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In der Natur zu spielen oder zu chillen, ist eine gute Idee - alles Mögliche anzuknabbern meist weniger.

Ratgeber

Giftpflanzen in Wald und Feld: So schützen Sie ihren Hund beim Gassigehen

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Der Frühling hält auch in der Wetterau Einzug. Bäume und Pflanzen treiben aus, und locken Hund und Katze an. Doch viele der heimischen Pflanzen sind für die Vierbeiner gefährlich. Tierärztin Cornelia Renczes gibt Tipps, worauf beim Gassigehen geachtet werden sollte.

Wenn der Frühling jetzt endlich Einzug hält, die Temperaturen angenehmer und die Tage länger werden, verbringen wir und unsere Vierbeiner wieder mehr Zeit im Freien. Typisch in dieser Zeit sind die großen Ansammlungen von Bärlauch in unseren Wäldern. Die Blätter mit dem markanten Knoblauchgeruch sind schnell gesammelt, und können unter anderem zu leckerem Pesto verarbeitet werden. Was liegt näher als dieses gesunde saisonale Gewächs auch mal unter das Tierfutter zu mischen. Leider eine ganz schlechte Idee, weil Bärlauch giftig für Hunde, Katzen und viele andere Tiere wie etwa Meerschweinchen oder Pferde ist!

Die Pflanze enthält den Giftstoff S-Methylcystein-Sulfoxid, der bei diesen Tierarten die Hülle der roten Blutkörperchen zerstört und so zu einer Anämie - einer Blutarmut - führt. Deshalb sollten Hunde auch keine Gelegenheit haben, diese Pflanzen auf dem Spaziergang zu verzehren. Je nach aufgenommener Menge im Verhältnis zum Gewicht des Tieres kann die Wirkung sogar tödlich sein. Meist macht sich die Vergiftung durch Durchfall und Erbrechen bemerkbar. Da es kein echtes Gegengift gibt, hilft nur der Gang zum Tierarzt. Dieser kann mit Infusionen den Kreislauf stabilisieren. Im schlimmsten Fall muss er eine Bluttransfusion einleiten.

Ebenso giftig sind für unsere vierbeinigen Hausgenossen Zwiebeln, Knoblauch und sogar Schnittlauch.

Von Bärlauch und Maiglöckchen – Viele Pflanzen können für den Hund gefährlich werden

Die hübschen Maiglöckchen sind wegen der enthaltenen Herzglykoside (Digitalis) giftig für Mensch und Tier. Weswegen es sehr wichtig ist, keinesfalls im Wald Maiglöckchenblätter mit Bärlauchblättern zu verwechseln! Hier kann die versehentliche Aufnahme unter anderem zu Krämpfen und Herzproblemen bis hin zum Herzstillstand führen. Wird der Puls nach Aufnahme unregelmäßig, ist es allerhöchste Zeit eine Klinik aufzusuchen.

Der blaue Eisenhut - in unserer Region eine Zierpflanze für den Garten - zählt zu den giftigsten Pflanzen in Europa. Eine andere Bezeichnung für diese Pflanze ist Ziegentod und unterstreicht eindrucksvoll, wie giftig diese schön anzusehende Pflanze ist. Schon wenn ein Tier sie berührt, kann es zu Taubheit in den betroffenen Körperstellen kommen. Wenn der Vierbeiner gar an dieser Pflanze geknabbert hat, muss er sofort in eine Tierklinik. Neben Erbrechen, Durchfall, Zittern und Krämpfen kann es zu Atem- und Kreislaufstillstand kommen. Tierhalter sollten diese hochgiftige Pflanze keinesfalls in ihrem Garten anpflanzen.

Sehr giftig ist auch die Engelstrompete mit ihren spektakulären gelben Blüten. Sie kann bis zu fünf Meter hoch werden und findet sich nicht nur in Gärten, sondern auch in Parks. Hier ist der giftige Pflanzenstoff das Atropin, das bei Mensch und Tier neben erweiterten Pupillen auch bis zum Atem- und Herzstillstand führen kann.

Auch der beliebte Rhododendron ist hochgiftig für unsere Vierbeiner, nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter. Bei einer Vergiftung muss umgehend eine Tierklinik aufgesucht werden.

Was tun, wenn der Hund giftige Pflanzen gefressen hat? Schnelle Auskunft bei Giftnotruf

Leider ist die Liste möglicher Giftpflanzen schier endlos, die Tulpe als Liliengewächs zählt dazu, aber auch Efeu, Thuja, Herbstzeitlose und so weiter.

Bei begründetem Verdacht auf eine Vergiftung ist der Anruf in einem Giftinformationszentrum möglich. Dort bekommt man kompetente Informationen zur Gefährlichkeit des aufgenommenen Stoffes. Für Hessen ist das Giftinformationszentrum Rheinlandpfalz/Hessen in Mainz zuständig. Der Notruf läuft über die Nummer 0 61 31/1 92 40, es gibt aber auch eine Infoline über die Nummer 0 61 31/ 23 24 66.

Es gilt, ein aufmerksames Auge auf den Hund zu haben, ob er draußen gefährdet ist, alles Mögliche anzuknabbern oder gar zu fressen. Allerdings neigen durch Bewegung und Kopfarbeit gut ausgelastete Vierbeiner viel weniger dazu, solchen Blödsinn zu machen. Das soll im Übrigen auch auf manche Zweibeiner zutreffen.

Natürliche Giftpflanzen sind nicht der einzige Weg, wie Hunde sich beim Spazierengehen vergiften können. Tierquäler verwenden manchmal Giftköder, um die Hunde zu vergiften.

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