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Die »Keltenwelt am Glauberg«, ein Museum mit eindrucksvoller Architektur, ist vor zehn Jahren eröffnet worden.

Geburtstag ohne Feier

  • vonOliver Potengowski
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Glauburg (sax). Den zehnten Geburtstag der »Keltenwelt am Glauberg« hatte sich Direktorin Dr. Vera Rupp glanzvoller gewünscht. Denn das Museum hat sich mit rund 500 000 Besuchern in der Ausstellung und rund einer Million auf dem Außengelände zu einem großen Erfolg entwickelt. Das liegt nicht zuletzt an der Verankerung in der Region, wie der Landesarchäologe Dr.

Udo Recker bei einer Videokonferenz zur bisherigen Entwicklung des Museums feststellte.

»Wir hatten ein Riesenfest vor mit einer tollen Illuminierung«, bedauert Rupp, dass die Planungen fürs Jubiläumsjahr wegen Corona abgesagt werden mussten. Zumal sie anfangs als Kreisarchäologin sogar auf ein Vierteljahrhundert mit dem sogenannten Keltenfürsten zurückblicken kann - mit Werner Erk, dem Vize-Vorsitzenden des Fördervereins Keltenwelt, der den Grabhügel einst entdeckt hatte, und Stefan Medschinsky, der sich von Anfang an ehrenamtlich am Glauberg engagiert.

Originale am Fundort

Recker betonte die Bedeutung der Statue des Keltenfürsten, eines Herrschers aus dem fünten Jahrhundert vor Christus. »Er ist weltweit als der archäologische Fund in Hessen bekannt.« Der Entscheidung von Fritz Rudolf Herrmann- - er leitete damals die archäologische Grabung an dem Hügel - seies zu verdanken, dass die Keltenwelt heute diese Attraktion und ein zentrales Forschungszentrum sei. Herrmann hatte das Grab mit dem umgebenden Erdreich als Block bergen und die Funde im Labor freilegen lassen.

Erk erinnerte daran, dass der Bau des Museums und seine Architektur durchaus umstritten waren. Zwar gab es von Anfang an in der Region die entschiedene Forderung, die Original-Statue des Keltenfürsten und die übrigen Artefakte am Fundort auszustellen. Doch sei man sich in Glauburg keineswegs einig gewesen, ob ein Museum am Berg oder im Dorf, wo Ehrenamtler bereits mit viel Engagement ein Museum betrieben, stehen sollte. »Die Glauberger haben ein wenig gefremdelt mit diesem großen Kasten«, erinnert sich Erk. Inzwischen habe zumindest er seinen Frieden mit dem Gebäude und seiner rostigen Corten-Stahl-Fassade gemacht, wozu ein alter Bauer beigetragen habe. »Wenn aich da rüber gucke auf den eckigen Kasten, dann sieht das aus wie ein gezackerter Acker«, habe der ihm erklärt.

Markenzeichen der Region

»Es war genau die richtige Entscheidung«, freut sich Rupp noch heute, dass die Funde seit zehn Jahren am Ausgrabungsort in einer »spektakulären Architektur« präsentiert werden. »Es ist eine traumhafte Landschaft«, hebt sie das touristische Potenzial mit der vielfältigen Tierwelt hervor. Die sorge manchmal für Überraschungen. So könne es passieren, »dass eine Schafherde morgens vor der Tür steht und rein will«, berichtet die Direktorin, dass es in zehn Jahren nie langweilig war.

Cornelia Dörr, Geschäftsführerin der Tourismus-Region Wetterau, wies auf die Bedeutung hin, die der Museumsbau habe, um Besucher für die Region zu gewinnen. »Die Wetterau ist ja nun nicht das touristische Highlight, von dem die Menschen wissen, wo es liegt«, erläuterte sie. Wenn man aber den Keltenfürsten erwähne, gebe es bei vielen Assoziationen, auch weil die Statue aus Dokumentationen im Fernsehen bekannt sei. So sei die Sandsteinfigur des Keltenfürsten ein Markenzeichen für die Region geworden.

Der Tourismus profitiere von dem einzigartigen Museum. »Dass es einen touristischen Infostand in einem Landesmuseum gibt, ist eine Besonderheit«, dankte Dörr für die gute Zusammenarbeit mit der Keltenwelt. Die werde auch durch die »Botschafter der Region, die mit Herzblut die Aufgabe wahrnehmen, Besucher in der Region zu führen«, getragen. Auch Rupp lobte die Kooperation zwischen ehrenamtlichen Botschaftern und festangestellten Mitarbeitern. »Die beste Visitenkarte sind die, die oben am Glauberg arbeiten.« Alle kämen aus der Region und würden sie mit Überzeugung vertreten. Lars Corsmeyer, Pressesprecher der Keltenwelt, ergänzte, dass die Tourismus-Region das Museum auf Messen weit über die Wetterau hinaus präsentiere. »Sie sind unser verlängerter Arm«, dankte er Dörr.

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