24 Gewinnerinnen und Gewinner des Ovag-Jugendliteratur-Wettbewerbs freuen sich auf die Zeit, die vor ihnen liegt, beispielsweise den Lektorats-Workshop. FOTOS: IHM
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24 Gewinnerinnen und Gewinner des Ovag-Jugendliteratur-Wettbewerbs freuen sich auf die Zeit, die vor ihnen liegt, beispielsweise den Lektorats-Workshop. FOTOS: IHM

Das größte Happy End

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Die Gewinnerinnen und Gewinner des 17. Ovag-Jugendliteraturpreises stehen fest. Annika List aus Lauterbach, Lilli Weiskopf aus Gießen und Patrizia Krug aus Hungen haben dabei die Nase vorn. Aus der Wetterau sind ebenfalls mehrere erfolgreiche Autorinnen und Autoren dabei.

Die Verkündung der Preisträgerinnen und Preisträger des Ovag-Jugendliteraturpreises gehört zu den besonderen kulturellen Ereignissen in der Region. Am Donnerstagabend war es wieder so weit. Im Kursaal des Hotels Dolce in Bad Nauheim begrüßte Oswin Veith vom Vorstand der Ovag die Gäste, die aufgrund der Corona-Krise in geringerer Zahl als früher da waren. Die jungen Autorinnen und Autoren waren mit ihren Eltern aber da und hörten gespannt zu, auch den Songs zum Thema "Buch" von Nashi Young Cho und ihrer Band. "Wir freuen uns über die Vielfalt und Motivation, die die Ovag seit vielen Jahren mit diesem Wettbewerb auslösen kann", betonte Veith. Es sei das Ziel, jungen Menschen zu zeigen, welche Freude es bereiten kann, sich an Texten zu versuchen." Es gelte, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu schöpfen, Kreativität zu entdecken, sich Verletzungen von der Seele zu schreiben.

Ohne Kitsch, mit viel Liebe

In ihrer Laudatio ging Schriftstellerin Nele Pollatschek auf die Texte ein, etwa auf "Serotonin" der Erstplatzierten Annika List aus Lauterbach (23). "Was diesem Text gelingt, ist ein Fokus auf die Realität." List erzähle ohne Kitsch, ohne Familienromantik, ohne Sicherheitsabstand und gleichzeitig nicht ohne Liebe. "Und vor allem erzählt sie mit enorm guten Sätzen.

Lilli Weiskopf (20) lag auf Platz 2, mit "Mitte 20" habe sie ein formales Experiment gewagt. "Was den Text ausmacht, ist nicht das Was, sondern das Wie", erklärte Pollatschek. Sie erzähle aus der Du-Perspektive, was schwierig, aber gelungen sei.

Patrizia Krug (3. Platz) habe mit "Der Seelenschlüssel" eine Welt geschaffen, fuhr Pollatschek fort, die "irgendwie unsere und gleichzeitig anders ist". Die 20-jährige Autorin verwebe die echten und fantastischen Welten in einer hauchzarten Geschichte.

Wie Pollatschek konstatierte, hätten die 180 eingesandten Geschichten weitgehend kein Happy End. "Dafür gibt es ziemlich viel Depression, viele kaputte Familien, Drogen und ziemlich viel Tod." Ein gutes Ende sei kein Garant für eine gute Geschichte - es gebe beim Schreiben aber auch andere Happy Ends. "Beim Schreiben ist es das größte Happy End, wenn ein Text gelingt." Dies sei bei den 24 Preisträgerinnen und Preisträgern, die sich unter 180 Einsendungen durchsetzten, der Fall.

Unter ihnen war auch Afize Syuleyman (16), die die Solgrabenschule in Bad Nauheim besucht. "Ich habe zum ersten Mal teilgenommen", erzählte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Ihre Geschichte handle von einer Mutter und einer Tochter, die zwar räumliche Nähe und ein gutes Leben zusammen haben, voneinander aber nicht wirklich viel wissen. Maximilian Plänker (18) aus Butzbach geht zur Bad Nauheimer Ernst-Ludwig-Schule. Seine Geschichte handelt von einem Charakter - dem "Rattenkönig". Der Titelheld ist ein Fabelwesen, der Herrscher über die Ratten ist, aber in einer modernen Großstadt wohnt und vor allem nachts herauskommt. Maximilian machte zum dritten Mal mit und hat zum zweiten Mal gewonnen.

Lioba-Schülerin Helen Mehr (13) nahm zum zweiten Mal teil und gewann auch zum zweiten Mal. Ihre Geschichte handelt von einem Gott und einem Mädchen. "Das Mädchen wird am Ende durch mehrere Komplikationen zur Halbgöttin", erzählt sie.

Jüngste Preisträgerin ist Julia Schnabel (11). Sie war erstmals mit von der Partie und freute sich, unter den Gewinnern zu sein. In ihrer Geschichte "Der magische Wald" gehe es um den Kampf, wie sie schilderte, den eine Hexe und eine Prinzessin um einen "magischen Wald" austragen.

Wie Ovag-Vorstand Veith erläuterte, gehe es für die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren nach der Preisverleihung erst so richtig los. "Im November fahren sie gemeinsam zum viertägigen Lektorats-Workshop ins Sauerland."

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