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Die ehemaligen US-Gebäude in der Friedberger Kaserne sind alles andere als klimaneutral. Der Wetteraukreis will im nordöstlichen Teil der 74 Hektar großen Kaserne ein Verwaltungsgebäude für 450 Mitarbeiter errichten. Aber bitte auf dem allerneuesten Stand der Bautechnik, fordern die Grünen.

Grüne: Nur noch klimaneutral bauen

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Der Wetteraukreis will auf dem Gelände der Friedberger Kaserne ein Gelände kaufen und dort ein Verwaltungsgebäude bauen. Das, fordern die Grünen, solle in klimaneutraler Weise errichtet werden. Die Entscheidung trifft der Kreistag, der am Mittwoch ab 15 Uhr in der Stadthalle Friedberg tagt.

Einen Verwaltungsbau mit rund 450 Arbeitsplätzen will die CDU/SPD-Koalition im Wetterauer Kreistag auf den Weg bringen. Aktuell sind die Aufgaben der Kreisverwaltung auf 17 Standorte verteilt, davon allein 15 Außenstellen im Friedberger Stadtgebiet. Die Aufgaben der Kreisverwaltung werden auch nicht weniger, neue Arbeitsplätze in der Zukunft seien absehbar, schreiben die Fraktionsvorsitzenden Sebastian Wysocki (CDU) und Christine Jäger (SPD) in dem gemeinsamen Antrag.

Eine Zusammenführung von Aufgaben auf einen Standort spare Kosten und bringe weitere positive Aspekte mit sich. CDU und SPD wollen außerdem die Außenstelle Büdingen modernisieren.

»Neue kreiseigene Gebäude haben der aktuellen Energiesparverordnung und des Gebäudeenergiegesetzes zu genügen«, heißt es in den Klimazielen des Kreises. Den Grünen ist das zu wenig; bereits nach der Fertigstellung seien Immobilien mit Mindeststandards in Sachen Klimaschutz bautechnisch überholt. »Wir sollten ab sofort im Wetteraukreis so planen und bauen, dass die Neubauten kaum noch Heizenergie und keine fossilen und CO2-emittierenden Energieträger mehr benötigen«, sagt der Grünen-Kreistagsabgeordnete Oliver Seuss.

Wie viel Raum benötigt der Kreis?

Die FDP hatte in der letzten Sitzung beantragt, der Kreisausschuss solle zunächst ein »Organisatorisches Entwicklungsprogramm« für die Verwaltung vorlegen; auch neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt (»Homeoffice«) sollten bei den Planungen berücksichtigt werden.

Weitere Themen der Kreistagssitzung: Die ehrenamtlichen Richter beim Verwaltungsgericht Gießen werden gewählt; ein neuer Vertrag soll der »Frankfurt RheinMain GmbH International Marketing of the Region« (wer denkt sich bloß solchen deutsch-englischen Mischmasch aus?) rechtliche Sicherheit geben; die FDP schlägt eine Partnerschaft mit einer Region in Israel vor; die Freien Wähler fordern Wasserspender für alle Schulen und Verwaltungsgebäude; die Linke fordert, der Eingangsbereich der Jobcenter in Friedberg und Büdingen solle wieder für Leistungsberechtigte geöffnet werden.

Die Alte Grundschule in Niddatal-Bönstadt soll verkauft werden. 2012 wurden hier die letzten Kinder unterrichtet, danach diente das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft.

Die AfD fordert vom Kreis Aufklärung zu den Corona-Impfungen. So solle der Kreistag beschließen, dass »Personen, die nicht geimpft sind, nicht diskriminiert werden«. Dass Landrat Jan Weckler (CDU) für eine Impfaktion geworben habe, sehen die AfDler als Verletzung der »Neutralität« an. Die AfD fordert ein »Ende der Corona-Pandemie« und eine Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen.

Die Fraktion der Linken fordert für Hartz-IV-Empfänger eine Weihnachtsbeihilfe von 50 Euro. Die Grünen haben zudem die Einrichtung eines Akteneinsichtsausschusses zur kürzlich erfolgten Neuvergabe der Schulsozialarbeit beantragt.

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