Seitdem die Fahrbahn am Ortseingang von Steinfurth erneuert worden ist, haben sich dort keine Unfälle mehr ereignet. Eine Radarfalle ist nicht mehr nötig, Freie Wähler und FDP möchten einen Teil des Geldes der Kirche spenden. FOTO: PETRA IHM-FAHLE
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Seitdem die Fahrbahn am Ortseingang von Steinfurth erneuert worden ist, haben sich dort keine Unfälle mehr ereignet. Eine Radarfalle ist nicht mehr nötig, Freie Wähler und FDP möchten einen Teil des Geldes der Kirche spenden. FOTO: PETRA IHM-FAHLE

Geld für Kirche statt für Blitzer?

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Steinfurth sollte eine feste Blitzanlage bekommen, doch seitdem am Ortseingang die Fahrbahn erneuert worden ist, haben sich keine Unfälle mehr ereignet. Die Radarfalle ist hinfällig, freigewordene 150 000 Euro sollen für kirchliche Zwecke und den Haushaltsausgleich verwendet werden - jedenfalls, wenn es nach dem Wunsch der FW/UWG und der FDP geht.

Lieblich schlängelt die Straße auf das Rosendorf und diverse blühende Gewächse zu, der Fahrbahnbelag ist neu. "Der Ortseingang Steinfurth war ein Unfallschwerpunkt", sagte Markus Philippi (FW/UWG) in der jüngsten Sitzung des Bad Nauheimer Stadtparlaments in der Nieder-Mörler Frauenwaldhalle. Wegen der Unfälle sollte eine stationäre Blitzanlage an den Ortseingang, fügte Philippi hinzu, doch wegen der Fahrbahnsanierung kam es zu keinem Unfall mehr.

Die evangelische Kirchengemeinde Steinfurth sei vor ein paar Wochen auf ihn zugekommen - Philippi ist Ortsvorsteher. Die Gemeinde müsse eine Fachwerksanierung vornehmen, was 80 000 bis 90 000 Euro koste; ein Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro aus Landesmitteln sei zu erwarten. "57 000 Euro muss die Kirche selbst aufbringen", teilte Philippi mit. Er sei gefragt worden, ob die Stadt helfen könne.

Gleichzeitig habe sich die evangelische Kirchengemeinde Bad Nauheim mit einem Schreiben an die Stadtverordneten gewandt, verbunden mit der Bitte, eine eventuelle Förderung zu prüfen. Dabei gehe es um die Erneuerung der Orgel in der Dankeskirche. 435 000 Euro der insgesamt benötigten 950 000 Euro seien noch nicht gedeckt. Es gebe Fundraising-Konzepte, fuhr Philippi fort, doch er frage sich, ob die Stadt das Geld, das für den Blitzer gedacht gewesen sei, diesen Initiativen zukommen lassen könne. Es gehe um jeweils zehn Prozent der noch fehlenden Mittel. Philippi: "Es ist eine gute Tradition in unserer Stadt, Glaubensgemeinschaften zu unterstützen." Die Kirche engagiere sich für die Daseinsfürsorge und habe sehr gute kulturelle Angebote. Die Freien Wähler schlugen folgende Beträge vor: 50 000 Euro für die Sanierung der Orgel, 5000 Euro für die Sanierung der Pfarrscheune in Steinfurth. 95 000 Euro sollen in den Haushaltsausgleich fließen. Insgesamt sind dies 150 000 Euro.

Manfred Schneider (FDP), der dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim angehört, begrüßte den Vorschlag der FW/UWG. Die evangelische Kirche Bad Nauheim sei ein großartiger Kulturstandort, Kantor Frank Scheffler über die Grenzen der Kommune hinaus bekannt. Sofern die Stadt die 50 000 Euro für die Orgel zuschieße, könne der Antrag auf die restlichen Mittel bei der Landeskirche gestellt werden. Schneider beantragte die Überweisung des Themas in den städtischen Haupt- und Finanzausschuss, die Stadtverordneten folgten dem einstimmig.

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