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Stephanie Amend (r.) stellt für ihre Familie Gesundes von Nüssen bis zum saisonalen Obstsalat auf den Frühstückstisch. Ingrid Gerstengarbe-Hartig hat schon mal das Low-Carb-Brot vorgebacken.

Gesund genießen - und gewinnen

  • vonHanna von Prosch
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Pfarrer Sebastian Kneipp, am 17. Mai vor 200 Jahren geboren, beschäftigte sich nicht nur mit dem Wasser als Element für die Gesundheit, sondern er hatte auch klare Vorstellungen von gesunder Ernährung. Ausgewogenheit war seine Maxime. Der Kneipp-Verein Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen setzt den Gedanken schon beim Frühstück um.

Am morgigen Sonntag ist - in Erinnerung an Sebastian Kneipp - der Tag der Ernährung. Zu den Kneipp-Säulen gehört nämlich auch die Ernährung. Das nimmt der Kneipp-Verein Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen zum Anlass, über gesunde Ernährung zu informieren.

Egal ob Frühstücksmuffel oder Genießer: Im Prinzip ist bei der Kneipp-bewussten Ernährung alles erlaubt. Sebastian Kneipp hatte es sowieso nicht mit allzu vielen Ge- und Verboten. Es ging ihm darum, dass jeder, seiner körperlichen Konstitution entsprechend, einfache, unverkünstelte und nahrhafte Kost zu sich nimmt.

Um sich seiner Essgewohnheiten bewusst zu machen, hat der hiesige Kneipp-Verein ein Gewinnspiel ausgeschrieben. In den drei Kategorien »Keine-Zeit-Variante für Frühstücksmuffel«, »Gesunder Schmaus« und »Deftiges am Morgen« kann man sein Favoriten-Frühstück fotografieren und bis zum 15. März mit einem Rezept per E-Mail an kontakt@kneipp-bn.de senden. Drei gesunde und alltagstaugliche Beispiele werden mit einem Einkaufsgutschein prämiert.

Schoko-Muffin auch in Ordnung

Stephanie Amend und Ingrid Gerstengarbe-Hartig, Mitarbeiterinnen im Kneipp-Verein, haben selbst unterschiedliche Frühstücksvorlieben. Während Amend jeden Tag Haferflocken mit frischem Obstsalat und Joghurt genießt, freut sich ihre Kollegin auf ein kräftiges Brot mit selbst gemachter zuckerreduzierter Marmelade oder Kräuterquark. »Wie mein Mann es aus seiner tschechischen Familie gewohnt ist, mit Suppe und fetten Würstchen am Morgen, das könnte ich ihm noch nicht einmal zubereiten«, erzählt Gerstengarbe-Hartig. Am morgigen Sonntag wird also auf den Frühstückstischen der beiden Familien die große Auswahl für jeden Geschmack stehen.

Viele junge Leute lehnen ein Frühstück grundsätzlich ab. Amend hat es irgendwann aufgegeben, ihre Tochter dazu zu animieren. Als Frühstücksmuffel habe sie sich dann Obst und Joghurt für die Pause mitgenommen. Inzwischen ist auch die Über-Nacht-Version beliebt, bei der in Gläschen Haferflocken und Obst, geschichtet zu einem Brei, wie Porridge werden.

»Wer lieber den süßen Schokoladenmuffin mag als den veganen mit Banane und Haferflocken oder am Morgen kräftig zulangt, muss sich nicht schlecht fühlen. Man kann das den Tag über mit Gemüse oder Rohkost kompensieren«, sagt Gerstengarbe-Hartig. Für das Sonntagsfrühstück hat sie ein eiweißreiches Low-Carb-Brot gebacken: »Das ist in einer Stunde im Backofen fertig und schmeckt sehr kräftig.«

Kneipp war es wichtig, dass man sich nach seinem Wohlbefinden ernährte. Zu seinen Lebzeiten stand Fleisch ohnehin selten auf dem Speiseplan, auch wenn er nichts gegen dessen Verzehr einzuwenden hatte. Für ihn galt: Alles in Maßen, vernünftig und nicht zu einseitig.

Regelmäßige kleine Portionen

Für die »arbeitende Bevölkerung« empfahl Kneipp zur Ergänzung nahrhafte Lebensmittel wie Brot und Kartoffeln. Die jetzigen oft bewegungsarmen Arbeitsformen erfordern eine andere Ernährung. Vorteile habe, so Kneipp, das regelmäßige Essen kleinerer Portionen.

Und wie sieht es mit dem Trinken aus? Der Bad Nauheimer Ernährungscoach Stefan C. Rinke sagt: »Am Morgen ist Kaffee der richtige Wachmacher, aber auch Tee in jeder Form. Wer keinen Schwarz- oder Grüntee verträgt, kann zu Kräuter- oder würzigem Chai-Tee oder auch zu Tees mit einem Mate-Anteil greifen. Es darf auch ein kleines Glas frischer Saft sein. Doch Vorsicht mit dem Fruchtzucker, der hat Kalorien.« Milch hingegen sei für Erwachsene kein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel. Und wenn schon nach Kneipp, dann auch mal so: »Ich bin kein Puritaner und gestatte mir gern ein Glas Wein oder Bier.«

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