Härtefälle: Wenn das Gericht gnädig ist

  • Christoph Agel
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Sie könne die Zeit des Fahrverbots auch herabsetzen, sagt Richterin Christine Yazdani. Allerdings müsse da schon eine Existenzgefährdung drohen. Bei einer Landärztin sei das der Fall gewesen. Sie hatte während der Fahrt mit einer Patientin telefoniert, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befand. Deshalb hatte die Ärztin das Schild nicht gesehen, wurde geblitzt. Drei Monate lang hätte sie durch das Urteil keine Hausbesuche machen können. Die Richterin verkürzte die Strafe auf einen Monat - nachdem sie sich Nachweise hatte vorlegen lassen, die die Zahl der Hausbesuche verdeutlichten.

Anderer Fall: Ein Taxifahrer saß privat am Steuer, war mit seiner Frau auf den Weg in den Urlaub. Sie stritten sich, er war abgelenkt, beachtete folglich die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht und wurde geblitzt. Yazdani sagt, dass drei Monate ohne Führerschein den Mann übermäßig hart bestraft hätten, da er auch beruflich auf den Führerschein angewiesen sei. (agl)

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