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Die Köchinnen sind ein eingespieltes Team – sowohl beim Servieren der Gänge wie auch zuvor beim Kochen.

Karben: Kulinarische Entdeckungsreise nach Eritrea

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Bei der neuesten Auflage von "Karben is(s)t bunt" haben sich 40 Teilnehmer auf eine kulinarische Endtdeckungsreise nach Eritrea begeben. Dabei standen nicht nur exotische Geschmäcker sondern auch die verschiedenen Essgewohnheiten im Vordergrund.

Zeit spielt beim Essen in Eritrea und Äthiopien eine wichtige Rolle: Zeitintensiv ist die Vorbereitung der Mahlzeiten und das Essen selbst. Davon konnten sich neun Köchinnen und 40 Gäste bei "Karben is(s)t bunt - kulinarische Begegnungen mit neuen Nachbarn" überzeugen. Im Rahmen der Interkulturellen Wochen Wetterau haben Frauen aus mehreren Ländern auf Einladung der Diakonie Wetterau und des Deutsch-Ausländischen Freundschaftskreises (DAF) zum zehnten Mal gemeinsam ein Menü gekocht. Das kam dieses Mal aus Eritrea. Zusammengestellt hatte es Freweyni Estefanos.

"Essen ist in Eritra sehr wichtig, weil wir alle zusammen von einem Teller essen", sagt die zur Chefköchin ernannte Freweyni Estefanos. "Gegessen wird mit der rechten Hand. Nicht allein das Essen, sondern die verschiedenen Hände, die von einem Teller essen, bedeuten Vertrauen und lassen die Mahlzeiten zu etwas Besonderem werden." In ihrer Heimat stehen auf niedrigen Tischen große Platten, auf denen sich das leicht säuerliche, aus einem speziellen Mehl hergestellte, drei Tage lang gegärte Fladenbrot Injera stapelt. "Es wird in einer speziellen Pfanne zubereitet und zu jeder Mahlzeit serviert."

Chefköchin Freweyni Estefanos hat das Essen zusammengestellt.

Bereits am Freitag waren Freweyni Estefanos und Raja Abubaker, die beide aus der eritreischen Stadt Teseney kommen, und Nuria Kedr aus Äthiopien mehrere Stunden lang mit den Vorbereitungen beschäftigt. "Das Trio versteht sich bestens, obwohl beide Länder 30 Jahre lang gegeneinander Krieg führten", freut sich Gastgeberin Beatrice Scherzer, die bei der Diakonie Wetterau zuständig für das Projekt "NeNa - Neue Nachbarn - Begegnungen in Vielfalt" ist.

Zubereitet wird die aus geschmortem Rindfleisch mit Zwiebeln bestehende milde Vorspeise Klwa. Für die zweite Vorspeise Hmlie, Spinat mit Zwiebeln, kocht Dorothe Schulz einen großen Topf Spinat. Als Hauptgang servieren die Köche das aus geschmortem Hähnchenfleisch und einer scharfen Tomatensoße bestehende Gericht Zignie, dazu als Beilagen einen Salat aus Gurken, Tomaten und Karotten und das Kartoffel-Karotten-Weißkohl-Gemüse Alcha.

Dajana (l.) und Liviya Reichel kochen Kohl-Kartoffeln und Möhren für die Gemüsebeilage zum Hauptgericht.

Den Gemüsetopf bereiten die Nachbarinnen der Chefköchin, Dajana Reichel und ihre Tochter Liviya zu. "Ich habe hier heute gelernt, wie man große Mengen für viele Leute kocht", sagt die 13-Jährige, bei der das Fach Kochen und Backen auch in der Frankfurter Schule auf dem Stundenplan steht.

Als Dessert hat das Team das Hefegebäck Hmbasah und die frittierten Hefebällchen Ligamat vorbereitet. "Das Highlight war die wunderbare, sehr langwierige Kaffeezeremonie, bei der die rohen Kaffeebohnen auf dem Feuer in einer Pfanne geröstet wurden, bevor sie gemahlen und im Tongefäß mit Wasser aufgekocht wurden", schwärmte Beatrice Scherzer zum Ende der Veranstaltung. Laura aus Rendel und Vijay aus Bad Vilbel, der ursprünglich aus Sri Lanka kommt, finden: "Das Fleisch war scharf gewürzt und ebenso lecker wie die Beilagen."

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