Durchatmen und zu sich selber finden. Kornelia Stöhr bietet den VHS-Kurs "Entspannungsraum Natur" mitten im Steinbruch Michelnau in Nidda an. Am Mittwoch geht es los. Interessierte können noch kurzfristig mitmachen. FOTO: NICI MERZ
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Durchatmen und zu sich selber finden. Kornelia Stöhr bietet den VHS-Kurs "Entspannungsraum Natur" mitten im Steinbruch Michelnau in Nidda an. Am Mittwoch geht es los. Interessierte können noch kurzfristig mitmachen. FOTO: NICI MERZ

Heilende Kraft aus der Natur

  • Sabine Bornemann
    vonSabine Bornemann
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Das Gute liegt so nah: direkt in der Natur. Das wusste schon Hildegard von Bingen, und das weiß auch Kornelia Stöhr. Sie bietet den neuen VHS-Kurs "Entspannungsraum Natur" an. Denn für sie war der Wald die beste Medizin und Grund, ihr Leben umzukrempeln. Diese Erfahrung will sie jetzt weitergeben. Dieses Mal nicht im Wald, sondern im Steinbruch in Nidda.

Der Wald und die Natur sind die beste Medizin. Kornelia Stöhr hat es ausprobiert. Aufenthalte zwischen Bäumen hätten ihr geholfen, als es ihr nicht gut gegangen sei. Diese Erfahrung möchte sie nun an andere weitergeben. Gerade in der aktuellen Krise. Die Laubacherin bietet ab Mittwoch den Kurs "Entspannungsraum Natur" an der Volkshochschule (VHS) an und nimmt die Teilnehmer mit in den Steinbruch Michelnau nach Nidda. An einen besonderen Ort, wie Stöhr findet.

Schlafstörungen, Rückenprobleme, im schlimmsten Fall ein Burn-out. Etwa 87 Prozent aller Arbeitnehmer fühlen sich im Beruf gestresst. "Das hat eine Studie der pronova BKK herausgefunden, und das hat mich sehr bewegt", sagt Stöhr. In der Corona-Pandemie kämen noch die Arbeitsbelastung durch Homeoffice, Sorgen durch Kurzarbeit oder sogar Jobverlust hinzu.

Gegen Stress und Beschwerden

Gegen den Stress und das Unbehagen ist ein Kraut gewachsen, zumindest, wenn man sich an Hildegard von Bingen orientiert. Sie sagte: "Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese Kraft ist grün." Von Bingen war davon überzeugt, dass die Natur lebensspendend ist und die Selbstheilungskräfte aktiviert. Genau das habe sie am eigenen Leib erfahren, berichtet Kornelia Stöhr. Sie arbeitete jahrelang als Marketing Services Managerin in einem international agierenden Unternehmen. Irgendwann litt sie an einem länger anhaltenden Reizhusten. Sie bekam bei einem Arztbesuch von einer Sprechstundenhilfe einen Tipp: "Gehen Sie sechs Wochen jeden Tag für 20 Minuten in den Wald, dann geht es Ihnen besser." Glauben wollte Stöhr das zunächst nicht, hat es aber ausprobiert und tatsächlich: "Die Beschwerden gingen weg und kamen nie wieder."

Es brachte sie auch beruflich zum Umdenken: Stöhr hat sich zur Entspannungspädagogin und zertifizierten "Kursleiterin Waldbaden" ausbilden lassen. Was im Wald funktioniere, könne auch an besonderen Orten in der Natur klappen. Und so hat sich Kornelia Stöhr diesmal den Steinbruch Michelnau in Nidda ausgesucht, um den Teilnehmern des neuen VHS-Kurses "Entspannungsraum Natur" die Natur wieder näherzubringen. "Das Verhältnis von Mensch und Natur geht immer mehr verloren", meint Stöhr.

Mitten im Steinbruch

Das möchte sie ändern. Für ihren Kurs geht es direkt in den Steinbruch. Dort gibt es eine Schutzhütte; die Teilnehmer nehmen Matten mit und los geht es. Stöhr wird Einblicke in verschiedene Entspannungsmethoden geben - zum Ausprobieren. Finden sich anschließend genügend Teilnehmer für eine Entspannungs-einheit, bietet Stöhr weitere Kurse an. Es geht um Nacken-Schulter-Entspannung, Atem-entspannung, progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Qigong und die sogenannte Aktivierung von Kopf bis Fuß. 90 Minuten soll ein Kurstermin dauern. Eigentlich waren sechs Termine geplant. Coronabedingt können es lediglich drei sein. Zwölf Personen jeden Alters dürfen mitmachen. Die Übungen werden im Stehen, im Sitzen oder im Liegen stattfinden. Sollte das Wetter nicht so gut sein, geht es in die Schutzhütte.

Für die Kursleiterin Stöhr gibt es nichts besseres als den Wald und die Natur. Außerhalb der Wetterau taucht sie mit ihren Teilnehmern im Laubacher Forst in den Wald ein, zum genannten Shinrin Yoku oder Waldbaden. Die Übungen in der Natur können sehr gut mit Abstand und den geltenden Hygieneregeln ausgeführt werden. Außerdem kann jeder die Techniken selber zu Hause wieder anwenden. "In der Krise, besonders im Lockdown, haben viele die Natur wieder entdeckt. Tägliche Waldspaziergänge, Joggen, Radfahren. Doch mit den Lockerungen geht auch das wieder verloren", sagt Stöhr. Obwohl das Gute so nahe liegt und es so einfach ist, sich in der Natur zu entspannen.

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