Der Glauberg im Mittelalter

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Glauburg(pm). Der Glauberg ist wegen seiner Funde aus der Keltenzeit berühmt. Der Höhenrücken bot sich aber in fast allen historischen Perioden als befestigte Stellung an. Die Relikte auf dem Plateau stammen überwiegend aus dem Mittelalter. Dazu haben sich aus der Endphase des Staufischen Kaisertums um 1250 eine Handvoll Urkunden erhalten. Diese hat der Historiker Dr. Klaus-Peter Decker ausgewertet und die Ergebnisse in einem Buch zusammengefasst: "Der Glauberg im Hohen Mittelalter - Sperrfestung, Ministerialenburg und Stadtgründungsversuch".

Die Quellen aus dem 13. Jahrhundert betreffen Schenkungen an das Kloster Arnsburg und den Deutschen Orden, aus einem Kreis von Ministerialen, die sich selbst als "Burgmannen des Reichs", aber auch als "Bürger" der Glauburg bezeichneten. Die Stiftungen an geistliche Institutionen dienten dem Seelenheil, sind aber auch als Versuch der Emanzipation zu sehen, um sich in einer Zeit des politischen Zerfalls als Korporation eine eigene Stellung zu sichern und womöglich sogar auf dem Glauberg städtische Strukturen zu schaffen.

Diese Ansätze wurden durch die neuen Machtträger aus dem Kreis der Erben der erloschenen Herren von Büdingen, vornehmlich seit 1258 durch Ludwig von Isenburg, rasch zunichtegemacht. Der Ortsadel wurde vom Glauberg verdrängt, konnte sich aber unter Führung der Herren von Büches mit der Ganerbschaft Lindheim einen gewissen Ersatz schaffen. Die Urkunden, die Decker vorstellt und analysiert, bringen mit den Namen der Aussteller und Zeugen den Glauberg erstmals in einen Bezug zu Menschen ihrer Zeit.

Das Buch (ISBN 978-3-948956-05-9) ist für 16 Euro u. a. bei der Geschichtswerkstatt Büdingen erhältlich.

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