sda_FotoGeldautomat_1008_4c
+
Kaum jemand nutzt den Automaten, heißt es vonseiten der Sparkasse. Die Unterhaltungskosten blieben aber gleich. Daher sei der Betrieb laut Sparkasse nicht mehr vertretbar. Die CDU hingegen findet, ein Geldautomat gehöre zur örtlichen Daseinsvorsorge.

Geldautomat wird abgebaut

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
    schließen

Ober-Wöllstadt (pm/sda). Der Geldautomat der Sparkasse im Alten Rathaus in Ober-Wöllstadt soll abgebaut werden - am 15. August. In einer Pressemitteilung drückt die Wöllstädter CDU ihre Enttäuschung darüber aus und fordert die Sparkasse Oberhessen auf, die Entscheidung zu überdenken. Vonseiten der Sparkasse heißt es jedoch: »Wir verstehen die Enttäuschung in Ober-Wöllstadt bezüglich des Rückbaus sehr gut, leider wird jedoch der Geldautomat mittlerweile so selten in Anspruch genommen, dass ein Weiterbetrieb langfristig nicht mehr vertretbar ist.

« Dafür, sagt Pressesprecher Eric Zimdars, möchte man jedoch einen Hol- und Bring-Service für Geld und Überweisungen anbieten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Kröker sagt zu den Abbau-Plänen: »Wir meinen, dass auch ein SB-Banking-Terminal zur örtlichen Daseinsvorsorge gehört und appellieren an die Sparkasse, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.« Nachdem die Sparkassenfiliale in dem Ortsteil bereits vor vielen Jahren geschlossen worden sei, heißt es, »wolle sich das Kreditinstitut nunmehr offensichtlich komplett zurückziehen«.

Dass der Automat zum 15. August abgebaut werden soll, »hat im Ort bereits einigen Unmut hervorgerufen«, sagt Kröker. In Zeiten niedriger Zinsen sehe man zwar durchaus die außergewöhnliche wirtschaftliche Situation, der sich Banken und Sparkassen derzeit ausgesetzt sehen. Dennoch habe man bei einer solchen »Hau-Ruck-Aktion« den Eindruck, dass es der Sparkasse mehr auf Kostenoptimierung als auf den Kundenservice vor Ort ankomme. Letzteres, heißt es vonseiten der Christdemokraten, gelte erst recht, wenn man sehe, dass der Ortsteil durch die Neubaugebiete einen deutlichen Bevölkerungszuwachs habe. Die CDU fordert deswegen, dass trotz aller Möglichkeiten des Onlinebankings in Ober-Wöllstadt ein Terminal erhalten bleiben solle. Vor allem ältere und wenig motorisierte Bürgerinnen und Bürger seien auf das Terminal in Ober-Wöllstadt angewiesen. Daher habe sich die CDU Wöllstadt an den Landrat des Wetteraukreises, Jan Weckler (CDU), gewendet, der von Amts wegen im Verwaltungsgremium der Sparkasse Oberhessen vertreten ist. Er habe zugesagt, die Bedenken der CDU an den Vorstand der Sparkasse weiterzuleiten.

Doch vonseiten der Sparkasse überwiegen die Gründe für den Abbau des Automaten. Sparkassen-Pressesprecher Zimdars sagt: »Der Geldautomat in Ober-Wöllstadt wird im Vergleich zu unseren anderen Selbstbedienungsstandorten weit unterdurchschnittlich genutzt. Im Wetteraukreis ist er einer der am wenigsten frequentierten Automaten. Auf der anderen Seite bleibt der Aufwand für Befüllung, Versicherung, Wartung und Miete gleich.« Immer mehr Menschen erledigten ihre alltäglichen Bankangelegenheiten online. Die bargeldlosen Zahlungen hätten seit 2019 die Barzahlungen deutlich überholt, mit stetig steigender Tendenz. »So ist die Nachfrage nach Bargeldabhebungen bei der Sparkasse Oberhessen im vergangenen Jahr um rund ein Drittel zurückgegangen. Die aktuelle Corona-Pandemie hat diese Trends erheblich verstärkt.«

In Ober-Wöllstadt komme ein weiterer Faktor hinzu: Durch die Freigabe der neuen B 3 seien die Nutzungszahlen des Geldautomaten weiter gesunken. »Pendler holen - wenn überhaupt noch - nun offensichtlich ihr Geld woanders. Auch viele unserer Kunden in Ober-Wöllstadt nutzen den Automaten nicht mehr, sondern erledigen dies an anderen Automaten oder auch beim Einkauf.« Zimdars sagt aber: »Wir versprechen: Wir werden Menschen in Ober-Wöllstadt, die auf Hilfe angewiesen sind oder sonst keine andere Möglichkeit haben, sich mit Bargeld zu versorgen, zweimal monatlich einen kostenlosen Hol- und Bring-Service für Geld und Überweisungen anbieten. Für diesen Service bitten wir um einen Anruf unter 0 60 31/86- 60 50.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare