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Im Bad Vilbeler Tegut-Markt in sind die Regale wie in den anderen Niederlassungen der Supermarktkette wieder ordentlich gefüllt.

Erpressung von Lebensmittelkonzern

Hacker-Angriff: Regale der Tegut-Märkte wieder voll

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Auch knapp zwei Monate danach ist die Supermarktkette Tegut mit dem Hackerangriff auf das Unternehmen beschäftigt. Die Regale sind wieder gefüllt, dennoch gibt es Beschwerden von Kunden.

Die Supermarktkette »Tegut« war vor einigen Wochen Opfer eines Cyberangriffs (diese Zeitung berichtete). Da das Unternehmen in der Folge aus Sicherheitsgründen etliche Warenwirtschaftssysteme heruntergefahren hatte, waren viele Produkte, vor allem frische Ware, tagelang nicht zu bekommen.

Auch die beiden Gießener Filialen in der Galerie Neustädter Tor sowie der Adolph-Kolping-Straße waren betroffen. In letztgenanntem Markt suchten die Kunden auch am Freitag einige Produkte vergeblich. Das liegt laut Unternehmenssprecher Matthias Pusch aber nicht an der Cyberattacke. »Es liegt wohl eher am Feiertag und an den damit verbundenen höheren Frequenzen in den Märkten, wenn Regale leer bleiben.«

Den gleichen Eindruck gewinnt man, wenn man in der Tegut-Filiale in der Bad Nauheimer Innenstadt nachfragt. »Die Kühltheke ist wieder gefüllt«, sagt eine Mitarbeiterin und deutet auf volle Regale mit Milchprodukten. Nur bei wenigen einzelnen Produkten gibt es Lieferungsprobleme. Bei den Nudeln klaffen Lücken, beim Hundefutter ebenso. Ansonsten steht beinahe alles wieder zur Verfügung. »Trotzdem gibt es Kunden, die sich beschweren, wenn es nicht vorrätig ist«, sagt die Mitarbeiterin.

Laut Unternehmenssprecher Pusch laufen die Prozesse seitens der Logistik wieder rund, die Warenverfügbarkeit sei wieder hergestellt. Das bedeutet aber nicht, dass der Cyberangriff für das Unternehmen abgeschlossen ist. Denn die Hacker sind durch ihr Eindringen in die Tegut-Netzwerke an unternehmensbezogene Daten und Firmeninterna gelangt und haben die sensiblen Daten im Darknet veröffentlicht. Das hat die Supermarktkette mit Sitz in Fulda bestätigt.

Betroffene Kunden werden informiert

Auf der Internetseite von Tegut heißt es dazu: »Bei den Daten handelt es sich unter anderem um Auskünfte von Kunden, vornehmlich Gute-Karte-Kunden, die im Rahmen von Befragungen oder Marktforschungsstudien zu ihrem Einkaufsverhalten gegeben wurden. In einzelnen Dateien beinhalten diese Daten auch Kontaktinformationen der Kunden wie die Anschrift, E-Mail und Telefonnummer...«

Alle betroffenen Kunden würden persönlich informiert und von der Kundenbetreuung bei auftretenden Fragen betreut. »Die neue Entwicklung ist auch gemäß Artikel 33 der Datenschutzgrundverordnung an die entsprechenden Behörden gemeldet worden«, heißt es in einer Stellungnahme.

Zuvor hatte das Unternehmen bereits mitgeteilt, dass die veröffentlichten Daten auch mitarbeiterbezogene Informationen beinhalten könnten. Laut Tegut laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch. Klar ist, dass die Hacker die Supermarktkette erpressen. Zumindest betont das Geschäftsführer Thomas Gutberlet: »Wir leisten kriminellen Machenschaften keinen Vorschub, lassen uns auf keine Verhandlungen mit Kriminellen ein. Das hat nun dazu geführt, dass die Hacker Unternehmensdaten veröffentlicht haben.« Ob die Hacker Geld fordern und wenn ja wie viel, wollte Unternehmenssprecher Pusch auf Anfrage dieser Zeitung nicht verraten. chh/jw

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