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Jürgen Pfeiffer liebt den Ausblick und die Weite der Natur. (Foto: cf)

Lieblingsplatz

Unendliche Weiten auf dem Glauberg

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Jürgen Pfeiffers Lieblingsplatz ist das Glauberghaus der Naturfreunde Bad Vilbel. Dort hat er als Kind viel Zeit verbracht. Beim Rundgang erinnert er sich an Familie und legendäre Partys.

Die Antwort auf die Frage, wo sich sein Lieblingsplatz in der Wetterau befindet, fällt Jürgen Pfeiffer leicht. "Für mich ist es das ›Glauberghaus‹ der Naturfreunde Bad Vilbel. Hier habe ich meine Jugend verlebt, hier fühle ich mich bis heute immer wieder wohl. Für mich gibt es keinen grandioseren und schöneren Ausblick auf die Wetterau und die Frankfurter Skyline als vom Südwesthang des Glaubergs aus."

Vom 276 Meter hohen Glauberg aus führen Wanderwege ins Tal nach Glauberg, durch die beiden Frankfurter Gebiete "Basaltmagerrasen am Rand der Wetterauer Trockeninsel" und "Grünlandgebiete in der Wetterau", von dort durch das Vogelschutzgebiet "Wetterau" zu den Naturschätzen der Auenlandschaft des Niddertals. Die Weiden und Wiesen rund um Effolderbach laden zur Tier- und Vogelbeobachtung ein. Der 12,9 Kilometer lange "Natura Trail", den die Naturfreunde Hessen angelegt haben, lädt zum Wandern und Entdecken durch die Landschaft und ihre Ortschaften ein.

Eine Schatzkammer

Vom Naturfreundehaus aus bietet sich Besuchern ein spektakulärer Blick auf Mittelgebirge, Wälder, Streuobstwiesen, Bach- und Flussauen sowie Dünenlandschaften. "Der Glauberg selbst ist Landschaftsschutzgebiet. Er ist eine Schatzkammer für Archäologen und Botaniker, ein idealer Ort zum Wandern, Vögel und andere Tiere beobachten und die Natur zu genießen."

Eröffnet haben Mitglieder der Ortsgruppe das heutige Haus 1958. Vor 61 Jahren war Karl Pfeiffer, Jürgens Vater, Vorsitzender der Vilbeler Naturfreunde. Er hat den Wiederaufbau des ersten, im Zweiten Weltkrieg zerstörten "Glauberghauses", initiiert und betreut. Das Grundstück im südlichen Vogelsberg befindet sich seit 1925 im Vereinsbesitz. Jürgen Pfeiffers Ur-Großvater Karl Vömel, der starb als Pfeiffer sechs Jahre alt war, gründete die Ortsgruppe 1922 mit. Ziel der Mitglieder war es, Arbeitern Erholung und Weiterbildung in der Natur zu bieten.

Glauberg als Spielplatz

Durch das Engagement des Vaters war Pfeiffer jedes Wochenende und in den Ferien "zu allen Jahreszeiten – selbst im kalten Winter" im bis heute idyllisch gelegenen Naturfreundehaus. "Mein Spielplatz als Kind war der Glauberg. Ich bin hier auf die Bäume geklettert, habe in den Maulwurfshügeln nach Tonscherben gewühlt, in den Felsen und in den Ausgrabungsstätten mit anderen Kindern gespielt."

Nicht nur als Kind, auch als Teenager hatte der Ort für ihn seinen Reiz. Gern erinnert er sich zurück an zahlreiche Übernachtungen im einsam gelegenen Haus mit großem Außengelände. "Wir haben hier Partys gefeiert, rund ums Lagerfeuer gesessen und gegrillt. Einmal haben wir sogar einen Hammel gegrillt. Das war legendär."

Von seinem Vater quasi "geerbt" hat Jürgen Pfeiffer die Verbundenheit zu den Naturfreunden "sie haben mich mit ihren Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität geprägt". Heute gibt das Vereinsmitglied diese Werte an Jüngere weiter.

Die Liebe zur Natur und zum Obstbau haben ihm seine beiden Großväter vermittelt. Das waren der Schlosser Jakob Möhling und Willi Pfeiffer, der als Gärtnermeister in der Baumschule am Südbahnhof bei den Landschaftsarchitekten Siesmayer beschäftigt war. In unmittelbarer Nähe zum Naturfreundehaus liegen einige von Pfeiffers Streuobstwiesen. "Ich keltere seit mehr als 30 Jahren Apfelwein nach traditioneller Methode."

Für den gebürtigen Pfeiffer aus Bad Vilbel sind seine Streuobstwiesen wie auch das Naturfreundehaus ideale Orte, um vom Alltag zu entspannen. Getreu der Erkenntnis von Mahatma Ghandi; "Es gibt Wichtigeres im Leben, als nur sein Tempo zu beschleunigen."

Info

Haus kann gemietet werden

Der Verein Naturfreunde Bad Vilbel hat zurzeit mehr als 330 Mitglieder, davon über 100 Kinder und Jugendliche. Die Ortsgruppe ist Teil der großen internationalen Naturfreunde-Familie, die allein in Deutschland 70 000 Mitglieder in 630 Ortsgruppen hat. Die Mitglieder verstünden sich als Natur- und Freizeitorganisation, fühlten sich einem naturnahen, sanften Tourismus verpflichtet, der auf einem bewussten Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen basiere. Die Ortsgruppe hat ihr Vereinsheim im Hexenloch am Vilbeler Waldrand und das Naturfreundehaus am Glauberg. Letzteres kann angemietet werden. Es bietet Platz für Gruppen bis zu elf Personen. Informationen zu den Naturfreunden und ihrem Programm gibt es online unter www.naturfreunde-bad-vilbel.de. (cf)

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