Schon jetzt - und gerade in Zeiten von Corona - ist der Bad Nauheimer Goldsteinpark ein beliebter Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche.
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Schon jetzt – und gerade in Zeiten von Corona – ist der Bad Nauheimer Goldsteinpark ein beliebter Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche.

Bad Nauheimer Goldsteinpark

Jugendliche freuen sich auf ihren neuen »Freiraum«

  • vonHarald Schuchardt
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Lange wurde über den Freiraum für Jugendliche im Goldsteinpark diskutiert. 2021 soll das neue Bad Nauheimer Jugendfreizeitangebot umgesetzt werden. Die jungen Menschen freuen sich darauf.

Am vergangenen Donnerstag verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung den Haushalt 2021. Darin enthalten sind auch 400 000 Euro für die Umgestaltung eines Teils des Goldsteinparks zum »Freiraum für Jugendliche«. »Es ist schön, dass wir in dieser Stadt endlich einen Ort bekommen, wo wie niemanden auf die Nerven gehen«, sagt Esra Edel, Vorsitzende des Fördervereins für Jugendkultur und Jugendarbeit (JUKA).

JUKA unterstützt seit 2014 regionale Projekte für Jugendliche im kulturellen und künsterischen Bereich. Zwei Tage nach der entscheidenden Sitzung der Stadtverordneten traf die WZ Esra Edel (30) zusammen mit Studentin Veronika Ewzenko (22), die in der Alten Feuerwache aktiv ist und Schüler Gabriel Becker (17) zum Pressegespräch im Goldsteinpark. Edel, der von Anfang an die Planung begleitet, freut sich, dass viele Vorschläge und Ideen der Jugendlichen in der nun genehmigten Planung aufgenommen wurden: »Das wird ein Ort, der für Jugendliche ausgeschrieben wurde.« Die große, fest installierte Bühne gegenüber den Rasenstufen im nordwestlichen Bereich des Parks ist für Becker, der dem Jugendbeirat angehört, besonders wichtig. »Hier können wir mehr Konzerte als bisher veranstalten.«

Edel, der auch zum Organisationsteam des »Freiraum-Festivals« im Sprudelhof gehört, kann sich durchaus vorstellen, das beliebte Festival nach Fertigstellung des dauerhaften Freiraums in den Goldsteinpark zu verlegen; zumal der Sprudelhof wegen der geplanten Bauarbeiten voraussichtlich längere Zeit nicht zur Verfügung stehen wird.

Nur die geplante Skateranlage fehlt

Für Ewzenko, die derzeit ein Studienpraktikum in der Friedberger Jugendfreizeiteinrichtung »Junity« absolviert, ist der künftige Freiraum »einfach ein Ort, an dem Jugendliche auch einmal abends ungestört zusammensitzen können.«

Da wundert es nicht, dass sich die Studentin der Erziehungswissenschaften auf die vielen individuellen Sitzmöglichkeiten freut. »So etwas gibt es bisher in dieser Form nirgends«, sagt Ewzenko. Wie ihre Mitstreiter bedauert sie allerdings, dass der Plan, eine Skateboardanlage am nordöstlichen Ende des Parks zu errichten, nicht umgesetzt wird.

Probleme mit dem Greifvogelpark erwartet

Stattdessen entsteht hier eine Greifvogelanlage, die von dem Trio in mehrfacher Hinsicht kritisch gesehen wird. Die Haltung in Gehegen an sich finden die Drei schon nicht gut. Dazu kommt der Standort der Anlage, keine 200 Meter von der geplanten Bühne entfernt. »Greifvögel brauchen eigentlich Ruhe. Die haben sie bei Konzerten sicher nicht«, meint Ewzenko.

Die in Erwägung gezogene »Aussiedlung« der Vögel bei Konzerten sieht die Studentin kritisch: »Das ist doch für die Vögel auch Stress.« Edel ergänzt: »Das ist eine Nachbarschaft, die jetzt schon dafür sorgt, dass Konflikte entstehen können. Das ist schade.« Interessenkonflikte mit den Greifvogel-Haltern befürchtet auch Becker: »Das sind zwei ganz unterschiedliche Zielgruppen. Das wird schwierig.« Trotz der ungeliebten Nachbarschaft freuen sich die Jugendlichen aber auf ihren neuen Freiraum in der Stadt und hoffen, dass sie spätestens Anfang 2022 ihr Areal in Besitz nehmen können. Wenn die Corona-Pandemie dies zulässt.

Freiraum: Das Konzept

Ziel des Freiraum-Konzepts ist es, die weiten Rasenflächen im Goldsteinpark vielfältiger nutz- und erlebbar zu machen. Neben Sport- und Veranstaltungsflächen soll ein Begegnungsbereich geschaffen werden, der für unterschiedliche Aktivitäten genutzt werden kann. Neben diversen Sportangeboten wie einer Soccout-Arena, Basketball und Tischtennis ist eine große Sitzlandschaft aus langlebigen, hellbraunen, ergonomisch geschwungenen Betonelementen geplant. Vorgesehen ist auch eine Solarbank mit Ladestation für Mobiltelefone. Gegenüber den Rasenstufen im Norden der Anlage ist eine mit einem großen, muschelförmigen Wettersegel überspannte Bühne mit einer Grundfläche von 260 Quadratmetern vorgesehen. »Wir beginnen sofort mit den Ausschreibungen und hoffen, dass wir das Projekt Ende nächsten Jahres einweihen können«, sagte Bürgermeister Klaus Kreß gegenüber dieser Zeitung, nachdem der Haushalt 2021 von den Stadtverordneten genehmigt worden war. Wie die Jugendlichen hofft auch Kreß, dass die Corona-Pandemie nicht für Verzögerungen sorgen wird.

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