Hier war einmal ein Kreisel geplant. Wären Fauerbacher Hauptstraße und Fritz-Reuter-Straße nicht Teil der B 275, könnte die Stadt die Kreuzung vor der Metzgerei Herold umgestalten und sicherer machen, sagen die Grünen. FOTO: NICI MERZ
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Hier war einmal ein Kreisel geplant. Wären Fauerbacher Hauptstraße und Fritz-Reuter-Straße nicht Teil der B 275, könnte die Stadt die Kreuzung vor der Metzgerei Herold umgestalten und sicherer machen, sagen die Grünen. FOTO: NICI MERZ

Grüne wollen B 275 umlegen

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Der Friedberger Stadtteil Fauerbach stöhnt seit Jahr und Tag unter den Blechlawinen, die über die B 275 durch den Ort rollen. Die Stadt ist machtlos, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Die Grünen haben den Vorschlag gemacht, die B 275 zu verlegen. Das könnte auch die Sicherheit vor den Schulen erhöhen.

Friedberg soll wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten über seine innerstädtischen Straßen bekommen. Das sagen die Grünen und forderten im Stadtparlament, der Magistrat solle prüfen, ob die B 275 aus dem Stadtgebiet auf einen alternativen Straßenabschnitt verlegt werden kann.

Die Idee, die B 275 aus dem Stadtgebiet zu verlagern, ist nicht neu. Seit dem Ausbau der B 3 hätten sich aber die Rahmenbedingungen grundlegend geändert, sagte Dr. Nicholas Hollmann (Grüne) vergangene Woche in der Stadtverordnetenversammlung. Inzwischen führt die B 3 in Richtung Karben direkt am Gewerbegebiet-Süd vorbei und könnte Ausgangspunkt für eine alternative Anbindung der B 275 sein. "Wir wollen in Friedberg aber keine neuen Straßen bauen", sagte Hollmann.

Stadt hätte mehr Gestaltungsraum

Die B 275 würde nach Vorstellung der Grünen am Stadtrand über die Freseniusstraße durch das Gewerbegebiet Süd geführt und käme an der Görbelheimer Hohl wieder auf die jetzige Bundesstraße. Der Streckenabschnitt wurde bereits als Umleitung der B 275 genutzt. Die Bundesstraße könnte also auf bestehende Straßen umgeleitet werden, würde fast vollständig aus dem Stadtgebiet verschwinden.

Die Vorteile für die Stadt wären enorm, sagt Bernd Stiller, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen: "Durch die Umlegung bekommt die Stadt einen viel größeren Gestaltungsspielraum. Was bei einer Bundesstraße nicht erlaubt ist, kann bei einer Straße, die in die Zuständigkeit der Stadt fällt, ohne Weiteres umgesetzt werden." In Fauerbach, das sehr stark durch die B 275 geprägt sei, könne beispielsweise der Knotenpunkt an der Metzgerei Herold völlig neu und wesentlich sicherer gestaltet werden, sagt Hollmann. "Auch eine zweite Anbindung des neuen Wohngebiets ›Alte Zuckerfabrik‹ über die Fritz-Reuter-Straße wäre plötzlich machbar." Das wurde von fast allen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung bereits gefordert, um die kritische Verkehrssituation an der Kita "Rübenburg" zu entschärfen, ist aber zurzeit wegen der B 275 nicht umsetzbar.

"Fast die gesamte Hauptstraße in Fauerbach wird an Lebensqualität gewinnen", ist sich Stiller sicher. Die Verkehrsbelastung werde zurückgehen. Moderne Navigationsgeräte richteten sich bei der Routensuche auch nach dem Verlauf von Bundesstraßen und würden viele Autos und Lkw aus der Innenstadt und aus Fauerbach heraushalten.

Markus Fenske vom Vorstand der Grünen nennt einen weiteren Vorteil: Vor Schulen könnten die Verkehrsflächen sicherer werden. "Das gilt besonders für die Schulen, die an der Bundesstraße liegen wie Grundschule Fauerbach, Adolf-Reichwein-Schule und Johannes-Vatter-Schule. Wird die Fahrbahnbreite verkleinert, entsteht mehr Platz für Rad- und Fußwege. Dadurch kann das vorhandene Gefahrenpotenzial der Schulwege deutlich entschärft werden."

Radweg am Bahnhof zugeparkt

Ärgerlich, wenn Radwege von Autos zugeparkt werden. Dagegen wandte sich ein Antrag der Linken, die speziell den Radweg auf der östlichen Saarstraße am Bahnhof im Auge haben. Viele Autofahrer blockierten hier den Radweg, um in einer der Bäckereien etwas einzukaufen. Dies müsse durch bauliche Maßnahmen verhindert werden, sagte Sven Weiberg. Das Problem - der Berichterstatter durfte es am Montagmorgen selbst erleben, wurde bei seiner Reklamation aber vom Falschparker aufgefordert, das "Maul zu halten" - soll nun im Verkehrsausschuss besprochen werden.

Zurück zur möglichen Verlegung der B 275: Einen Knackpunkt gebe es allerdings, sagte Hollmann: die Bahnunterführungen. "Es muss geprüft werden, ob die Dimensionierungen für die Ortsdurchfahrt einer Bundesstraße gegeben sind." Bernd Wagner (CDU) sagte, die Grünen hätten einen "uralten CDU-Antrag aufgewärmt". Die Tunnel seien nach seiner Kenntnis zu eng für Lkw-Begegnungsverkehr. Wagner schlug vor, den Antrag in den Verkehrsausschuss zu verweisen und für die Beratung Vertreter von Hessen Mobil und der Deutschen Bahn AG einzuladen. Das wurde einstimmig beschlossen.

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