Clarissa Jüngling sät mit ihrem Sohn Clemens Saatgut für Pastinaken auf ihrer eigenen Parzelle.	FOTOS: GEORGIA LORI
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Clarissa Jüngling sät mit ihrem Sohn Clemens Saatgut für Pastinaken auf ihrer eigenen Parzelle. FOTOS: GEORGIA LORI

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Große Nachfrage nach Saisongärten

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Nidderau (geo). Ihren Familienbetrieb Hof Buchwald bewirtschaften Silke und Rainer Vogel nach Naturland-Richtlinien und dem ökologischen Landbau. 100 Hektar Acker- und etwa zehn Hektar Grünland gehören dazu. Durch ihr großes Netzwerk und die vielen Kontakte kommen immer wieder Menschen auf den Hof, die sich für das Arbeiten in und mit der Natur begeistern. Daraus entstand die Idee, einen Saisongarten anzulegen. Bewirtschaftet werden können Parzellen zwischen 40 und 80 Quadratmetern Fläche und Parzellen für Kartoffeln.

Von Mai bis Oktober wachsen 18 Gemüsearten auf den Parzellen des Hofes Buchwald. Ein Grundsortiment zur Pflege des Saisongartens wird vom Familienbetrieb Vogel bereitgestellt, ebenso Wasser zur Bewässserung. So war es in der Vergangenheit.

Auch in Corona-Zeiten hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Viele Menschen scheuen überfüllte Supermärkte, die trotz Abstandsregeln und freiwilligen Maskentragens eine Ansteckungsgefahr bieten. Zwar sind haltbare Lebensmittel lange lagerbar, doch zu einem gesunden Essen gehört auch Gemüse als Grundlage. Möchte man sich jedoch nicht jeden Tag der Ansteckungsgefahr auf Märkten und in Einzelhandelsgeschäften aussetzen, bleibt nur der eigene Garten, Pflanzkübel auf dem Balkon oder die Möglichkeit eines Saisongartens. Arbeiten und Ernten in der frischen Luft gibt es gratis.

»Besonders in der aktuellen Krise gibt es eine große Nachfrage nach den Saisongärten«, sagt Silke Vogel. Nachfragen und Anmeldungen hat sie viele bekommen. Aktuell sind nur noch zwei Parzellen frei. In der vorletzten Woche im April, sagt sie, werden die Jungpflanzen geliefert.

Pflanzen für 40 Parzellen bestellt

Auf Saisonarbeitskräfte ist sie nicht angewiesen. Pflanzen hat sie insgesamt für 40 Parzellen bestellt. Sie setzt auf Pflanz- und Sägemüse, wie zwei verschiedene Sorten Radieschen, diverse Sorten Möhren, Pastinaken, Schnittsalat, Erbsen, Bohnen, Zuckermais, essbare Blüten und Blühmischungen. Beim Pflanzgemüse dominieren verschiedene Kohlarten, Kopfsalate und Kohlrabi. Die Pflanzen verteilen sich auf rund 2000 Quadratmeter Fläche. Wenn die Übergabe der Parzellen bei Saisonstart stattfindet, sind die Bodenbearbeitung, die Aussaat und Bepflanzung bereits erfolgt.

Zusätzlich zu den bepflanzten Reihen gibt es ein bis zwei freie Reihen zum Ausprobieren und für eigene Wünsche. Das ökologische Saatgut bezieht der Hof über die Bingenheimer Saatgut AG.

»Viele Hobbygärtner entscheiden sich für eine Parzelle, um sich an der frischen Luft zu beschäftigen und ihre eigene frische Ernte zu verarbeiten«, sagt Vogel. Nicht zu unterschätzen sei die Tatsache, dass Gartenarbeit etwas Entspannendes besitze.

Damit die Saisongärtner wissen, wo es lang geht, erhalten sie Rundbriefe von Peter Wolf vom Saisongarten-Team mit Tipps und Informationen. In der Mitteilung vom 17. Februar empfahl Wolf, erste Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Chilies und Physalis auf der Fensterbank vorzuziehen.

Je nach Wetterlage findet die Übergabe der Parzellen Ende April, Anfang Mai statt. Mineraldünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen nicht verwendet werden. Bei eigenen Saaten und Pflanzungen sind Saatgut und Jungpflanzen aus ökologischer Erzeugung erwünscht. Nach der Aussaat benötigt das Saatgut etwa drei Wochen, bis es keimt. Wenn alles gut geht, kann das Knollengemüse im September geerntet werden.

Häufige Besuche in Wachstumsphase

Die meisten Saisongärtner kommen ein- bis zweimal pro Woche, um ihre Parzelle zu begutachten. In der Wachstumsphase sind regelmäßige Besuche sehr wichtig, auch um das Unkraut zu entfernen. Viele besitzen selbst keinen eigenen Garten und schätzen umso mehr den zwanglosen Austausch mit Gleichgesinnten, die kommen und gehen, wie sie Lust und Zeit haben.

Nach der Ernte wird das Gemüse verarbeitet. Anfang bis Mitte Juni können die ersten Salatköpfe und Radieschen geerntet werden.

Eine 40 Quadratmeter große Parzelle kostet 140 Euro für die Saison und eine 80 Quadratmeter große Parzelle für eine Familie 250 Euro. Nutzer erhalten einen Rundbrief und Informationen zum ökologischen Gartenbau. Bei Bedarf erfolgt eine persönliche Beratung. Mehr Informationen gibt es im Internet unter: www.hof-buchwald.de. geo

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