-Meetings eingeladen. Ein feierliches Aufnahmezeremoniell kann aber erst wieder stattfinden, wenn Präsenzveranstaltungen möglich sind.

»Es zahlt sich auf jeden Fall aus, gerade jetzt aktiv zu bleiben«, sagt Büttner. Damit sie sich bald wieder treffen können zum Wohl derer, die Hilfe nötig haben, steht für sie fest: »Unsere älteren Zontians und später auch alle weiteren werden sich baldmöglichst impfen lassen.«

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