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Wie haben Römer und frühe Christen auch in und um Rendel gelebt, darüber ist beim Feldgottesdienst in Rendel diskutiert worden.

Gottesdienst im Feld: Neue Wege suchen

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Karben(pm). Auf die Spuren der Römer bei Rendel haben sich die Besucher des Feldgottesdienstes am vergangenen Sonntag begeben. Altgeschichtler Prof. Hartmut Leppin und Historiker Dr. Dieter Wolf sowie der Kirchenchor, Nicola Piesch und Dieter Wierz an Querflöte und Akkordeon gestalteten zum Thema "Römerspuren bei Rendel - die frühen Christen im Römischen Reich" den Gottesdienst vor mehr als 60 Gästen im Rendeler Feld.

Römer, Christen und Rendel hätten nicht gleichzeitig miteinander zu tun gehabt, sagte Initiator Stephan Kuger. Als das Christentum im 4. Jahrhundert römische Staatsreligion wurde, war die Zeit der Römer in der Wetterau längst wieder vorbei.

Römerspuren finden sich in Rendel beispielsweise in Form von drei Römerstraßen, die augenfälligste schnurgerade "grüne Straße" als Gemarkungsgrenze zu Büdesheim und dem Main-Kinzig-Kreis im Osten der Rendeler Ausdehnung. Diese seien anhand von topografischen Eindrücken nachweisbar, vielleicht fänden sich noch Reste. Im Wuchsbild des Getreides sei die "villa rustica" erkennbar sei. Sie wurde für den Gottesdienst mit Pfosten markiert.

In seinem Buch "Die frühen Christen" beschreibt Hartmut Leppin, der an der Goethe-Universität lehrt, diese als für die etablierte römische Gesellschaft zwar anstrengend aber auch erstaunlich: "Sie beschränkten sich auf einen Gott und gingen dafür in den Tod und führten trotzdem oft ein mustergültiges Leben, dass sie auch über etablierte Gelehrte erhob", erklärte Leppin. Die frühen Christen seien keine homogene Gruppe gewesen.

"Mein Respekt gilt dem Mut der frühen Christen", sagte Pfarrerin Nadia Burgdorf empfindet diese Erkenntnisse als Ermutigung in einer Zeit, in der das Christentum wieder zur Minderheit wird.

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